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Auto & Verkehr Mit dem VW Golf 4Motion sicher durch Schnee und Matsch
Mehr Auto & Verkehr Mit dem VW Golf 4Motion sicher durch Schnee und Matsch
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00:02 09.02.2013
Mit seinem Allradantrieb ist der Golf 4Motion Gewinner bei schlechtem Wetter.
Mit seinem Allradantrieb ist der Golf 4Motion Gewinner bei schlechtem Wetter. Quelle: Hersteller
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Hannover

Sicher sollte das Auto sein, vor allem, wenn das Wetter in der dunklen Jahreszeit mit Schnee, Matsch und Eis mal wieder Kapriolen schlägt. Und ein wenig sportlich darf es sein. Aber nicht zu auffällig. Bitte keines von den mächtigen SUVs mit diesem „Hallo, hier komm ich“-Faktor. Nun, dafür gibt es eine Lösung: Die heißt VW Golf 4Motion und existiert bereits seit 1986. Aber nie war sie so gut wie in der neuen Version im Golf VII. Möglich macht es eine Haldex-Kupplung jüngster Bauart - also eine Lamellenkupplung, mit deren Hilfe sich die Antriebskraft je nach Bedarf zwischen den vier Rädern variieren lässt.

Die meisten Autofahrer kennen die Situation: Regenfahnen hüllen den Vordermann in konturenloses Grau, die Welt rauscht an einem vorbei. Der Wagen schlingert immer wieder und wird instabil. Höchste Zeit, vom Gas zu gehen. Fahrzeuge mit Allradantrieb spielen nun ihre Stärken aus. Sie folgen stoisch ihren Bahnen. Bloß: Die meisten Autos dieser Kategorie sind groß, meistens trotz aller Designertricks ein wenig plump und nicht gerade Sportskanonen.

Und dann zieht ein ganz normaler Golf vorbei - so schnell und sicher, als laufe er auf einer unsichtbaren Schiene. Das kleine „4Motion“-Schild auf der Heckklappe klärt schnell auf, dass dieser Golf so ganz normal nicht ist. Sein permanenter Allradantrieb macht ihn zum Gewinner bei schlechtem Wetter. Die Vorstellung ist so faszinierend, dass sich ein Blick auf die Technik, die dahintersteckt, lohnt.

Zunächst einmal: Ist es trocken, fährt der Golf 4Motion wie jeder andere Golf - mit reinem Frontantrieb. Doch die Allradfunktion arbeitet permanent im Hintergrund. Ändert sich etwas am Fahrbahnbelag, kommt es zu Schlupf und damit zu Traktionsverlust, ist das System sofort zur Stelle und verteilt die Antriebskraft zwischen Vorder- und Hinterachse, zwischen linken und rechten Rädern. Und das blitzschnell. Tritt der Fahrer in einer solchen Situation auch noch aufs Gas, kann auch das den Allradantrieb nicht aus der Ruhe bringen. Er reagiert schneller, als der Motor Drehmoment aufbauen kann.

Den nahezu perfekten Grip verdankt der Allrad-Golf natürlich einer ganzen Summe von Systemen, die ineinander- greifen. Neben der Haldex-5-Kupplung, die auch als Längssperre arbeitet, ist es vor allem die Software des elektronischen Stabilitätsprogramms, die für Ruhe sorgt: In das ESP integrierte elektronische Differenzialsperren übernehmen die Funktion von Quersperren, indem sie die Antriebskräfte so zwischen den gegenüberliegenden Rädern verteilen, dass diese nicht durchdrehen. Während das sogenannte EDS beim normalem Golf nur an der Vorderachse zum Einsatz kommt, ist im 4Motion auch die Hinterachse mit dieser Funktion ausgestattet.

Ein weiterer Baustein ist das XDS - eine technische Erweiterung der elektronischen Differenzialsperren. Dieser Zusatz bremst bei schnellen Kurvenfahrten das kurveninnere Rad an und optimiert damit das Lenkverhalten. Im Gegensatz zum Vorgänger bietet Volkswagen den Golf 4Motion jetzt mit zwei Dieselmotoren an: einem 1,6-Liter-TDI, der 77 kW/105 PS leistet, und einem 2,0-Liter-TDI mit 110 kW/150 PS. Damit ist die größere Maschine um zehn PS stärker geworden - und, wie sich das gehört, um 15 Prozent sparsamer. Normverbräuche von 4,5 und 4,7 Litern stehen einem allradgetriebenen Fahrzeug gut zu Gesicht. Zumal dieser Golf auch noch 1700 Kilogramm (bei zwölf Prozent Steigung) auf den Haken nehmen kann.

Der 4Motion wird im Gegensatz zu seinem normalen Bruder nur als Viertürer mit einem Sechs-Gang-Handschaltgetriebe angeboten. Ausstattungsseitig bietet das Fahrzeug das gesamte Programm, inklusive der inzwischen zwölf zur Verfügung stehenden Fahrerassistenzsysteme. Von daher ist es geradezu rätselhaft, dass diese Antriebsversion, die für einen Aufpreis von 1800 Euro zu haben ist, weniger als zehn Prozent im Modellprogramm des Golf ausmacht. Denn die Performance des Fahrzeugs ist, wie gesagt, brillant. Natürlich hat auch dieser Allradantrieb seine Grenzen. So ist er nicht für schweres Gelände vorgesehen. Und sollten einmal alle vier Räder im Wasser drehen, dürfte es mit dem schönen Grip auch vorbei sein. Doch dann ist vermutlich eh der Zeitpunkt gekommen, um in ein Boot umzusteigen.

Gerd Piper