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Auto & Verkehr SUV mit Kuschelfaktor - der Honda CR-V
Mehr Auto & Verkehr SUV mit Kuschelfaktor - der Honda CR-V
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00:04 29.09.2012
Der Honda CR-V ist gut ausgestattet und macht von außen eine gute Figur.
Der Honda CR-V ist gut ausgestattet und macht von außen eine gute Figur. Quelle: Hersteller
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Hannover

Wer sich einmal länger als zehn Minuten mit dem Designchef eines Autokonzerns unterhält, hat gute Chancen, das Für und Wider der „Selbstähnlichkeit“ erläutert zu bekommen. Mit diesem Begriff beschreiben die Künstler ihren Kniff, die nächste Generation eines erfolgreichen Autos wie einen engen Verwandten des Vorgängers aussehen zu lassen: bei Scheinwerfern, dem Instrumententräger, Kühler, bei der Silhouette. Nur irgendwie jünger. So sollen treue Kunden sich weiter zu Hause fühlen.

Die Ähnlichkeit hat aber eine Tücke: Wenn das neue Modell dem alten zu sehr gleicht, dann weckt das kaum Kaufbegehrlichkeiten - vor allem bei Fremdkunden. Das könnte auch für Honda ein Problem werden. Denn das Neue am „neuen“ CR-V erkennt zumindest der flüchtige Betrachter kaum. Schade. Denn so wird die Deutschland-Premiere der vierten Generation des Soft-Roaders Anfang November vielleicht vom SUV-Freund unbeachtet bleiben. Ausfahrten rund um München belegen, dass er aber etwas verpassen würde.

Ein großer Kritikpunkt war der zähe Allradantrieb des Geländegängers. Die 35 Prozent Motorleistung, die der Honda im Bedarfsfall an die Hinterachse schicken sollte, schienen zwischendurch mal Pause zu machen. Das hydraulische System wurde nun durch eine elektrische Kupplung ersetzt. Mit ihr haben die Japaner dem SUV vor allem den Suff abgewöhnt. Aber Akihiko Mori, verantwortlich für die Fahrdynamik, hat dem CR-V zugleich auch mehr Spritzigkeit beschert. Ohne Allradkraft fährt sich der Honda noch ein wenig leichter. Den CR-V gibt es nämlich erstmals auch nur als Fronttriebler. Und von dem will Honda gleich 30 Prozent der jährlich rund 9000 CR-V hierzulande absetzen. Und das mit einem aggressiven Einstiegspreis. Die Preisliste startet für den flotten Geländegänger bei 22990 Euro.

Die Zeiten, als SUV-Fahrer mehr auf als im Wagen saßen, sind bei Honda schon länger vorbei. Der Besitzer fühlt sich aber nun dank der niedrigeren Sitzposition auch im Fahrbetrieb bei etwas flotterer Kurvenfahrt so geborgen, wie es das volle Sicherheitsprogramm verspricht: ESP, ABS mit Bremsassistent und spezielle Vorhang-Airbags zum Schutz bei Seitenaufprall sind Serie. Dazu kommt eine Kombination aus aktivem Spurhalteassistenten, adaptivem Tempomat mit Radarsystem und Kollisionswarnsystem, das notfalls einen Bremsvorgang einleitet, um einen drohenden Aufprall zu minimieren.

Ein hyperaktiver Dynamiker ist der Honda übrigens auch mit den Verbesserungen im Antrieb nicht. Da sind einige Konkurrenten zackiger. Besonders in den USA mag man ihn aber gerade dafür. Bequem, handlich, gelassen; ein Crossover mit deutlicher Verwandtschaft zum Van-Segment - es fehlen bloß noch die Schiebetüren. Das Motorenangebot des CR-V beschränkt sich auf alte Bekannte: einen 2,0-Liter-Benziner (114 kW/155 PS) oder einen 2,2-Liter-Diesel (110 kW/150 PS). Bessere Abstimmung und Aerodynamik drücken nun den CO2-Ausstoß um bis zu zwölf Prozent. Ein „Eco-Assist“-Modus soll mit Farbwechsel in der Anzeige zum sparsamem Fahren erziehen. Fahrzeuge mit manuellem Sechsganggetriebe haben zudem serienmäßig eine Start-Stopp-Automatik.

Sechs Gänge hätten wohl auch der Automatik gutgetan. Honda hat aber nur die Fünfgang-Variante weiterentwickelt, die im Benziner ihre Mühe hat. Mit aktuellen Automaten wie etwa dem Siebenstufer im Mercedes GLK kann sie aber nicht mehr mithalten. Der CR-V ist ein Gleiter - und so sollte der Fahrer ihn auch bewegen. Zumal man dann den hohen Kuschelfaktor genießen kann. Denn den haben die Japaner im Vergleich zum Vorgänger besonders ausgebaut. Zum einen ist der Innenraum durch höherwertige Materialien freundlicher geworden - und mit Lederpolsterung (Serie im Executive) sogar edel. Stereoanlage, Telefon und Navi lassen sich über die zwei Bildschirme leicht bedienen. Dazu kommt eine sehr gute Lärmdämmung. Immer mit der Ruhe, flüstert der CR-V - und das macht ihn sympathisch.

Peter Weißenberg