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Auto & Verkehr Fords Minivan B-Max bietet Komfort
Mehr Auto & Verkehr Fords Minivan B-Max bietet Komfort
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00:59 01.09.2012
Im neuen Ford B-Max macht das Ein- und Aussteigen richtig Spaß.
Im neuen Ford B-Max macht das Ein- und Aussteigen richtig Spaß. Quelle: Hersteller
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Köln

Die Idee ist eigentlich simpel: Wenn man auf die B-Säule, jene starre Strebe in der Karosserie am hinteren Ende von Fahrer- und Beifahrersitz, verzichtet, könnte man ein Türpanorama schaffen, das seinesgleichen sucht. Vor allem im Segment der Kleinwagen würde eine solche Lösung einen Komfort schaffen, den es so noch nie gegeben hat. Denn nach wie vor ist das Ein-, mehr aber noch das Aussteigen aus einem kleinen Auto vor allem auf den hinteren Plätzen eine mitunter unbequeme Angelegenheit. Allerdings hat die Sache einen Haken: Die B-Säule ist für die Stabilität eines Autos während der Fahrt von erheblicher Bedeutung.

Ford hat das Problem jetzt im neuen B-Max, der im November auf den Markt kommt, auf clevere Art gelöst. Durchgehärteter Boronstahl in den Türrahmen ersetzt die B-Säule und sorgt für die notwendige Sicherheit. Zwar liegen die Ergebnisse der NCAP-Crashtests noch nicht vor, doch gehen die Kölner fest davon aus, dass der kleine Van auf Fiesta-Basis alle fünf der begehrten Sterne erhält. Schließlich hat man in mehr als 5000 virtuellen und einigen realen Crashs die Konstruktion bis ins kleinste Detail überprüft.

Schiebetüren für die Passagiere im Fond sind im Vanbereich nichts Neues. Sie verbrauchen in engen Parklücken keinen Platz und sorgen für einen komfortablen Ein- und Ausstieg. Eine solche Lösung hat es in einem Kleinwagen allerdings noch nicht gegeben - und schon gar nicht ohne die tragende B-Säule. Das Ergebnis, das Ford jetzt präsentiert hat, ist verblüffend: Eine insgesamt 1,50 Meter lange Öffnung fast über die gesamte Länge der Fahrgastzelle sorgt für ein Ein- und Ausstiegsszenario, das man nicht einmal bei Luxusautos findet. Das ist vor allem für Kinder, aber auch für ältere Menschen von erheblicher Bedeutung, wobei wir schon bei den ausgemachten Zielgruppen des B-Max sind: Hauptsächlich junge Familien und angehende Senioren sollen sich für das Fahrzeug erwärmen und den B-Max zu einem Hit auf deutschen Straßen machen.

Die Grundvoraussetzungen dafür sind nicht schlecht. Der komplett neu entwickelte kleine Van ist auf der Architektur des Ford Fiesta aufgebaut, dem nach wie vor erfolgreichsten Kleinwagen in Europa. Zudem verfügen die Kölner über viel Erfahrung im Konstruieren von Vans. Galaxy, S- und C-Max (plus Grand C-Max) machen bereits ein Fünftel aller Ford-Verkäufe in Deutschland aus. Dementsprechend vielseitig präsentiert sich der Minivan: Der Ladeboden ist in der Höhe verstellbar, die Rückbänke lassen sich selbstverständlich umlegen. Und wenn man den Beifahrersitz auch noch einklappt, ergibt sich eine Ladelänge von 2,35 Metern - genug also, um auch ein Regal als Selbstabholer an der Warenausgabe eines Möbelhauses einzupacken. Überhaupt ist der Innenraum gelungen: Wenn es sich nicht gerade um zwei Sitzriesen handelt, können unterschiedlich große Menschen bequem hintereinander Platz nehmen. Und das bei einer Fahrzeuglänge von gerade einmal vier Metern. Die vier Ausstattungslinien decken ein breites Spektrum ab, das sich allerdings ein wenig relativiert, wenn man die Preislisten genauer studiert: Ganze Ausstattungspakete sind für die beiden unteren Linien „Ambiente“ und „Trend“ gar nicht erhältlich, sodass auch der Einstiegspreis für den B-Max von 15 950 Euro eher theoretischer Natur ist. Die Marketingstrategen von Ford gehen davon aus, dass rund 65 Prozent der Verkäufe auf die Ausstattungslinien „Titanium“ und „Individual“ entfallen, und die beginnen bei18450 Euro und 21650 Euro.

Auch technisch hat der kleine Van etwas zu bieten: Nach dem Focus ist der B-Max die zweite Baureihe im Modellprogramm, die mit dem als „Engine of the Year 2012“ (Motor des Jahres) ausgezeichneten EcoBoost-Benzindirekteinspritzer bestellt werden kann. Aus gerade einmal einem Liter Hubraum produziert der Dreizylinder in zwei Leistungsstufen 74 kW/100 PS und 88 kW/120 PS. Vor allem in der größeren Version ist man damit nicht nur flott, sondern immer noch sparsam und damit relativ schadstoffarm unterwegs. Ergänzt wird die Motorenpalette durch zwei weitere Benziner (66 kW/90 PS und 77 kW/105 PS) sowie zwei Diesel mit 55 kW/75 PS und 70 kW/95 PS. Die Selbstzünder sind allerdings höchstens für Flottenkunden interessant und dürften im Verkaufsmix nur eine untergeordnete Rolle spielen. Warum allerdings nur der 1,6-Liter-Benziner(77 kW/105 PS) mit einem Automatikgetriebe kombiniert werden kann, nicht aber die innovativen Eco-Boost-Maschinen, bleibt Ford-Geheimnis. Gerade die anvisierten Käufergruppen legen Wert auf Komfort, und das besonders dann, wenn sie in Ballungsräumen - dem bevorzugten Zielgebiet des B-Max - unterwegs sind. Auf entsprechende Nachfragen wird man mit dem Hinweis vertröstet, dass man irgendwann auch die Dreizylinder mit einer Automatik anbieten werde.

Sofort im Angebot hat man dagegen die Ford-Sync-Technologie mit Notruf-Assistenten. Die rettet im Extremfall Leben - allerdings nur gegen Aufpreis. Dafür darf das Smartphone als in das Kommunikations- und Entertainmentsystem eingebundenes Herzstück bei einem Crash allerdings nicht in die Brüche gehen. Im alltäglichen B-Max-Leben lässt es sich aber überraschend gut über Sprachbefehle steuern.

Ford wirbt seit diesem Jahr mit dem Markenversprechen „Eine Idee weiter“. Zumindest, was das Ein- und Aussteigen betrifft, hat man da eine Tür aufgemacht.

Gerd Piper