Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Auto & Verkehr Renault Clio bringt frischen Wind aus Frankreich
Mehr Auto & Verkehr Renault Clio bringt frischen Wind aus Frankreich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:55 29.09.2012
Außen und innen betont sportlich: Der neue Renault Clio.
Außen und innen betont sportlich: Der neue Renault Clio. Quelle: Hersteller
Anzeige
Florenz

Waren vor mehr als 20 Jahren bei der ersten Auflage des mittlerweile weltweit über zwölf Millionen Mal verkauften Bestsellers nur wenige Konkurrenten in Sicht, muss sich der Neue heute gegen rund 40 Wettbewerber behaupten.

Das ausschließlich als Fünftürer angebotene Fahrzeug tritt optisch selbstbewusst auf: breite Spur, ausgestellte Radkästen, betonte Scheinwerfer, markantes Heck, große Stoßfänger und das auf Hochglanz polierte Rhombus-Logo. Nur die hinteren Türen werden gut getarnt. Hier sind die Griffe der Einstiegsöffnungen kaum sichtbar in die C-Säulen integriert. So erweckt der Franzose den Eindruck eines sportiven Dreitürers, bietet aber gleichzeitig die Ein- und Ausstiegsvorteile der Fondtüren.

Was Bequemlichkeit und Ausstattung angeht, umwirbt der Clio diejenigen, die auch im Kleinwagen auf Komfort nicht verzichten wollen. Wobei er mit einer Länge von 4,06 Metern zu den Großen im Segment zählt. Gegenüber der dritten Generation wurde er um drei Zentimeter gestreckt. Benoît Bochard, Direktor für die untere Mittelklasse bei Renault, erklärt dies mit der Tatsache, dass der Clio in vielen Ländern - anders als in Deutschland - als Erstfahrzeug gekauft wird und deshalb das Platzangebot sowie das Kofferraumvolumen eine wichtige Rolle spielen. Beides fällt beim Clio vergleichsweise üppig aus.

Und an Komfort mangelt es dem Testfahrzeug nicht. Der in der höchsten Komfortlinie „Luxe“ ausgestattete Clio verfügt über ein Multimediasystem mit integrierter Navigation (Serie ab Dynamique), Klimaautomatik, Nebelschein-werfer, Licht- und Regensensor, Applikationen in schwarzem Klavier-lack sowie über eine Mittelarmlehne. Selbstverständlich kann man auch diese Ausstattungsvariante noch individuell aufrüsten. Renault bietet ab Werk verschiedene Aufkleber und sogenannte Look-Pakete. Diese beinhalten farbige Zierstäbe für die Kühlermaske oder die Seitenschutzleisten. Im Inneren lassen sich die Oberseite des Instrumententrägers beispielsweise in Blau, Gelb oder Rot ausführen, entsprechend können die Farben der Sitzpolsterungen dazu gewählt werden. Leider offerieren die Franzosen aber keine Assistenzsysteme für ihren Kleinen.

Wer will, kann Anfang 2013 sein Fahrzeug mit dem Online-Multimediasystem „R-Link“ aufrüsten. Über einen ins Armaturenbrett integrierten Touchscreen-Bildschirm, der mit einem Renault-Server verbunden ist, lassen sich Apps herunterladen, darunter Tankstellenfinder oder eine Sound-App, die verschiedene Motorenklänge im Innenraum simuliert.

Letztere hilft den Fans von mehr Leistung, schon einmal akustisch die Zeit zu überbrücken. Im Frühjahr 2013 wird die Benzinerpalette um einen 1,2-Liter-Turbo mit 88 kW/120 PS ergänzt. Dieser ist mit einem Doppelkupplungsgetriebe kombiniert. Eine 200 PS starke Variante kommt im Sommer 2013.

Für die nicht ganz so Leistungshungrigen hat Renault einen neuen Dreizylinder mit 66 kW/90 PS im Angebot. Der 0,9-Liter-Turbo soll rund die Hälfte der Clio-Käufer überzeugen. Er ist mit einem Durchschnittsverbrauch von 4,5 Litern um einen Liter sparsamer als der bekannte Einstiegsbenziner mit 54 kW/74 PS. Der ebenfalls vertraute 1,5-Liter-Diesel mit 55 kW/75 PS oder 66 kW/90 PS spielt in Deutschland keine große Rolle.

Der neue Dreizylinder gibt sich spritzig und leise. Er verfügt immerhin über ein maximales Drehmoment von 135 Nm, das bereits bei 2500 Umdrehungen anliegt. Klar, dass man die Schaltarbeit nicht vernachlässigen kann, aber man ist dennoch entspannt unterwegs. Leider fehlt ein sechster Gang. Beim Beschleunigen braucht man indes kein Leistungsloch zu befürchten, und Überholvorgänge müssen nicht auf Autobahnstrecken beschränkt bleiben. Probleme macht die eingeschränkte Sicht nach vorne links oder rechts aufgrund der lang gezogenen A-Säule. Es empfiehlt sich, lieber zweimal hinzuschauen, will man unangenehme Überraschungen beispielsweise beim Abbiegen vermeiden.

Der von Renault angegebene Durchschnittsverbrauch ließ sich bei ausführlichen Fahrten im Hinterland von Florenz nicht ganz realisieren. Der Bordcomputer zeigte für das mit einer Start-Stopp-Automatik kombinierte Aggregat einen Wert von 6,3 Litern an, was aber unter Alltagsbedingungen immer noch ein passabler Wert ist.

Der Renault Clio bringt frischen Wind ins Kleinwagensegment. Für weitere Belebung dürfte der Kombi sorgen, der im Frühjahr 2013 bei den Händlern steht. Im Sommer erweitert dann ein frontangetriebenes SUV die Karosserievarianten.

Elfriede Munsch