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Auto & Verkehr Der Infiniti M35h fährt seiner europäischen Konkurrenz davon
Mehr Auto & Verkehr Der Infiniti M35h fährt seiner europäischen Konkurrenz davon
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13:12 08.04.2013
Saubere und sportliche Reiselimousine zugleich: Der Infiniti M35h kann dank Hybridantrieb mit inneren Werten glänzen. Quelle: Hersteller
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New York

Die automobile obere Mittelklasse ist fest in deutscher Hand: Marken wie Audi, Mercedes oder BMW geben hier den Ton an. Das heißt aber nicht, dass es keine Alternativen gäbe. Eine heißt Infiniti M35h. Die Hybridlimousine aus dem Land der aufgehenden Sonne lässt manchen deutschen Konkurrenten ziemlich alt aussehen.

Als Nissan seine Nobelmarke 2009 hierzulande an den Start brachte, war man voller Hoffnung. Schritt für Schritt sollten sie den deutschen Markt erobern. Doch die Autos hatten anfangs ein Problem: Sie waren eigentlich für den amerikanischen Markt bestimmt und dort auch ziemlich erfolgreich. Doch dieser Erfolg ließ sich nicht eins zu eins auf Europa übertragen. Die Motoren waren zwar äußerst kräftig, verbrauchten aber zu viel, das Design der Fahrzeuge war zudem etwas barock.

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Die japanische Limousine mit dem hohen Leistungsprofil

Noch immer sind die USA der Kernmarkt für die durchweg luxuriösen Fahrzeuge. Doch offensichtlich hat man dazugelernt. Mit dem Infiniti M35h bieten die Japaner ein Auto an, das auch auf europäischen Straßen eine gute Figur machen dürfte. Und mehr noch: Dank des modernen, vergleichsweise sparsamen Hybridantriebs und eines erstaunlichen Leistungsprofils fährt die Limousine den etablierten Wettbewerbern zügig davon.

Die erste Begegnung mit dem M35h verläuft eher unspektakulär. Zwar geben die geschwungenen Linien und das wie bei einem Coupé weit nach hinten gezogene Dach dem Wagen einen sportlichen Anstrich, aber es fehlt ihm dann doch das, was die europäischen Marken ausmacht: ein schon von Weitem identifizierbares, unverwechselbares Gesicht.

Und auch der Innenraum ist Geschmackssache. Die auffällig geformte Mittelkonsole und die Applikationen aus Chrom und japanischer Esche haben noch immer eine gewisse amerikanische Note. Dafür überzeugt die Qualitätsanmutung auf ganzer Linie - sowohl die Ledersitze als auch das Lenkrad oder die Bedienelemente hinterlassen einen ausgezeichneten, wertigen Eindruck. Das eigentliche Prunkstück dieses Wagens aber ist sein Antrieb. Der Hybrid, technisch eine ziemlich aufwendige Angelegenheit, verbindet Elektro- und Verbrennungsmotor und erlaubt so verschiedene Fahrmodi: von rein elektrisch, also mit Nullverbrauch und emissionsfrei, über eine Kombination beider Maschinen bis zum klassischen Antrieb über den Benzinmotor. Der leistet 225 kW/306 PS und zieht seine Kraft aus einem 3,5-Liter-Sechszylinder. In Kombination mit dem 50 kW/68 PS starken Elektromotor ergibt sich im besten Fall eine Systemleistung von 268 kW/364 PS. Technisch arbeitet der Japaner mit zwei Kupplungen, wobei die eine Kupplung den herkömmlichen Drehmomentwandler ersetzt. Sie macht das Sieben-Gang-Automatikgetriebe auf diese Weise zum automatisierten Schaltgetriebe.

Von 0 auf 100 in 5,5 Sekunden

Und dieses Paket hat es in sich. Wer aufs Gaspedal tritt, wird erstaunt sein, mit welcher Vehemenz das gut 1,8 Tonnen schwere Fahrzeug nach vorn schiebt. Den Spurt von 0 auf 100 km/h legt der Japaner in 5,5 Sekunden hin. Das sind lupenreine Sportwagenwerte. Zwar ließe sich das Fahrzeug auch rein elektrisch beschleunigen, doch dann wird man zum Ärgernis für die anderen Verkehrsteilnehmer. Sei es drum. Denn wenn man bei Geschwindigkeiten bis 100 km/h vom Gas geht, wird der Verbrenner komplett abgekuppelt, und der Wagen rauscht nur vom Wind und den Abrollgeräuschen der Reifen umsäuselt lautlos dahin. Der Fahrer kann über den Monitor in der Mittelkonsole durch verschiedene Diagramme schalten, die ihm den jeweiligen Fahrmodus aufzeigen. Außerdem wird dargestellt, wie schnell sich die Batterie entlädt und wie sie beim Rekuperieren aufgeladen wird. Wer das ganze Potenzial dieses Antriebs ausschöpfen will, braucht jedoch einen sensiblen Gasfuß.

Laut Angaben des Herstellers verbraucht der flotte Japaner 7,0 Liter auf 100 Kilometer, was einem CO2-Ausstoß von 162 g/km entsprechen würde. Aber wie immer bei im Testzyklus erfahrenen Verbrauchswerten klaffen hier Anspruch und Wirklichkeit auseinander. Trotzdem standen selbst bei Vollgasfahrten über Landstraßen und Autobahnen niemals mehr als 9,8 Liter im Display ­- ein ordentlicher Wert für ein Auto mit diesen Dimensionen.

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Selbst dann geht es im M35h noch außerordentlich entspannt zu. Wer mit diesem Infiniti liebäugelt, bekommt ab 55490 Euro eine ausgezeichnete, sportlich angehauchte Reiselimousine, die sich vor den deutschen Platzhirschen nicht zu verstecken braucht.

Infiniti M35h

Motor: 1 Benziner, 1 Elektromotor

Leistung Benziner: 225 kW/306 PS

Leistung Elektro: 50 kW/68 PS

Systemleistung (Hybrid): 268 kW/ 364 PS

Max. Drehmoment:350 Nm

CO2-Emission: 162 g/km

Beschleunigung (0–100 km/h): 5,5 s

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h

Länge/Breite/Höhe: 4,95/1,85/1,50 m

Verbrauch: 7,0 l Super

Leergewicht: 1830 kg

Preis: ab 55.490 Euro

Fazit:

+ eine solide, sportliche Reiselimousine mit modernem Antrieb

- der E-Antrieb springt leicht in den Verbrennungsmodus zurück

Gerd Piper