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Auto & Verkehr Mittelklasse-Kombis im Vergleich
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00:20 15.09.2012
Bei Deutschen äußerst beliebt: Der Kombi. Quelle: Hersteller
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Hannover

Deutschland ist Kombi-Land. Nirgendwo auf der Welt werden mehr Fahrzeuge dieser Bauart zugelassen. Müssen Kombis heute vor allem schick sein, galt zu Beginn der „Kombinationskraftwagen“ das schiere Ladevolumen als Maß der Dinge, vor allem für Handwerker. Das hat sich heute zwar geändert, insbesondere bei den deutschen Premiumherstellern. Doch es gibt sie noch, die Kombis, die was wegstecken können. Vor allem in der Mittelklasse, die traditionell das Kombi-Revier schlechthin ist.

Als König der großen Mittelklasse-Kombis darf man den Skoda Superb Combi mit seiner Länge von knapp 4,84 Metern bezeichnen. Zwischen 633 und 1865 Liter fasst der Gepäckraum des geräumigen Tschechen zu Preisen ab 24630 Euro. Dann ist ein 1,4-Liter-Vierzylinder mit 92 kW/125 PS an Bord. Der Basisdiesel mit 1,6 Litern Hubraum und 77 kW/104 PS kostet mindestens 25830 Euro. Der Kofferraum lässt sich problemlos beladen, denn die Ladekante ist niedrig, und die Heckklappe gibt zudem eine große Öffnung frei. Geradezu überragend ist zudem das Platzangebot auf den Rücksitzen.

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Einen ebenfalls großen Kofferraum bei umgeklappter Rückenlehne bietet der Ford Mondeo Turnier. Zwischen 549 und 1745 Liter fasst das Ladeabteil des ab 24950 Euro erhältlichen Kölners. Und auch den Passagieren bietet er überdurchschnittlich viel Raum. Trotzdem fährt sich der Mondeo so agil, wie man es von Ford gewohnt ist. Die Motorenpalette startet mit einem 88 kW/120 PS starken Benziner. Einstiegsdiesel ist ein 85 kW/115 PS starker Vierzylinder; die Preisliste beginnt bei 27700 Euro. Als einer der wenigen Vertreter seiner Klasse kann das Ford-Flaggschiff auch mit Autogasantrieb ab Werk geordert werden.

Besonders beliebt bei den Deutschen ist der VW Passat Variant. Sein Kofferraum schluckt zwischen 603 und 1731 Liter bei umgeklappter Rücksitzlehne. Vergangenes Jahr erfuhr der Passat eine Überarbeitung, die ihn optisch geradliniger macht. Überarbeitet wurde dabei der Innenraum, wo neue Materialien zum Einsatz kamen. Protzen kann der Wolfsburger auch mit zahlreichen technischen Helferlein, die bislang eher in oberen Klassen anzutreffen waren. Die Basisversion mit dem 90-kW/122-PS-Benziner gibt es ab 25800 Euro. Der preiswerteste Diesel leistet 77 kW/105 PS und kostet 27800 Euro.

Obwohl der Mittelklasse-Kombi als solcher vor allem ein deutsches Phänomen ist, gibt es auch bei den Importeuren geräumige Schluckspechte. So etwa den Hyundai i40cw. Mit einem Ladevolumen zwischen 553 und 1719 Liter und einem günstigen Einstiegspreis von 23390 Euro ist der Koreaner mehr als nur eine billige Alternative. Zum Angebot stehen vier Motorisierungen: zwei Benziner mit 99 kW/135 PS beziehungsweise 130 kW/177 PS sowie zwei Turbodiesel mit 84 kW/115 PS beziehungsweise 100 kW/136 PS. Ein stärkerer Turbodiesel soll nachgereicht werden. Als Bonbon übernimmt Hyundai für fünf Jahre alle Wartungskosten - für Privat- und Gewerbekunden. Dem Klassenstandard entspricht auch das Raumangebot mit viel Luft auf allen Sitzplätzen.

Ebenfalls dynamisch gezeichnet und mit einem großen Laderaum gesegnet ist der Honda Accord Tourer, der zwischen 406 und 1702 Liter Zuladung schluckt. Die Preise für das Mittelklassemodell mit dem 115 kW/156 PS starken Benzinmotor beginnen bei 27990 Euro, der Diesel mit 110 kW/150 PS kostet 30490 Euro. Der dynamische Stil des 4,75 Meter langen Kombis macht aber auch Probleme. So ist die Heckklappe wegen des abfallenden Dachs kleiner, als sie für eine bequeme Beladung sein müsste.

Auch der Toyota Avensis Combi zählt zu den größeren Vertretern seiner Klasse. Zwischen 543 und 1609 Liter kann der erst vergangenes Jahr überarbeitete Japaner laden. Schokoladenseite des Avensis-Kombis ist die Seitenansicht mit der sauber geführten, nach hinten leicht abfallenden Dachlinie und den leicht ausgestellten Kotflügeln. Insgesamt fünf Mo-toren stehen zur Wahl, darunter zwei Benziner mit 1,6 Litern und 1,8 Litern und drei Selbstzünder mit 2,0 Litern und 2,2 Litern Hubraum. Mindestens 23700 Euro verlangt Toyota für die 1,6-Liter-97-kW/132-PS-Basisvariante, der Einstieg beim Diesel mit 91 kW/124 PS beginnt bei 25950 Euro.

Wer an Kombis denkt, dem fällt fast unweigerlich auch der Name Volvo ein. In der Mittelklasse steht der V70 zur Wahl, der ein Ladevolumen zwischen 575 und 1600 Liter bietet. Zum üppigen Platzangebot gesellen sich starke Motoren. Bei den Benzinern liegt die Basis bei 132 kW/180 PS (35480 Euro), bei den Dieseln bei 84 kW/115 PS (33550 Euro). Serienmäßig ist das automatische Notbremssystem „City Safety“ an Bord, das Auffahrunfälle bis zu einer Differenzgeschwindigkeit von 15 km/h gänzlich vermeidet. Auf Wunsch ist die Notbremsfunktion auch mit einer Fußgängererkennung kombinierbar, die bei guter Sicht Kollisionen bis Tempo 35 verhindern kann.

Schick und nützlich will der Peugeot 508 SW sein, mit dem die Franzosen auch gleichzeitig den Neuanfang in der Mittelklasse wagen. Doch der Kombi fasst nicht nur zwischen 560 und 1598 Liter Gepäck, sondern kombiniert auch einen Selbstzünder mit einem Start-Stopp-System, das den Motor innerhalb von 400 Millisekunden wieder anlässt. Die Preise des praktischen Franzosen beginnen beim 1,6-Liter-Benziner mit 88 kW/120 PS bei 25000 Euro, die Diesel mit 1,6 Litern und 84 kW/114 PS bei 26000 Euro.

Ein weiterer Franzose im Feld der großen Kombis ist der Renault Laguna Grandtour, der auf ein Ladevolumen zwischen 524 und 1595 Liter kommt und sechs Motorvarianten bietet. Als Basisbenziner dient ein 2,0-Liter-Vierzylinder mit 103 kW/140 PS (ab 24400 Euro), die Dieselmotoren starten mit 81 kW/110 PS für 25000 Euro.

Und die deutschen Hersteller? Da gibt es zwar in der Mittelklasse den Audi A4 (490 bis 1430 Liter), BMW 3er Touring (495 bis 1500), die Mercedes C-Klasse T-Modell (485 bis 1500) und den Opel Insignia Sports Tourer (540 bis 1530), die alle schick gezeichnet sind - aber letztlich auch etwas zu klein, um damit wirklich viel „kombinieren“ zu können.

Fabian Hoberg