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Auto & Verkehr Nummer 8 legt die Messlatte hoch
Mehr Auto & Verkehr Nummer 8 legt die Messlatte hoch
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00:47 11.10.2014
Erfolgreich unterwegs: Straffer und eleganter gezeichnet will der Passat in der achten Generation seinem alten Image davonfahren. In Deutschland vor allem als Variant.
Erfolgreich unterwegs: Straffer und eleganter gezeichnet will der Passat in der achten Generation seinem alten Image davonfahren. In Deutschland vor allem als Variant. Quelle: Hersteller
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Wenn es um die Platzierung eines neuen Modells am Markt geht, macht Volkswagen so schnell keiner etwas vor. Der Passat ist ein solches Beispiel: Seit vier Jahrzehnten ist die Mittelklasselimousine nun unterwegs, 22 Millionen Einheiten wurden produziert, jetzt rollt die achte Generation an den Start. Für die Wolfsburger ist dieser Passat aber viel mehr als nur die Fortführung einer Erfolgsgeschichte. Sie starten mit Nr. 8 einen neuen Angriff auf die gehobene Mittelklasse, wollen weg vom Vertreterimage, weil Vertreter ohnehin ein hässliches Wort ist und im Neudeutschen längst Key-Account-Manager heißt. Entwicklungschef Hans-Jakob Neußer: „Wir sind stolz auf dieses Auto, weil wir denken, dass wir einen großen Sprung gemacht haben. Der Passat ist ein wesentlicher Eckpfeiler der Marke.“ Ein nicht ganz risikoarmes Unterfangen, denn dieses Segment bedient mit dem Audi A4 eine Schwestermarke aus dem Konzern schon erfolgreich.

1,1 Millionen verkaufte Einheiten im vergangenen Jahr scheinen eine sichere Bank, schließlich sind das mehr als 3000 Autos pro Tag, weltweit versteht sich. Trotzdem ist das ausgegebene Ziel mehr als ehrgeizig: Denn Nr. 8 outet sich auf den ersten Blick als Passat. Okay, die Linienführung wurde gestrafft, das Fahrzeug steht satter auf der Straße als der Vorgänger, die Designer haben das Blech aber nur behutsam modernisiert. Niedrigere Karosserie, längerer Radstand und größere Räder machen zumindest optisch noch kein neues Auto. Und auch im Innenraum kann von einer Neuorientierung, wie sie jüngst die C-Klasse von Mercedes hingelegt hat, keine Rede sein. Viele Elemente sind aus anderen Fahrzeugen bekannt - Klimaanlage, Navigationssystem oder das Lenkrad stammen genauso aus dem Regal der Niedersachsen wie viele Hebel und Schalter. Das alles ist solide verarbeitet und macht haptisch einen guten Eindruck, bleibt aber unterm Strich das, was es immer war: ansprechend, aber ziemlich gewöhnlich.

Dieser erste Eindruck ändert sich schnell, wenn man die ersten Kilometer im neuen Passat zurückgelegt hat. Denn so hat sich die Wolfsburger Limousine respektive der Variant noch nie angefühlt. Mit der entsprechenden Motorisierung stürmt Nr. 8 wie Bruder Leichtfuß um die Kehren, lässt sich mit zwei Fingern am Lenkrad um viele Kurven zirkeln und erlaubt sich dabei keinerlei Ausrutscher. Das aufwendig überarbeitete Fahrwerk, das es auch mit der adaptiven Fahrwerksregelung DCC gibt, ist ohne Übertreibung eine technische Meisterleistung - sicherer geht es für ein Fahrzeug diesen Zuschnitts nicht. Noch vor Jahren wäre eine solche Performance in einem frontgetriebenen Mittelklasseauto nicht vorstellbar gewesen.

Wir sind die ersten Kilometer im neuen Passat mit dem nagelneuen TSI-1,4-Liter-Vierzylinder (110 kW/150 PS) und dem nunmehr stärksten Diesel gefahren, der nur in Verbindung mit dem 4Motion-Allradantrieb zu haben ist und es auf 176 kW/240 PS bringt, mit einem Dehmoment von mächtigen 500 Newtonmetern. Klar, dass es zwischen diesen Maschinen deutliche Unterschiede gibt. Während der Benziner hochgedreht werden will, um bei Gangwechseln auf Touren zu bleiben, schiebt der Selbstzünder mächtig aus dem Drehzahlkeller heraus, bei einem Geräuschniveau, das man bislang nur aus höheren Klassen kannte. Zur Markteinführung im November wird es noch einen 110 kW/150 PS starken Diesel geben, der ebenfalls schon richtig Dampf macht. Kombiniert werden können die Maschinen mit einem Sechs-Gang-Handschalter beziehungsweise Sechs- oder Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetrieben.

Doch an inneren Werten kann der neue Passat noch weitaus mehr bieten: So kann der Fahrer über das Active Info Display (gerade vorgestellt im neuen Audi TT) alle ihm wichtigen Fahr- und Infotainmentinformationen selbst konfigurieren oder sich relevante Fahrdaten über ein Head-up-Display ins Blickfeld spiegeln lassen. Premieren feiern darüber hinaus eine neue City-Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung, ein Stauassistent, der dem Fahrer bei zähem Verkehr viele Aufgaben abnimmt, oder auch der Trailer-Assist, der das Einparken mit einem Anhänger kinderleicht macht. Der Area-View gestattet dem Fahrer zudem eine 360-Grad-Rundumsicht von oben auf das stehende Fahrzeug. Der 240-PS-Diesel kann zudem bis zu 2,2 Tonnen Anhängelast auf den Haken nehmen. Und über „Mirrorlink“ lassen sich Android-Smartphones perfekt mit vielen Funktionen in das Infotainmentsystem einbinden.

Vielleicht ist die neue Generation des Passat noch nicht das Premiumfahrzeug in der Mittelklasse, wie man es von anderen Herstellern gewohnt ist, doch was Vielseitigkeit und Ausstattungsmöglichkeiten betrifft, dürfte Nr. 8 in vielen Bereichen die Messlatte ziemlich hoch gesetzt haben. So viel steht jedenfalls fest: Nicht nur Key-Account-Manager werden dieses Auto lieben.

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