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Auto & Verkehr Mit kräftigem Biss gegen Porsche
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10:26 22.05.2009
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In der Liga der zweisitzigen Sportwagen hat sich der Nissan Z in den vergangenen 40 Jahren den Ruf als preiswerte und leistungsstarke Nippon-Alternative zu Porsche & Co. erarbeitet. Auch die Neuauflage, die im Juli als 370Z auf den Markt kommt, bietet viel PS und gute Fahrleistungen für vergleichsweise wenig Geld. Die zunächst angebotene Coupéversion wird von einem 3,7 Liter großen Saugmotor mit 243 kW/331 PS angetrieben gibt es ab 38 690 Euro.

Der Nachfolger des 350Z wirkt äußerlich deutlich athletischer als das Vorgängermodell. In der Länge und in der Höhe ist der Sportwagen um je knapp eine Handbreit geschrumpft, dafür hat er in der Breite deutlich zugelegt. An der Front fletscht ein weit nach unten gezogener Lufteinlass die Zähne, zwei pfeilförmige Scheinwerfergehäuse bilden die Flanken. Die Motorhaube wirkt nun länger und schlanker als bisher, das Dach fällt direkt hinter der Windschutzscheibe zu dem mit einem kleinen Spoiler versehenen Heck hin ab.

Im Innenraum weicht der etwas verspielte Stil des Vorgängers einer nüchterneren Gestaltung. Besondere Akzente bleiben aber etwa durch drei kleine Rundinstrumente erhalten oder das nach Porsche-Art links vom Lenkrad angebrachte Zündschloss. Letzteres nimmt allerdings lediglich den Schlüssel auf, gestartet wird mit einem Knopf. Kleines Minus: Die Lenksäule ist nur in der Höhe verstellbar, die richtige Sitzposition ist so nicht immer leicht zu finden.

Der neue 3,7-Liter-Motor ist eine Weiterentwicklung des 3,5-Liter-Triebwerks aus dem 350Z. Durch die 0,2 Liter Extra-Hubraum steigt die Leistung leicht auf 243 kW/331 PS, das Drehmoment wächst auf 366 Nm. Bereits kurz über Leerlaufdrehzahl schiebt das Sechszylindertriebwerk den Hecktriebler vehement nach vorne. Den Spurt von 0 auf 100 km/h legt das Auto in 5,3 Sekunden zurück, bei Tempo 250 wird dann abgeregelt. Der Verbrauch: 10,5 Liter. Untermalt wird dies vom sportlichen Röhren der sechs Zylinder; gegenüber dem soundstarken Vorgänger ist die Lautstärke aber etwas reduziert – je nach Sportwagengeschmack ein Vor- oder Nachteil. Klarer Vorteil des neuen Antriebs ist die knackige Sechsgangschaltung, die optional mit einem SRC genannten System zur Drehzahlsynchronisierung aufgerüstet werden kann. Beim Herunterschalten gibt die Technik automatisch einen Gasstoß, so dass die Motordrehzahl beim erneuten Schließen der Kupplung sofort auf dem richtigen Niveau ist.

Die Motorbremse kann dem Fahrer so keinen Strich durch die gleichmäßige und flüssige Kurvenjagd machen. Das Fahren wird so auch für weniger Geübte ein Kinderspiel. Wer lieber selbst schalten will, kann das System per Knopfdruck auch deaktivieren. Alternativ zur Handschaltung gibt es erstmals in Europa eine Automatik für den kompakten Nissan-Sportler; das Siebengang-Getriebe verfügt ebenfalls über eine Zwischengasfunktion und arbeitet schnell und aufmerksam.
Für Fahrspaß beim 370Z sorgt auch das relativ geringe Gewicht und dessen gleichmäßige Verteilung zwischen den Achsen. Der über die Hinterachse angetriebene Sportler wirft sich mit Freude um Ecken und Kurven, die präzise und verbindliche Lenkung gibt dem Fahrer volle Kontrolle, die Bremsen wirken standfest und flößen Vertrauen ein. Trotz der straffen Fahrwerksabstimmung bietet der 370Z auch einen ordentlichen Restkomfort für den Alltagseinsatz. Lange Reisen sind wegen des kleinen Kofferraumvolumens von 235 Litern nicht angeraten. Auch hinter den Sitzen finden nur noch sehr kleine Gepäckstücke Platz. Beim Preis sind die Z-Modelle von der europäischen Sportwagen-Konkurrenz seit jeher kaum zu schlagen. Nach Einschätzung des Herstellers werden sich rund 94 Prozent der Kunden für die voll ausgestattete Version „Pack“ des Nissan 370Z entscheiden. Und die ist ab 41.190 Eurozu haben.

Von Holger Holzer