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Auto & Verkehr Mercedes hat die S-Klasse geschrumpft!
Mehr Auto & Verkehr Mercedes hat die S-Klasse geschrumpft!
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11:00 04.11.2013
Fließende Linien und hochwertige Materialien betonen den sportlichen Chic.
Fließende Linien und hochwertige Materialien betonen den sportlichen Chic. Quelle: Hersteller
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Stuttgart

Das Rennen um die Vormachtstellung in der gehobenen Mittelklasse geht in die nächste Runde: Wenn Mercedes-Benz im März 2014 die neue Generation der C-Klasse auf den Markt bringt, soll das Auto Maßstäbe setzen. Denn so viel Luxus gab es in diesem Segment noch nie. Wir hatten schon jetzt Gelegenheit, das Interieur des Fahrzeugs, das im Januar in Detroit seine Weltpremiere feiert, näher anzusehen.

„Wir wollen unsere Kunden faszinieren“, sagt Hartmut Sinkwitz, Leiter des Interieur-Designs. „Deshalb haben wir die Latte noch einmal höher gelegt.“ Hinter diesem Satz verbirgt sich nichts anderes als ein Paradigmenwechsel. Denn Mercedes holt ganz viele Ausstattungs- und Designelemente aus der neuen S-Klasse runter in das Mittelklassemodell. Sinkwitz: „Der Unterschied zum Vorgänger ist riesig.“ Ein Satz, der Besitzer der aktuellen C-Klasse wenig erfreuen dürfte, macht er doch ihre Autos mit einem Schlag zu altem Eisen.

Mehrere Assistenzsysteme aus dem Luxussegment

Neben den neuen Komfortstandards werden viele Assistenzsysteme aus dem Luxussegment in der künftigen C-Klasse erhältlich sein, unter anderem auch der Stop-and-go-Pilot, der teilautonomes Mitschwimmen im Stau mithilfe von Rundum-Radarsensoren, Ultraschall und einer Stereokamera möglich macht. Damit dürften die Stuttgarter die Hauptkonkurrenten BMW und Audi in Zugzwang bringen. Der betont sportlich ausgelegte neue BMW 3er ist erst im vergangenen Jahr auf den Markt gekommen und muss deshalb bis zu seinem Facelift noch etwas warten. Der Audi A4, der ebenfalls im kommenden Jahr dran ist, soll zwar bei der Fahrzeugelektronik weiter aufgerüstet werden, allerdings hinkt man in Ingolstadt im Vergleich zu Mercedes derzeit hinterher.

Geschrumpfte S-Klasse

Als wir in dem neuen Fahrzeug das erste Mal Platz nehmen, erwartet uns tatsächlich eine andere Welt, die eher an eine geschrumpfte S-Klasse erinnert als an alles, was bislang in der Mittelklasse üblich war: Echtmetall und gebürstetes Aluminium, LEDs als Innenraumbeleuchtung, Ambientelicht, eine völlig neu gestaltete Mittelkonsole aus edlem Holz oder Klavierlackoptik, ein Touchpad sowie ein frei stehendes, hochauflösendes Farbdisplay.

Ganz klar: Hier haben die Stuttgarter für ihr Volumenmodell aus dem Vollen geschöpft. Es sind mehr als Kleinigkeiten, die den neuen Hauch von Luxus verströmen – so wurden die Elemente der Klimaanlage in einer eigenständigen Leiste zusammengefasst und ganz neu gestaltet, die runden düsenförmigen Luftausströmer überzeugen mit ihrer Anfassqualität, und wer das optionale Burmester-Soundsystem bestellt, bekommt die High-End-Hochtöner direkt aus der S-Klasse. Ein weiteres Highlight ist das Head-up-Display, das man ebenfalls ordern kann: Zwar bietet BMW dieses Feature bereits im 3er, doch für Mercedes ist die Anzeige, die Fahr- und Navigationsinformationen auf die Frontscheibe ins Gesichtsfeld des Fahrers einspielt, ein Novum.

Neues Raumgefühl

Ganz neu ist auch das Raumgefühl, das die künftige C-Klasse verströmt: Fließende Linien, die das Innere gliedern, betonen nicht nur die Cockpitform auf den vorderen Sitzen, sondern sorgen auch für mehr Eleganz. „Wir wollten einen Spannungsbogen aus Klarheit und Emotionalität schaffen“, erklärt Sinkwitz die Grundidee der neuen Formensprache. „Das Design wird immer wichtiger für die Markenidentität.“ Zu der gehört auch, dass die C-Klasse sportlicher daherkommt als je zuvor, beispielsweise mit neuen Lenkrädern, die sich tatsächlich anfassen wie in einem Sportwagen. Weil der gesamte Wagen länger wird, haben auch die Passagiere im Fond mehr Platz.

Bei der ganzen Begeisterung, die das Fahrzeug bei der ersten Begegnung hervorruft, sollte eines aber nicht unerwähnt bleiben: Natürlich ist die C-Klasse keine S-Klasse, das trifft vor allem auf die Abmessungen des Innenraums zu. Große Fahrer könnten sich auf Dauer etwas beengt fühlen, die breite Mittelkonsole raubt Platz. Die hohe Schulterlinie sorgt ebenfalls dafür, dass sich die Insassen eher in einem Sportwagen als in einer Limousine der Mittelklasse wähnen.

Voraussichtlich stabile Preise

Wenn das Auto auf der Straße das hält, was das Interieur verspricht, sind die Stuttgarter ein heißer Anwärter auf die Spitzenposition im Segment. Über Preise schweigt man sich noch aus. Doch so viel steht fest: Die C-Klasse wird nicht deutlich teurer werden. „Das können wir uns bei dem Wettbewerb in der Mittelklasse gar nicht erlauben“, heißt es. Die aktuelle Modellreihe beginnt bei 33.230 Euro.

Gerd Piper