Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Auto & Verkehr Alles muss raus!
Mehr Auto & Verkehr Alles muss raus!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:32 08.09.2014
Anzeige
Frankfurt/Main

Zum Ersten, zum Zweiten, und raus damit … !“ Haben Sie schon mal ein Auto ersteigert? Die Bundesrepublik Deutschland macht es möglich: Über die VeBeg, das Verwertungsunternehmen des Bundes, wird alles an den Mann gebracht, was der Staat loswerden will, unter anderem eben auch Autos. Zehn- bis zwölftausend Fahrzeuge kommen jährlich auf diese Weise unter den Hammer, vom Lkw bis zur Dienstlimousine ranghoher Beamter. Schnäppchen sind möglich, aber nicht garantiert.

Uwe Uhlemann von der VeBeg: „Das mit den Schnäppchen ist relativ, denn zu 95 Prozent handelt es sich um Fahrzeuge, die aus den Fuhrparks ausgesondert wurden.“ Das heißt, die Autos wurden in der Regel zwar gut gewartet, haben aber meist hohe Laufleistungen. Uhlemann: „Sich reinsetzen, den Schlüssel umdrehen und in den Urlaub fahren ist meistens nichts.“

Anzeige

Trotzdem: Das Angebot an Autos der VeBeg ist breit gefächert. Ob nun ein Unimog aus Bundeswehrbeständen, ein Audi A8 aus Berliner Regierungskreisen oder ein Ford Transit von der Behörde XY – wer Geduld hat und sich ein wenig auskennt, wird bei der Resterampe fündig. Hier steigern Unternehmen genauso mit wie Privatpersonen. Mehr als 60 000 registrierte User sind derzeit angemeldet. Zu den Auftraggebern gehören neben der Bundeswehr der Katastrophenschutz, die Bundespolizei, ausländische Streitkräfte, Ministerien und Behörden des Bundes, der Länder und Kommunen sowie andere unmittelbar der öffentlichen Hand angehörende Institutionen. Aber auch Fahrzeuge der US-Konsulate sind im Angebot.

Ein Vorteil gegenüber dem freien Autohandel besteht darin, dass der Zustand der Fahrzeuge detailliert aufgeführt ist, nahezu jede Schramme ist verzeichnet. Kilometerstände sind ebenso aufgeführt wie die Ausstattung. Wer auf ein Fahrzeug eines Ministeriums bietet, kann da schon ins Staunen kommen – Vollausstattung mit jedem Schnickschnack ist da keine Seltenheit, und weil diese Fahrzeuge häufig schon nach zwei Jahren abgestoßen werden, ist der Zustand meistens gut. Allerdings hat die Sache einen Haken. Uhlemann: „Probefahrten gibt es nicht. Aber man kann sich die Autos vor Ort ansehen.“ Das kann in Berlin genauso gut sein wie in Leipzig, Frankfurt oder Reutlingen.

Das Verfahren für Bieter ist relativ einfach. Sie lassen sich auf den Internetseiten der VeBeg registrieren, eröffnen ein Konto und können loslegen. Geboten wird verdeckt, das heißt, es gibt kein Mindestgebot auf ein bestimmtes Fahrzeug. Um ein Gefühl für dieses Verfahren zu bekommen, ist es ratsam, die aktuellen Ausschreibungen über einen längeren Zeitraum zu beobachten und sich anschließend die Zuschlagspreise anzusehen, die über die entsprechenden Losnummern leicht zu finden sind. Die VeBeg listet die erzielten Zuschlagspreise der Ausschreibungen aus den vergangenen 14 Tagen auf. Die Preise sind exklusive der gesetzlichen Umsatzsteuer. Wer dann immer noch unsicher ist, kann sich auch telefonisch beraten lassen.

Und wer es nicht nur auf Autos abgesehen hat, für den sind die Seiten eine wahre Fundgrube: Ausrangierte U-Boote, Düsenflugzeuge, Krummdolche, Manschettenknöpfe oder Krawatten – alles, was der Staat geschenkt bekommen, konfisziert oder selbst angeschafft hat, muss irgendwann wieder raus. Das ist dann die Stunde der Bürger. Im Fall der Autos sagt Uhlemann: „Diejenigen, die schrauben können, sind im Vorteil.“ Aber das muss nicht sein.

 Alle wichtigen Informationen findet man unter www.vebeg.de