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Auto & Verkehr Große Klappe für kleine Budgets
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00:55 09.04.2011
Modernes Outfit, viel Platz: Der Peugeot 207 SW. Eine Klimaanlage gibt‘s nur gegen Aufpreis. Foto: Werk
Modernes Outfit, viel Platz: Der Peugeot 207 SW. Eine Klimaanlage gibt‘s nur gegen Aufpreis. Foto: Werk Quelle: P.SAUTELET
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Ordentlich Platz ist gefragt im Auto, als Neuanschaffung kommt also nur ein Kombi infrage. Aber das Budget ist schmal und liegt exakt bei 15 000 Euro? Dann haben Autokäufer in Deutschland nicht gerade die Qual der Wahl. Denn preisgünstige Kombis sind inzwischen eine seltene Spezies geworden. Immerhin: Es gibt einige Preisbrecher.

Ganz vorn in der Rangliste liegt der Dacia Logan MCV. Der Karpaten-Kombi aus Rumänien ist ab unglaublichen 7990 Euro zu haben, packt aber zwischen 700 und 2350 Liter in den Kofferraum und ist gegen Aufpreis sogar als Siebensitzer erhältlich. Der Preis erklärt sich aus der Philosophie, mit der die Dacia-Mutter Renault den Logan MCV vor- rollen lässt. Die Technik ist alt, aber bewährt und stammt aus dem Renault Clio II. Auch die Motoren sind altbewährte Recken, im Logan Kombi sind zwei 1,6-Liter-Benziner (63 kW/85 PS und 77 kW/105 PS) und ein 1,5-Liter-Diesel (66 kW/90 PS) im Angebot. In der Basisausstattung „Logan“ kommt der Rumäne ziemlich nackt zum Kunden, aber bei einem Budget von 15 000 Euro ist selbst die Topausstattung „Lauréate“ samt Diesel für 13 190 Euro drin. Wer noch Klimaanlage, MP3-CD-Radio und Seitenairbags vorn draufpackt, ist gut 14 000 Euro los. Und jetzt kommt das große Aber: ESP gibt es nicht für den Logan MCV. Gerade wer seine Familie häufig in einem Kombi transportiert, sollte auf den Schleuderschutz nicht verzichten.

Die russische Renault-Tochter Lada hat gleich zwei Kombis zu einem Preis von unter 10 000 Euro in petto. Nummer eins: der Kalina 1117. Technisch ist er verwandt mit den Kalina-Brüdern als Stufen- und Fließheck, nur dass er mit 350 bis 690 Litern Kofferraumvolumen mindestens 90 Liter mehr Platz für das Gepäck hat. Mit 4,04 Metern Länge ist der Kalina relativ klein, weshalb ihn Lada als Kombi-Limousine bezeichnet. Die Auswahl beim Antrieb ist übersichtlich: Einziger Motor ist ein 1,6-Liter-Benziner, der 66 kW/90 PS leistet und sich mit 7,1 Litern Kraftstoff zufriedengeben soll. Achtung: Das Aggregat erfüllt nur die Euro-4-Norm, ESP gibt es nicht. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Lada mit 165 km/h an. Zur Serienausstattung gehören Frontairbags, Servolenkung, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, Colorverglasung, Bordcomputer oder eine Metallic-Lackierung.

Lada Nummer zwei ist eine Nummer größer: Für 9990 Euro Einstiegspreis stellen die Russen mit dem Priora Kombi ein Familienauto vor. In den 4,34 Meter langen Lademeister passen bis zu 1370 Liter Gepäck. Angetrieben wird der Priora Kombi von einem 1,6-Liter-Ottomotor (Euro 4) mit 72 kW/98 PS. Die Serienausstattung ist eher spartanisch, aber dem Preis angemessen: elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, Leichtmetallfelgen, Metallic-Lackierung und eine Dachreling. Klima kostet Aufpreis. Und ESP gibt es bei beiden Russen weder für Geld noch gute Worte.

Wesentlich moderner ist der Peugeot 207 SW, der als Basis „Filou“ für 13 600 Euro in der Preisliste steht. Dann fehlt allerdings noch eine Klimaanlage (1130 Euro). Unter der Haube sitzt ein 1,4-Liter-Benziner mit 54 kW/73 PS. Modellflugzeuge und -boote schluckt der 337 Liter große Kofferraum problemlos. Wer mehr Platz braucht, legt die Rücksitzbank flach. Anschließend passen 1258 Liter Ladegut in den SW.

Gegen die rollenden Anachronismen von Lada wirkt auch der Seat Ibiza ST (steht für Sport Transport) wie aus einer anderen Auto-Galaxie. Der spanische Bruder des VW Polo kostet mindestens 12 990 Euro, dafür gibt es den Basis ST mit dem 1,2-Liter-Dreizylinder und bescheidenen 44 kW/60 PS. Mit 4,23 Meter Länge übertrifft der Ibiza ST die Limousine um immerhin 18 Zentimeter. So passen mindestens 430 Liter in den Kofferraum, durch Klappen der geteilten Rücksitze lässt sich das Ladevolumen auf maximal 1164 Liter erweitern. Richtig üppig ist das nicht, Seat versteht den Ibiza Kombi eher als Lifestyle-Laster. Vier Airbags und ESP sind Serie. Erst ab der Ausstattungslinie Style mit 70 PS ist die Rücksitzbank im Verhältnis 60:40 geteilt, dann sprengt der ST mit 15 550 Euro das vorgegebene Budget. Die maximale Zuladung beträgt üppige 515 Kilogramm.

Der Letzte im Bunde der günstigen Lademeister ist der Skoda Fabia Combi, technisch wie der Ibiza ein Bruder des VW Polo, aber in Tschechien montiert. 11 180 Euro kostet er in der nackten Basisausstattung als 44-kW-/60-PS-Benziner. Und hat ordentlich Platz: 480 Liter Kofferraumvolumen, 1460 Liter sind es bei umgeklappten Lehnen. Anders als der Peugeot 207 SW oder der Ibiza ST versteht Skoda seinen Kombi nicht als trendigen Lastesel, sondern als sinnvolle Transportlösung für kleines Geld. Klimaanlage oder abschaltbarer Beifahrerairbag sind erst ab der Ausstattung „Ambiente“ Serie, dann muss der Kunde mindestens 14 430 Euro anlegen, bekommt aber immerhin 51 kW/70 PS aus einem 1,2-Liter-Benziner.

Von Stephan Bähnisch

09.04.2011
26.03.2011