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Auto & Verkehr Frühjahrspflege erhält den Wagenwert
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06:14 14.03.2013
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München/Stuttgart

"Das Komplettprogramm in einer gepflegten, modernen Waschanlage mit Unterbodenwäsche sorgt für Sauberkeit auch an schwer zugänglichen Stellen, damit dort nicht Feuchtigkeit versetzt mit Streusalz dem Rost übers Jahr hinweg unnötig Vorschub leistet", sagt Hans-Jürgen Götz von der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) in Stuttgart.

Doch bevor die Waschanlage ihre Arbeit aufnimmt, ist menschliche Mitarbeit nötig. "Vor der Waschanlage sollte man die hartnäckigen Schmutzpartikel mit einem Hochdruckreiniger entfernen, sie wirken ansonsten wie Schmirgelpapier", warnt Bettina Hierath vom ADAC in München. Der Hochdruckstrahl eignet sich auch zum Reinigen der Reifen und der Radkästen, sollte aber mit Bedacht eingesetzt werden. "Nicht die Lanze zu nahe an die Reifenflanke halten", rät ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl, der Gummi könnte verletzt werden.

Motorreinigung ist nicht unproblematisch

Nach dem maschinellen Waschgang ist wieder menschliche Arbeit der nächste Schritt des Fitnessprogramms fürs Fahrzeug. "Nicht immer halten die Anlagen, was sie versprechen. Prüfen Sie nach dem Waschdurchgang, ob die Düsen den Fahrzeugboden tatsächlich wirkungsvoll gereinigt haben", empfiehlt GTÜ-Sprecher Götz. Entspricht die Reinigung nicht den Erwartungen, sollte man reklamieren.

Ein besonderes Kapitel sind die Felgen, insbesondere wenn es sich um teure Leichtmetall-Exemplare handelt. Sie sollte man vor dem Waschgang mit einem speziellen, säurefreien Reiniger einsprühen. So könne verhindert werden, dass eingebrannter Bremsstaub auf Dauer nahezu unauslöschliche Spuren auf den Felgen hinterlasse, sagt Götz. Liefere die anschließende Wäsche dann nicht zufriedenstellende Ergebnisse, sei wiederum Handarbeit nötig.

Nicht unproblematisch ist das Kapitel Motorreinigung. "Elektrik und Elektronik sind empfindlich", gibt ADAC-Mitarbeiterin Hierath zu bedenken. Und ihr GTÜ-Kollege Götz sekundiert: "In der Hand von Laien können Dampfstrahler mehr Schaden als Nutzen anrichten. Wenn Sie sich ihrer Sache nicht sicher sind, lassen Sie besser den Profi ran."

Teure Elektronik sei in Gefahr, "wenn Sie aus zu kurzer Distanz direkt auf die Teile sprühen. Der Funktionsausfall von Steuergeräten oder die ebenfalls mögliche Beschädigung von Schläuchen und Leitungen bedeuten unmittelbare Betriebsgefahr", dämpft Götze Übereifer bei der Reinigungsaktion.

Herrscht auch unter der Motorhaube wieder Sauberkeit, gilt es, diesen Zustand möglichst lange aufrechtzuerhalten. "Eine anschließende, dauerhafte Konservierung des Motorraums mit Schutzwachs wird von vielen Automobilherstellern empfohlen", sagt Götz.

Aufräumen spart Sprit

Als nächster Schritt folgt die Innenreinigung. Zunächst solle man bei offenen Türen und Klappen ausgiebig lüften, sagt die ADAC-Expertin. "Alle losen Bodenbeläge herausnehmen, trocknen und dann absaugen. Wenn der Boden feucht ist, kann vorübergehend Zeitungspapier ausgelegt werden. Bleibt es auf Dauer feucht, muss die Ursache gefunden werden."

"Die Innenraumreinigung ist keinesfalls nur eine Frage des persönlichen Sauberkeitsbedürfnisses, sondern in einigen Belangen ein echtes Sicherheitserfordernis", betont Götz. Beispiel Scheibenreinigung: Der Dunst, der sich über die Zeit von innen an der Scheibe als homogene, gräuliche Schicht ablagert, werde häufig übersehen, trübe aber den Durchblick und erhöhe die Blendgefahr. Auch die Reinigung von Polstern und Teppichen diene nicht zuletzt einem gesunden Innenraumklima.

Doch bei der Innenreinigung ist ebenfalls Umsicht gefragt. "Putzen Sie nie mit aggressiven Haushaltsreinigern", warnt Götz. Sogenannte "Hausmittel" eigneten sich meist nicht, da sie in der Regel nicht hinsichtlich ihrer Materialverträglichkeit bei Autos geprüft seien. Vorsicht sei zudem beim Einsatz von Cockpitsprays angesagt. Gelangten solche farbauffrischenden Mittel etwa auf die Pedalgummis oder Fußmatten, entstehe Rutschgefahr.

Schließlich sollte man sich den Kofferraum vornehmen und ihn von unnützem Ballast befreien. Schneeketten, Sandsäcke, Spaten und ähnliches erhöhen das Fahrzeuggewicht und treiben den Verbrauch nach oben. "Jedes Kilogramm kostet Kraftstoff, pro 100 Kilogramm sind es bis zu 0,3 Liter mehr Sprit auf 100 Kilometer", erläutert Hierath den letzten Punkt der Putzagenda.

dapd