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40 Jahre NP Hinter den Kulissen der Sportgala
Mehr 40 Jahre NP Hinter den Kulissen der Sportgala
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16:33 26.10.2018
Danke für alles: Das Schlussbild im Theater am Aegi. Quelle: Dröse
Hannover

Mittags um zwölf Uhr herrscht sowas wie kreatives Chaos. Die riesige LED-Wand auf der Bühne wummert beim ersten Probelauf, die Tontechnik testet die Funkmikros für beide Moderatoren, der Manager von Peter Maffay verkündet, der Star des Abends sei gerade in der Luft. Landung in Langenhagen gegen 16.50 Uhr, gerade noch rechtzeitig für die Schalte in die Live-Sendung, die Medienpartner „Sat 1 17.30“ regional für 17.43 Uhr geplant hat.

Die Türen des Theater am Aegi sind geschlossen, damit der Lärm von Catering-Unternehmen, Security und Servicekräften in den Foyers nicht in den schalldichten Saal dringt. „Und hier soll in sieben Stunden die Prominenz über den Roten Teppich gehen?“, fragt ein Bierfahrer im Foyer launig über die Schulter zu seinem Kollegen. „Könnte eng werden, aber irgendwie klappt das ja immer“, sagt der und lacht laut. Herzlich willkommen zur NP-Sportgala, die 2018 ein stolzes Jubiläum feierte: ein Vierteljahrhundert.

TVN sorgt für das richtige Bild

Um 18.30 Uhr klatscht Christina Tontsch in beide Hände: „Jeder auf seine Position. Ich wünsche euch allen nur Spaß und Erfolg.“ Die Hände zur Mitte und hoch damit, Nervosität liegt in der Luft. Tontsch ist Agenturleiterin der „Festfabrik“, die die Neue Presse mit der Durchführung der wichtigsten NP-Veranstaltung des Jahres beauftragt hat. Auf ihr Kommando hören gut drei Dutzend Menschen, dazu kommen mehr als 60 Köche und Servicekräfte, zwei Dutzend Techniker, Licht- und Tonexperten, VJs, Bildmischer und Kameraleute von Mediendienstleister  Exposive und der Fernsehfirma TVN. Die überträgt für verschiedene Sender Bundesligaspiele, Ski-Weltcup-Abfahrten und Galas wie den Deutschen Fernsehpreis, aber Geschäftsführer Frank Hähnel sagt: „Auch die NP-Sportgala ist eine ganz wichtige Visitenkarte für uns.“

Die Garderoben im Backstage-Bereich des Theaters sind gegen 19 Uhr voll belegt. Beatboxer Robert Wicke, gerade erst zurück von seiner Tournee mit dem Circus Roncalli, macht seine Stimme mit der Tonleiter warm, Dietmar Wischmeyer streift sich die Arbeitskleidung von Günther, dem Treckerfahrer,  über: dunkelgrüne Jacke, grüne Kappe, ein kräftiges Seil ersetzt den Gürtel, nur „wo sind meine Clogs?“. Sie finden sich neben dem Mülleimer.

Keine Zeit für Smalltalk

Maskenbildnerin Julia Reich huscht mein Kinn. Wie jedes Jahr bin ich wieder erstaunt darüber, dass „deine Schminke mich so schlank aussehen lässt. Kannst Du mich nicht jeden Morgen stylen?“ Aber keine Zeit für Smalltalk, Kollegin Antonia Wellmann will auch noch dran. Auf der Treppe ein großes Hallo. Michael Lohmann, Geschäftsführer von Hannover Concerts, begrüßt Peter Maffay. Auch Lohmanns gutem Kontakt zu dem gebürtigen Rumänen ist es zu verdanken, dass Maffay für drei Songs von seiner Finca auf Mallorca nach Hannover gekommen ist. Um 22.15 Uhr wissen alle, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Die 1200 geladenen Gäste feiern den erfolgreichsten deutschsprachigen Sänger aller Zeiten, sein „Über sieben Brücken musst du gehen“ gemeinsam mit dem Jugendchor „Quilisma“ ist ganz eindeutig der Höhepunkt unserer Jubiläumsgala.

Begrüßung der Prominenten

Um 19.40 Uhr schüttelt NP-Chefredakteur Bodo Krüger an der Seite von Madsack-Chef Thomas Düffert wahrscheinlich die 600. Hand, die Sportgala im Januar gehört zu den gesellschaftlichen Ereignissen in der Region – und zum 25. Geburtstag sind die Reihen besonders prominent besetzt: Innenminister Boris Pistorius, Oberbürgermeister Stefan Schostok, Weltschiedsrichterin Bibiana Steinhaus, Scorpions-Sänger Klaus Meine, 96-Präsident Martin Kind, die Vorstandsvorsitzenden vieler großer Unternehmen, die Chefs aller großen Sportvereine.“ „Herzlich willkommen, meine Herren“, begrüßt Krüger gerade Landessportbund-Vorstandschef Reinhard Rawe, Sparkassen-Vorstandschef Heinrich Jagau und Fußball-Trainer Mirko Slomka. Blitzlichtgewitter an der Sponsorenwand.

Fotos: Heusel, Petrow, Dröse, Behrens, Wilde

Zehn Minuten später gongt es zum zweiten Mal, die Gäste stellen ihre grünen Begrüßungscocktails auf Tische und Tabletts, hinterher wartet ein großes kalt-warmes Büffet vom Partylöwen, der Abend wird wie immer mit der After-Show-Party bis in den frühen Morgen ausklingen.

Es ist exakt 20.07 Uhr, als nach dem Jubiläumsfilm Wellmann und ich unter Beifall die Showtreppe heruntergehen. Diese sechs Sekunden sind wie immer die schlimmsten Augenblicke für mich, oft habe ich schon davon geträumt, da zu stolpern und zu stürzen. Aber wie in all den Jahren zuvor geht es gut, ich wünsche „einen schönen guten Abend allen hier unten und dort oben auf dem Balkon“ – und der Rest der zweieinviertel Stunden ist eine Erfolgsgeschichte. Wie die 24 Sportgalas vorher auch schon.

Von Christoph Dannowski