Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Auto & Verkehr Verkehrsregeln: Von Land zu Land verschieden
Mehr Auto & Verkehr Verkehrsregeln: Von Land zu Land verschieden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:44 15.03.2013
Anzeige
Wien

Letztes Jahr sorgte Frankreich mit der Einführung eines Kuriosums für Aufsehen", erinnert sich Silvie Bergant vom österreichischen Autoclub ÖAMTC in Wien. Die zum 1. Juli 2012 eingeführte Regelung besagte, dass jeder Auto- und Motorradfahrer ein Alkoholtestgerät mitführen und bei einer Verkehrskontrolle vorweisen musste. "Diese Regelung ist nun allerdings vom Tisch", gibt Silvie Bergant Entwarnung.

Doch auch weiterhin gelten von Land zu Land höchst unterschiedliche Bestimmungen. In Österreich beispielsweise muss seit 2005 eine Warnweste pro Auto mitgeführt werden. Anders in Tschechien, Bulgarien, Frankreich, Italien, Kroatien, Luxemburg, Rumänien, Slowakei, Slowenien und Ungarn: Hier müssen für alle Fahrzeuginsassen Warnwesten vorhanden sein. "Wird man in diesen Ländern ohne ausreichende Warnwesten an Bord erwischt, drohen hohe Strafen", warnt die ÖAMTC-Fachfrau. "In Frankreich beispielsweise muss man mit mindestens 90 Euro rechnen. In der Slowakei können bei Nichtanlegen der Warnweste nach einem Unfall bis zu 150 Euro fällig werden."

Zwei Warndreiecke und Warnwesten für Alle

Ein Ersatzlampenset sei vorgeschrieben in Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Montenegro und Russland (ausgenommen Xenon- oder LED-Leuchten), nennt sie ein weiteres Kapitel mannigfaltiger Regelungen. Aber selbst in Ländern mit Licht-am Tag-Pflicht oder Licht-am-Tag-Empfehlung sei die Mitnahme eines Ersatzlampensets ratsam. Dazu zählen Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich (empfohlen), Island, Italien, Kroatien (verpflichtend vom letzten Sonntag im Oktober bis zum letzten Sonntag im März), Lettland, Litauen, Luxemburg (empfohlen), Mazedonien, Moldawien (verpflichtend von November bis März), Montenegro, Norwegen, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz (empfohlen), Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn.

Ein Reservereifen ist nach der ÖAMTC-Übersicht obligatorisch in Bosnien-Herzegowina und Spanien. Ist der Ersatzpneu nicht serienmäßig vorhanden, müsse man ein Reparaturset oder Reparaturspray dabei haben. Ebenfalls verpflichtend mit an Bord sein muss ein Feuerlöscher bei Fahrten im Baltikum, in Bulgarien, Griechenland, Moldawien, Rumänien, Russland, in der Türkei, in der Ukraine und in Weißrussland. In Dänemark, Island, Mazedonien, Norwegen und Schweden werde die Mitnahme eines Feuerlöschers empfohlen. "In Belgien und Polen müssen nur im jeweiligen Land gemeldete Pkw einen Feuerlöscher mitführen. Beim Ausleihen eines Mietwagens sollte man also überprüfen, ob dieser auch tatsächlich an Bord ist", rät die ÖAMTC-Touristikerin.

Dieser Tipp gilt generell für alle Mitführpflichten. Denn die gesetzlichen Bestimmungen im Urlaubsland gelten immer auch für Mietautos. Die Vermieter statten diese allerdings erfahrungsgemäß nicht immer automatisch mit allen notwendigen Utensilien aus. In diesem Fall muss selbst für die entsprechende Ausrüstung gesorgt werden.

Warndreieck mal zwei, heißt eine weitere Besonderheit: In Estland, in der Türkei und in Zypern besteht laut Autoclub die Verpflichtung, zwei Warndreiecke mitzuführen. In Spanien werde dies empfohlen. In Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien und Slowenien seien Gespannfahrer zur Mitnahme von zwei Warndreiecken verpflichtet.

Ebenso an Bord müsse ein Abschleppseil sein, wenn man in Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Serbien unterwegs sei und dies gelte ebenso für das Formular "Europäischer Unfallbericht", wenn man in Serbien und Kroatien fahre. "Generell empfiehlt sich die Mitnahme des Europäischen Unfallberichts allerdings immer, wenn man im Ausland mit einem Kfz unterwegs ist", empfiehlt Bergant.

Einen Überblick über die unterschiedlichen Mitführpflichten und Verkehrsbestimmungen bietet die ÖAMTC-Länderdatenbank unter oeamtc.at/laenderinfo

dapd