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Auto & Verkehr Der Unverwechselbare
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00:47 20.09.2014
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Ingolstadt

Der Audi TT ist das, was nur wenige Autos schaffen - er ist eine Design- ikone. Man kann die Form des Sportcoupés mögen oder auch nicht, seine Silhouette ist unverwechselbar. Eine behutsame Anpassung der Linienführung bei der Modellpflege an den Gegenwartsgeschmack - das ist das ganze Geheimnis, so wie es die Porsche-Designer seit Jahrzehnten beim 911 vormachen. Daran ändert sich auch nichts bei der dritten Generation des TT, die im Oktober auf den Markt kommt. Natürlich ist der neue in allen Disziplinen einen Tick besser geworden als der Vorgänger, doch das, was wirklich neue Maßstäbe setzt, passiert im Cockpit.

Der Audi TT hatte einen durchwachsenen Start ins Leben: Von Entwicklungsguru Ulrich Hackenberg in nur vier Wochen als Studie konzipiert, kam er 1998 erstmals auf die Straße, wurde von der Fachpresse euphorisch als Fahrmaschine bejubelt und geriet so richtig in die Schlagzeilen, nachdem selbst routinierte Fahrer in dem Wagen schwere Unfälle verursachten, weil das Auto zwar erst spät, dann aber stark übersteuerte. Ein Spoiler musste her, um den Anpressdruck auf der Hinterachse zu erhöhen, die einfachen, schnörkellosen Linien waren ruiniert. Doch bei Audi ließ man sich nicht irritieren, besserte nach und verhalf dem Auto damit zu einer Erfolgsgeschichte, mit der im Jahr 2000 niemand mehr gerechnet hatte.

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Auch heute zählt das Design des Sportcoupés zum Kaufgrund Nummer eins. Kein Fahrzeug unterhalb der Porsche-Liga hat ein derartiges Renommee - was natürlich auch mit der Marke Audi zusammenhängt, die innerhalb des VW-Konzerns das sogenannte Premiumsegment besetzt, also für Produkte von überdurchschnittlicher Qualität stehen soll. Und es hängt auch mit dem überdurchschnittlich hohen Frauenanteil bei den TT-Käufern zusammen - das weibliche Geschlecht hatte das schmucke Auto von Anfang an für sich entdeckt und ins Herz geschlossen.

Technisch sind die Fahrzeuge der dritten Generation in allem ein bisschen besser als die Vorgänger: Der Wagen ist dank optimierten Leichtbaus rund 50 Kilogramm leichter geworden, der Radstand ist um 3,7 Zentimeter gewachsen, die Motoren wurden insgesamt stärker und sparsamer. So weit, so gut. Doch mal ganz ehrlich: Wer spürt schon im Alltag, ob der Wagen den Sprint von 0 auf Tempo 100 eine halbe Sekunde schneller hinlegt? Das sind Werte fürs technische Datenblatt und Stammtisch-Diskussionen. Entscheidend für den Fahrspaß ist nach wie vor, wie ein Auto um die Ecke geht - und da fährt der Audi, besonders mit dem quattro-Allradantrieb, ganz vorne mit.

Richtig aufregend ist der neue TT vor allem im Cockpit, und das nicht nur, weil man hier schön tief sitzt und ein prächtiges Sportlenkrad in den Händen hält: Das erste rein virtuelle Cockpit löst die analogen Instrumente und den alten Monitor ab, künftig werden auf einem 12,3-Zoll großen Display im Blickfeld des Fahrers alle relevanten Fahrinformationen dargestellt. Der Fahrer hat zudem die Möglichkeit, das Display ganz nach eigenen Vorlieben einzurichten: Auf Knopfdruck lassen sich Drehzahlmesser und Tachometer verkleinern und rutschen auf die Seiten des Displays. Navigation, Verbrauch, Reichweite, Fahrmodus oder die Lieblingstitel des Musikarchivs - alles wird auf Wunsch eingespielt. Und das in einer Brillanz, die man bisher in einem Auto nicht gekannt hat. In Wolfsburg ist die Technologie so gut angekommen, dass man sie sich sofort für den neuen Passat geschnappt hat, der ebenfalls demnächst auf den Markt kommt.

Ein weiteres Schmankerl ist die Neuordnung der Klimaanlage: Die Knöpfe für die Temperaturwahl wurden direkt in die Luftausströmer integriert. Das sieht nicht nur klasse aus, sondern schafft auch Platz für einen neuen Purismus um den Fahrerplatz. Die Zeit der Schalter ist in diesem Auto endgültig Vergangenheit.

Den neuen Audi TT gibt es zum Marktstart mit drei Vierzylindern, zwei Benzinern und einem Diesel, die ein Leistungsspektrum von 135 kW/184 PS bis 228 kW/310 PS (TTS) abdecken. Der permanente quattro-Allradantrieb gehört beim TTS zur Serienausstattung, den Diesel gibt es dagegen nur mit Frontantrieb.

Die Preisliste beginnt bei 35 000 Euro, der Diesel ist ab 35 900 Euro zu haben, für den TTS muss man mindestens 49 100 Euro berappen. Ikonen gibt es eben nicht als Sonderangebot.