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Auto & Verkehr Der Ford Fiesta ST: Die Spaßmaschine
Mehr Auto & Verkehr Der Ford Fiesta ST: Die Spaßmaschine
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11:23 25.03.2013
Im Innenraum hat Ford das Großserienmodell um nur wenige Applikationen erweitert.
Der Innenraum: Hier hat Ford das Großserienmodell um nur wenige Applikationen erweitert. Quelle: Hersteller
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Nach einer fünfjährigen Pause stellt Ford wieder eine ST-Version des Fiesta in die Schauräume der Händler. Die kleine sportliche Spaßmaschine aus Köln kommt mit 134kW/182PS unter der Motorhaube auf den Markt - ein Plus von 32 PS zum Vorgänger - und liegt nun auf dem Leistungsniveau der wichtigsten Mitbewerber wie dem des VW-Konzerndreigestirns VW Polo GTI, Skoda Fabia RS und Seat Ibiza Cupra oder Mini Cooper S. Und auch der Abstand zu den etwas stärkeren Konkurrenten Opel Corsa OPC oder Renault Clio RS ist nicht mehr allzu groß. Mit Preisen ab 19990Euro unterbietet der gut ausgestattete ST zudem die Wettbewerber zum Teil recht deutlich.

Der dreitürige Sportler verfügt über die typischen Attribute, die in der Klasse der kleinen Krawallschachteln unbedingt dazugehören. Dazu zählt die im Vergleich zum Serienmodell verschärfte äußere Optik. Bescheidenheit ist hier wenig gefragt. Der markante, trapezförmige Kühlergrill mit dem großen Wabengittermuster gefällt oder eben auch nicht, gewährleistet aber die Versorgung des Motors mit frischer Luft. Die breiten Radläufe, in denen spezielle, auffällige 17-Zoll-Leichtmetallfelgen Platz finden, die auf Wunsch rot lackierten Bremssättel, der Diffusor in der Heckschürze und natürlich die doppelflutige Auspuffanlage machen deutlich: Hier kommt ein Kraftpaket. Die ST-Schriftzüge im Front- und Heckbereich unterstreichen die sportive Ausrichtung des Fahrzeugs.

Das Interieur dagegen ist eher brav gehalten. Ein paar Karbon-Einsätze hier, ein paar Alu-Applikationen da, Sport-Pedalerie sowie Lederlenkrad und Schaltknauf sind hübsch anzusehen. Das war’s aber schon fast mit der Differenzierung zum herkömmlichen Fiesta. Richtig praktisch und unverzichtbar sind jedoch die Recaro-Sportsitze, die ab Werk montiert werden und einen sehr guten Halt geben.

Mit dem Starten des Motors, der zunächst noch dezent seinen Arbeitswillen kundtut, hört und spürt man, dass das Fahrzeug nicht spielen will. Gut also, dass man schon einmal ordentlich sitzt. Der 1,6-Liter-Turbo brummelt seine 132kW/184PS so langsam in Laune. Dieser Eindruck verschärft sich mit zunehmender Geschwindigkeit und Kurvenhäufigkeit.

Besonders kurvige Strecken erhöhen das Fahrvergnügen

Klar, der Fiesta ST kann geradeaus schnell fahren. Tempo 220 weisen die technischen Daten als Höchstgeschwindigkeit aus. Allerdings will man in Frankreich weder das sensible Ansprechverhalten der Radarstationen noch die Kooperationsbereitschaft der Polizei auf den Autobahnen oder Nationalstraßen testen. Viel größeres Fahrvergnügen bereitet sowieso das Kurvenräubern auf abgelegenen Seitenstraßen. Wenn man merkt, wozu die konturierten Seitenwangen des Sitzes gut sind, schleicht sich ein Grinsen ins Gesicht. Das Aggregat setzt jede Gasfußbewegung willig in Vorwärtsdrang um. Turboloch kennt es nicht, dafür aber recht üppige 240 Nm im breiten Drehmomentband zwischen 1600 und 5000 Touren. Für bis zu 15 Sekunden mobilisiert es kurzfristig dank Overboost-Funktion 290 Nm und 200-PS-Spitzenleistung.

Die Kraftübertragung an die Vorderräder erfolgt mittels einer Sechs-Gang-Schaltung. Die Gänge flutschen leicht durch die Kulisse, das Schalten ist hier Teil des Fahrvergnügens. Ein Blick zwischendurch beim Ampelstopp auf die Verbrauchsanzeige kann die gute Laune nicht trüben. Rund zehn Liter werden angezeigt. Aber wer kauft und fährt ein solches Auto mit Knauserambitionen?

Die Lenkung ist sehr direkt, das auf Sportlichkeit getrimmte Fahrwerk ebenfalls, ohne dabei allzu ruppig mit Bandscheibe und Zahnplomben umzugehen. Die vorderen und hinteren Scheibenbremsen haben ordentlich Biss. Damit Physik und Fahrkönnen möglichst lange kongruent sind, verfügt der Fiesta ST über ein dreistufiges ESP (neben Ein/Aus auch mit verzögertem Ansprechverhalten) samt integrierter Traktionskontrolle und aktiver Fahrdynamikregelung.

Doch nicht nur das souveräne Fahrgefühl ist für die nach oben gezogenen Mundwinkel verantwortlich. Der satte Sound, der mittels Elektronik und Membran ins Wageninnere geleitet wird, sorgt ebenfalls für gute Laune.

Elfriede Munsch

Der Ford Fiesta ST

Motor: 1,6-Liter-Turbobenziner

Leistung Benziner: 134kW/182 PS

Getriebe: Sechs-Gang-Handschalter

Max. Drehmoment: 240 Nm

CO2-Emission: 138 g/km

Beschleunigung (0-100 km/h): 6,9s

Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h

Länge/Breite/Höhe: 3,98/1,78/1,46 m

Verbrauch: 5,9 l Super

Radstand: 2,49 m

Kofferraum: 295-979 l

Preis: ab 19.990 Euro

Fazit:

+ ein kleines, sehr agiles Auto mit hohem Spaßfaktor

- leider bietet Ford hier kein Doppelkupplungsgetriebe an