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Auto & Verkehr Der Golf VII setzt neue Maßstäbe
Mehr Auto & Verkehr Der Golf VII setzt neue Maßstäbe
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00:33 06.10.2012
Der Golf VII vereinbart Sparsamkeit und Sportlichkeit. Quelle: Ingo Barenschee
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Hannover

Der neue Golf VII (Marktstart: 10. November) soll nun Premiumqualität ins Segment holen. Also eine Qualität, die man sonst nur aus höheren Fahrzeugklassen kennt. Das betrifft vor allem die Gestaltung des Innenraums. Volkswagen-Designchef Klaus Bischoff erklärt exklusiv die Neuerungen.

„Unser Ziel war es, einen neuen Maßstab zu erschaffen“, sagt Bischoff. „Dafür haben wir die Grundarchitektur um den Fahrer herum ganz neu konzipiert.“ Auffällig ist hier vor allem die breite Mittelkonsole, die man nur aus Fahrzeugen der Oberklasse kennt und die im Golf leicht angewinkelt dem Fahrer zugeneigt ist. Sie trägt den Touchscreen-Monitor, über den Systeme wie Navigation, Infotainment sowie Fahrprogramme angesteuert werden. Bischoff zeigt auf eine Kante am unteren Rand des Bildschirms: „An ihr kann man sehen, wie sehr wir jedes einzelne Teil durchdacht und uns um Perfektion bemüht haben.“ Denn diese Kante ist nicht zufällig dorthin gekommen, sie dient als Fingerauflage beim Arbeiten auf dem Bildschirm, dessen Darstellung wie bei einem Smartphone auf- und zugezogen werden kann.

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Auch die Steuerung der Klimaanlage unterhalb des Monitors ist ein neues Modul. „Das wurde nur durch den modularen Querbaukasten möglich, auf dem der neue Golf aufgebaut ist“, sagt Bischoff. Der Designer hebt hier die gute Zusammenarbeit zwischen Gestaltern und Ingenieuren hervor - die bei vielen Projekten nicht selbstverständlich ist, weil beide Gruppen an ein Produkt mit unterschiedlichen Sichtweisen herangehen. „Sie war unglaublich zielorientiert, wir wussten alle, was für ein Auto wir schaffen wollten.“ Um auch die Haptik, also die Anfassqualität, auf ein neues Niveau zu heben, wurden sämtliche Bedienelemente neu gestaltet. Das Ergebnis sind Drehschalter und Lüfter, die präzise einrasten, ein silberner Start-Stopp-Knopf und die elektrische Parkbremse, die die herkömmliche Handbremse ersetzt.

„Ein weiteres wichtiges Thema im Cockpit waren natürlich die Dekorelemente“, erklärt Bischoff. Chromspangen an den Fensterhebern, Metalleinfassungen an den Luftausströmern, Klavierlack für Armaturenträger und Mittelkonsole - das schafft ein gediegenes Ambiente. Dazu hochwertige Kunststoffoberflächen, die den Händen schmeicheln.

Besonders stolz ist die Designabteilung auch auf die weiße Durchlichtbeleuchtung aller Schaltelemente. „So etwas verstehen wir unter Premium, hier bekommt der Kunde etwas geliefert, was es in dieser Form in der Fahrzeugklasse noch nicht gegeben hat“, meint der Designchef.

Wie sehr man bei der Qualität bis ins Detail gegangen ist, zeigt eine Notiz am Rande. Bischoff: „Die Schieberegler der Schminkspiegel in den Sonnenblenden haben Winterkorn besonders am Herzen gelegen. Sie dürfen beim Auf- und Zuziehen nicht hakeln oder einen billigen Eindruck machen.“ Bischoff klappt die Sonnenblende herunter und schiebt die Regler hin und her. Weich und gleichmäßig lassen sie sich auf- und zuziehen. Sie funktionieren perfekt.

Der Golf VII im Fahrtest:

VW hat den Golf fahrtechnisch noch einmal verbessert. Wir hatten die Gelegenheit, den 1.4 TSI mit 103 kW/140 PS sowie den 2.0 TDI mit 110 kW/150 PS zu fahren. Der Benzinmotor verfügt über eine Zylinderabschaltung, die im Drehzahlbereich zwischen 1400 und 4000 Umdrehungen die Zylinder zwei und drei lahmlegt, sobald der Fahrer das Gas reduziert - und das spart Sprit.

Beide Motoren zeichnen sich durch Agilität aus, wobei der Benziner hochtouriger gefahren werden will, sobald es sportlicher zugehen soll. Empfehlenswert sind die optionalen Fahrprogramme (120 Euro), über die man eine Vorauswahl zwischen sportlicher, wirtschaftlicher, normaler oder individuell programmierter Fahrweise einstellen kann. Wer das adaptive Fahrwerk (990 Euro) wählt, bekommt die Fahrprogramme gratis und kann zusätzlich die Einstellung der Dämpfer vorwählen.

Ein nützliches Feature, wie sich zeigt: Soll es gemütlich vorangehen, wählt man die Komforteinstellung - dann rollt der Golf sanft dahin. Schaltet man in den Sportmodus, verhärtet sich das Fahrwerk und der Wagen frisst sich durch die Kurven. Die Lenkung arbeitet präzise, das Auto hängt willig am Gas.

Der Fahrspaß ist vor allem auch mit dem Diesel garantiert, der dem Wagen nahezu in jeder Situation mit seinem Drehmoment von 320 Newtonmetern die notwendige Kraft zur Verfügung stellt.

Gerd Piper