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Auto & Verkehr Kizashi - der erste Mittelklassewagen von Suzuki
Mehr Auto & Verkehr Kizashi - der erste Mittelklassewagen von Suzuki
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15:13 23.11.2010
Der neue Kizashi in der aufpreisfreien Standardlackierung, einem leuchtenden Rot.
Schreibt Firmengeschichte: Der neue Kizashi in der einzig aufpreisfreien Standardlackierung, einem leuchtenden Rot. Quelle: Suzuki
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Die Studien vom Kizashi waren durchweg atemberaubend. Auf mehreren Messen, darunter vor drei Jahren auf der IAA in Frankfurt, hat sie Suzuki gezeigt. Leider haben die japanischen Kleinwagen- und Offroad-Spezialisten dann aber nicht genug Mut gehabt – eine eher brave Variante des Modells kam in die Großserie. Ursprünglich sollte der Kizashi nur in den USA und einigen Märkten ausgeliefert werden. Auch dieser Plan ist inzwischen Makulatur: Jetzt kommt der erste Mittelklassewagen in der 100-jährigen Firmengeschichte nach Deutschland. Er ist üppig ausgestattet und das zum günstigen Preis von 26 900 Euro. Ende des Jahres folgt eine Allradversion mit stufenloser CVT-Automatik. In Nordamerika ist er bereits erfolgreich gestartet.

Karosserie/Innenraum

In der 4,65 Meter langen Stufenhecklimousine geht es vorn recht großzügig zu; auf den gut konturierten Sitzen fühlt man sich wohl. Auf den Rücksitzen wird es für Erwachsene etwas eng. Ins Gepäckabteil passen 461 Liter. Die Materialien im Innenraum zeigen, dass Kosten gespart werden mussten. Die Ausstattung ist vorbildlich; nur Metallic kostet 490 Euro Aufpreis, alternativ ist das Auto rot lackiert.

Motorisierung

Suzuki setzt vorerst nur auf einen Motor, einen 2,4-Liter-Benziner mit 131 kW/178 PS (kein Diesel!). Der große Vierzylinder zieht gut durch, hält sich akustisch zurück, verbraucht allerdings etwas mehr als die kleinen Turbomotoren der Konkurrenz. Das Sechsganggetriebe schaltet sich leicht und exakt. Der Kizashi läuft in der Spitze bis zu 215 km/h. Bei höheren Autobahngeschwindigkeiten wird er nicht nur akustisch aufdringlicher, sondern konsumiert auch deutlich mehr Kraftstoff. Der vom Hersteller angegebene Normverbrauch von 7,9 Litern Super auf 100 Kilometern (183 g/km CO2) lässt sich nur bei sehr zurückhaltender Fahrweise erreichen.

Lenkung/Fahrwerk

Obwohl der Kizashi speziell für europäische Straßen abgestimmt wurde, dazu gehörten auch Testfahrten auf dem Nürburgring, erreichen Fahrwerk und Lenkung nicht ganz das Niveau einheimischer Konkurrenten. Die Lenkung könnte in der Mittellage gefühlvoller arbeiten, das Fahrwerk geschmeidiger abrollen.

Der fernöstliche Angriff auf die Mittelklasse fällt bescheiden aus: 2010 plant Suzuki noch 700 Einheiten, im kommenden Jahr sollen rund 1000 Kizashi verkauft werden. Die Mittelklasse mit vergleichsweise teuren Modellen wie Audi A4, BMW 3er, Ford Mondeo oder Opel Insignia befindet sich fest in deutscher Hand.

Fazit:

+ umfangreiche Ausstattung, attraktiver Preis
- unharmonische Federung, wenig Platz im Fond, kein Dieselmotor

Ingo Reuss