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Auto & Verkehr Renn-Polo soll für VW neues Image einfahren
Mehr Auto & Verkehr Renn-Polo soll für VW neues Image einfahren
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00:07 05.01.2013
Der Herausforderer: Mit dem Polo-R WRC will Volkswagen bald nach dem Rallye-Weltmeistertitel greifen. Quelle: Hersteller
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Hannover

Die Königsklasse des Rallyesports wird mit Fahrzeugen gefahren, die auf handelsüblichen Straßenfahrzeugen basieren. Volkswagen hat dazu in den vergangenen 17 Monaten einen Polo mit riesigem Aufwand zu einem Rennauto umgebaut, das sowohl bei Schnee und Eis als auch bei glühender Hitze siegfähig sein soll. Eine ganz besondere Herausforderung bestand darin, den Wagen für jeden Untergrund kompatibel zu machen – die Rallyeläufe werden auf Asphalt, auf Schotter, auf Schnee und Matsch gefahren. Für den Wolfsburger Konzern ist dieses Engagement alles andere als eine Spielerei. Man hofft, bei entsprechenden Erfolgen ein starkes Marketinginstrument in der Hand zu haben, um Volkswagen künftig sportlicher ausrichten zu können.

Es ist angerichtet: Mit Sébastien Ogier und seinem Ko-Piloten Julien Ingrassia (Frankreich) sowie Jari-Matti Latvala und Beifahrer Miikka Anttila (Finnland) starten in Monte Carlo zwei Fahrerteams, die jung und hungrig sind: Beide Paarungen haben bereits jeweils sieben Rallye-WM-Laufsiege auf dem Konto und sind deshalb im Team gleichberechtigt. Außerdem wurde mit Willi Rampf ein Technischer Direktor verpflichtet, der in dieser Funktion 14 Jahre für Sauber in der Formel 1 gearbeitet hat.

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„Wir sind im Team alle schon sehr aufgeregt“, gab Motorsportchef Jost Capito bei der Präsentation des Rallye-Autos in Monte Carlo zu. Auch wenn sich Volkswagen intensiv auf die neue Herausforderung vorbereitet hat und die Einsatzfahrzeuge über die notwendige Geschwindigkeit verfügen, so weiß man erst nach den ersten Rennläufen, wo das Team steht.

„Wir wollen den Rallyesport wieder stärker unters Volk bringen“, erklärte VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg in Monte Carlo und skizzierte damit ein weiteres Ziel der Unternehmung WRC. Der Polo, zurzeit nicht gerade als besonders sportliches Fahrzeug eingestuft, könnte bei den entsprechenden Erfolgen weltweit ein ganz neues Image bekommen ­– und das würde auch der Marke VW weiterhelfen, die bislang zwar als solide und wertbeständig, aber nicht unbedingt als aufregend gilt. Eine Imagekorrektur in diese Richtung „würde uns bestimmt nicht schaden“, räumte Hackenberg im Gespräch ein.

Was er damit meint, zeigt ein Blick auf das Rallye-Fahrzeug: Die Ingenieure haben aus dem direkteinspritzenden 1,6 Liter großen Turbomotor 315 PS herausgekitzelt, die den Renn-Polo in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h katapultieren.

Gerd Piper