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00:30 26.03.2011
Weltneuheit: Das Panoramadach des neuen SLK färbt sich auf Knopfdruck wie von Zauberhand dunkelblau ein. Mercedes-Benz
Weltneuheit: Das Panoramadach des neuen SLK färbt sich auf Knopfdruck wie von Zauberhand dunkelblau ein. Mercedes-Benz
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Glaubt man Mercedes-Benz, dürfte der brandneue SLK so etwas Ähnliches wie die Eier legende Wollmilchsau sein: sportlich, kultiviert und höchst alltagstauglich an jedem Tag des Jahres. Unbestrittene Tatsache ist, dass der Roadster in der dritten Generation im Vergleich zum Vorgänger optisch deutlich zugelegt hat. Die etwas überzeichnete McLaren-ähnliche Rennwagennase ist Geschichte, jetzt sieht der SLK aus wie der kleine Bruder des SL: Lange Motorhaube, eine gerade Kühlermaske und ein weit nach hinten versetztes Cockpit – ein typischer Roadster eben. Wenn der Zweisitzer an diesem Wochenende an den Start geht, gibt es drei Benziner zur Auswahl, zwei Vierzylinder-Turbos und einen Sechszylinder. Weil der SLK eine treue Fangemeinde unter den weiblichen Autofahrern hat und auch häufig als Erstauto gekauft wird, hat Mercedes den kleinen Sportwagen bewusst komfortabel ausgelegt. Das gilt sowohl für das Fahrwerk als auch für den hochwertig gestalteten Innenraum. Was nicht heißt, dass der Wagen es nicht auch sportlich kann.

Mit dem Panorama-Variodach bietet der SLK zumindest für die beiden großen Motoren optional eine spektakuläre Weltneuheit: Auf Knopfdruck lässt sich das Dach von hell auf nachtblau schalten – wie von Zauberhand tönt sich das Glasdach langsam ein; das sieht nicht nur hübsch aus, sondern hat auch einen ganz praktischen Zweck. Durch die Verdunkelung heizt sich der Innenraum bei Sonneneinstrahlung nicht so auf, die Klimaanlage muss nicht so hart ran, was wiederum dem Spritverbrauch zugutekommt.

Wem dieses Feature nicht gefällt, der kann noch auf zwei andere Dächer zugreifen: das klassische, in Wagenfarbe lackierte Dach sowie auf ein Panoramadach mit getöntem Glas. Alle drei Dächer verschwinden, wie gehabt, im ohnehin nicht großen Kofferraum – was der gepriesenen Alltagstauglichkeit des Roadsters einen deutlichen Dämpfer versetzt.

Dass die Motoren, die alle über eine Start-Stopp-Automatik verfügen, sparsamer geworden sind als ihre Vorgänger (bis zu 25 Prozent im Prüfzyklus), gehört mittlerweile zum guten Ton. Wobei die dort ermittelten Durchschnittsverbräuche mit den tatsächlich gefahrenen Verbräuchen nicht viel zu tun haben – das wird von der Autoindustrie auch eingeräumt. Bei den Getrieben setzt Mercedes neben dem Handschalter mit der 7 G-Tronic Plus auf einen Wandlerautomaten. Der ist zwar nicht so schnell wie ein Doppelkupplungsgetriebe, bietet bei Schaltvorgängen aber den Komfort, auf den Mercedes-Fahrer offensichtlich Wert legen.

Auch für das Fahrwerk haben SLK-Fahrer drei Optionen: serienmäßig mit konventioneller Stahlfederung, ein Sportfahrwerk mit härteren Federn und Dämpfern sowie ein Fahrdynamik- Paket, zu dem neben einem elektronisch geregelten Dämpfersystem auch eine Direktlenkung und ein Bremssystem zählen, das den Wagen im Grenzbereich stabilisiert. Für die Sicherheit sorgt ein ganzes Paket an elektronischen Assistenzprogrammen – im Ernstfall bis zur automatischen Vollbremsung.

Den Einstieg ins Motorenprogramm markiert der SLK 200, der es jetzt auf 135 kW/184 PS bringt und im Grunde für den täglichen Fahrspaß vollkommen ausreicht. Das obere Ende bildet der SLK 350, ein Sechszylinder-Saugmotor mit 225 kW/306 PS. Dazwischen eingebettet ist der SLK 250, ein Vierzylinder-Turbo mit 150 kW/204 PS und erklärter Liebling der Entwickler. Die quicklebendige Maschine brabbelt, spotzt und trompetet, dass einem davon sogleich warm ums Herz wird. Den Klang erzeugt ein Soundgenerator für eine betont sportliche Akustik, inklusive Zwischengasstößen und künstlichen Zündaussetzern beim Herunterschalten. Der Soundgenerator wurde von ganz oben, also von Mercedes-Boss Dieter Zetsche, abgesegnet, von dem bekannt ist, dass er nicht unbedingt zu den langsamen Autofahren in diesem Lande zählt.

Tatsächlich lässt dieser Turbo den großen Sechszylinder immer wieder alt aussehen, gerade wenn es um Agilität geht, beispielsweise beim Beschleunigen aus Kurven. Da geht es dann durchaus griffig zur Sache, was auch daran liegt, dass die Fahrprogramme deutlich gespreizt wurden. Insbesondere in der „Sport“-Einstellung heult das Triebwerk mächtig auf, das Getriebe schaltet automatisch in den hochtourigen Bereich. Das macht dann richtig Spaß – wenn man die Verbrauchsanzeige des Bordcomputers wegschaltet. Ende des Jahres reichen die Stuttgarter einen kräftigen Vierzylinder-Diesel nach, Anfang 2012 folgt dann noch eine V8-AMG-Version. Ein AMG-Sportpaket mit allerlei technischen und optischen Gimmicks gibt es übrigens schon jetzt.

Von Gerd Piper

26.03.2011
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