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Auto & Verkehr VW Caddy wird zum Lifestyle-Auto
Mehr Auto & Verkehr VW Caddy wird zum Lifestyle-Auto
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10:24 10.06.2013
Foto: Der Cross Caddy: Das alte Handwerkerauto versprüht jetzt jugendlichen Lifestyle-Charme.
Der Cross Caddy: Das alte Handwerkerauto versprüht jetzt jugendlichen Lifestyle-Charme. Quelle: Hersteller
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Hannover

Der VW Caddy und Lifestyle? Unmöglich! Zwar gibt es seit 2004 die „Life“-Version, mit der Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) das Handwerkerauto erfolgreich zur Familienkutsche für Sparfüchse umgebaut hat, doch am eher robusten Charme der ursprünglich ziemlich kastenförmigen Kiste änderte das nicht viel. Ende des Monats wird das anders: Dann kommt der Cross Caddy auf den Markt, nach Polo, Golf und Touran das vierte Modell dieser Baureihe. Das Auto verfügt im Gegensatz zu den Wolfsburger Geschwistern über ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal: Der Cross Caddy kutschiert nicht nur allerlei Offroad-Zierrat durch die Landschaft, es gibt ihn auch mit einem permanenten Allradantrieb.

Gut, ein 4x4-Antrieb macht noch keinen Geländegänger. Doch die Vorteile liegen auf der Hand: Eine bessere Traktion bei Nässe, Schnee und Eis sind ein deutlicher Zugewinn an Sicherheit und damit ein Argument, dem vor allem nicht so routinierte Autofahrer zugänglich sein dürften. Stopp, werden jetzt Experten einwenden, den Caddy gibt es schon seit 2009 in der sogenannten 4Motion-Variante. Das stimmt. Doch da war von Lifestyle noch keine Rede.

„Wir sind für ehrlichen Lifestyle“

Lifestyle ist der Oberbegriff für all das, was Menschen an Lebensstil nach außen transportieren. Sei es die Wohnung, die Kleidung oder eben das Auto. Und gerade bei Letzterem steckt dahinter häufig genug eine Mogelpackung, denn diverse Anbauteile suggerieren oft etwas, das es gar nicht gibt.

„Wir sind für ehrlichen Lifestyle“, sagt VWN-Pressesprecher Markus Arand. „Wir bauen ein Auto für Menschen, die das Produkt auch wirklich nutzen wollen.“ Sprich: in ihrer Freizeit - ob es nun zum Tauchen, zum Segeln, Surfen oder Drachenfliegen gehen soll. Denn der Allradantrieb macht den Wagen auch da mobil, wo herkömmliche Fahrzeuge meist passen müssen. Nicht gerade im schweren Gelände, doch für die Fahrt an den Strand, in die Berge oder den Schotterweg zum nächsten Kiesteich taugt dieser Caddy allemal.

4x4-Variante wird nur für zwei Motorisierungen angeboten

Allerdings gibt es eine kleine Einschränkung: Denn die 4x4-Variante wird nur für zwei der insgesamt neun Motorisierungen (zwei Benziner, fünf Diesel sowie eine Erd- und eine Flüssiggas-Version) angeboten. Für den Rest gilt der schöne Schein. Der aber hebt den Cross Caddy zumindest von allen anderen Varianten ab: Schwarze Radlaufblenden, 17-Zoll-Räder, eine Dachreling und ein silberner Unterfahrschutz für Front und Heck sowie diverse Sonderlackierungen signalisieren: Ich bin anders.

Das Ganze setzt sich konsequent im Inneren des Fahrzeugs fort: zweifarbige Sitzbezüge, Lederlenkrad, ein mit Leder bezogener Schaltknauf sowie chromumrandete Instrumente und Luftauslässe geben dem Nutzfahrzeug - der Cross Caddy ist auch als zweisitziger Kastenwagen erhältlich - eine edle Note. Daran ändert auch das viele Hartplastik nicht viel, das überall die Wurzeln des Fahrzeugs durchschimmern lässt. Tempomat, Berganfahrassistent sowie Nebelscheinwerfer und Tagfahrlicht zählen ebenfalls zum Serienumfang. Für alles andere hält Volkswagen dann aber die Hand auf.

Das große Kofferraumvolumen ist ein weiteres Plus

Das große Kofferraumvolumen, das je nach Bestuhlung 750 bis 3030 Liter (Fünfsitzer) bzw. 190 bis 3030 Liter (Siebensitzer mit ausgebauter dritter Sitzreihe) beträgt, ist ein weiteres Plus, mit dem das Fahrzeug punkten kann. Hier lässt sich einiges an Ausrüstung für Sport, Spiel und Freizeit unterbringen. Zumal sich die seitlichen Schiebtüren in der Praxis immer wieder als nützlich erweisen und typisch für das Fahrzeugsegment sind.

Der Caddy hat inzwischen einen langen Lebenslauf aufzuweisen. 1978 ursprünglich für den amerikanischen Markt gebaut, verteilen sich die Marktanteile mittlerweile zu 40 Prozent auf Deutschland, 20 weitere Prozent auf Europa und die übrigen Prozente auf den Rest der Welt. Dass es sich bei dem aktuellen Wagen erst um die dritte Fahrzeuggeneration und damit um viel längere Lebenszyklen als bei herkömmlichen Personenwagen handelt, hat einen einfachen Grund. Die Entwicklungskosten müssen mit den Verkaufszahlen verrechnet werden, und da ist weniger manchmal einfach mehr.

Dass das Auto als ursprüngliches Nutzfahrzeug noch immer mit einer Starrachse hinten ausgerüstet ist, tut dem Fahrvergnügen inzwischen keinen Abbruch mehr. Im Gegenteil: Willig schnurrt der Wagen um die Kurven. „Es war letzten Endes immer nur eine Frage der Dämpfer-Feder-Abstimmung“, erklärt der Fahrwerksspezialist von Volkswagen den hohen Komfort des relativ einfach gehaltenen Fahrwerks. „Man sollte es vielleicht nicht laut sagen, aber das hätte man schon viel früher haben können.“ Den Cross Caddy gibt es ab 22.360 Euro, was einem Preisaufschlag von 3.500 Euro gegenüber dem Basismodell entspricht. Die Allradversionen stehen mit 29.000 Euro (81 kW/110 PS Diesel) bzw. 33.500 Euro (103 kW/140 PS Diesel) in der Preisliste. Damit dürften sich zumindest diese Varianten für Sparfüchse erledigt haben.

Fakten

Motor: 2 Benziner, 5 Diesel, 2 Erdgas

Benziner: 63/86-77/105 kW/PS

Diesel: 55/75-125/170 kW/PS

Erdgas: 75/102-80/109 kW/PS

Max. Drehmoment: 148-350 Nm

CO2-Emission: 149-189 g/km

Beschleunigung (0-100km/h): 8,9-17,6 s

Höchstgeschwindigkeit: 150-196 km/h

Länge/Breite/Höhe: 4,43/1,79/1,86 m

Verbrauch: 6,6/6,9 l Super, 5,7/6,7 l Diesel

Kofferraum: 190-3030 l

Preis: ab 22.360 Euro

Fazit:

+ ein ehrliches Auto für Menschen ohne große Allüren

- der Allradantrieb ist nur für zwei Motoren erhältlich

Gerd Piper