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40 Jahre NP "Das will ich sogar im Urlaub wissen"
Mehr 40 Jahre NP "Das will ich sogar im Urlaub wissen"
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21:52 23.10.2018
Seit 50 Jahren Abonnent: Rüdiger Waldeck aus Empelde. Quelle: Petrow
Hannover

Rüdiger Waldeck hat Jubiläum. Genauso wie die NP. Denn der 75-Jährige ist bereits seit 50 Jahren als Leser dabei. Jawohl, seit 50. Denn der Rentner hat die Zeitung schon gelesen, als sie noch Hannoversche Presse hieß.
„Ich war 25 Jahre alt, da bin ich Abonnent geworden“, erinnert er sich. „Damals war ich in Empelde als Tankwart beschäftigt. Das gibt es ja heute fast gar nicht mehr. Aber damals habe ich das richtig gelernt“, erinnert er sich. Und weil er sich seit je für den Sport interessiert, hat er sich für die Hannoversche Presse entschieden. „Dere

n Sportteil war größer und in meinen Augen besser als der der Hannoverschen Allgemeinen. Die HP hatte auch die Tabellen der kleinen Vereine drin, das interessierte mich.“
Seither ist er als Leser treu geblieben. Während seines beruflichen Wechsels von der Stelle als Tankwart zum Disponenten in einer Speditionsfirma. Während des Wechsels von der Hannoverschen zur Neuen Presse. Und währenddessen hat er wirklich mit der NP gelebt. „Im Grunde lässt sich in den Familienanzeigen unsere Familiengeschichte nachlesen“, erzählt der Ruheständler. „Unsere Hochzeitsanzeige, die Geburt unseres Sohnes Markus, der Tod meiner Eltern. Für alles haben wir Anzeigen geschaltet.“

Besonders wichtig sei ihm in all der Zeit seine Beilage: die Calenberger Zeitung. „Das interessiert mich natürlich ganz besonders, was hier bei uns vor Ort passiert“, begründet Rüdiger Waldeck das. „Und das will ich sogar im Urlaub wissen, darum lasse ich mir die NP immer nachschicken; aber mit der Beilage. Darum bekomme ich die Zeitung erst einen Tag später.“ Mal nach Fischen im Allgäu, dann wieder nach Büsum in Schleswig-Holstein.

An einige Ereignisse erinnert er sich noch besonders gut: Den Amtsbeginn von Herbert Schmalstieg 1972 als jüngstem Oberbürgermeister Deutschlands etwa, die Umbenennung des Niedersachsenstadions 2002 in die AWD-Arena, das Zugunglück von Eschede 1998 („die Beschreibung darüber, wie diese Katastrophe selbst die Notfallseelsorger mitnahm, die hat mich sehr bewegt“)., die Entführung und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer 1977 durch die RAF. Alles miterlebt durch die NP.

Das Abo von der Oma geerbt

Sie hat die Neue Presse geerbt. Doch, das lässt sich wirklich so sagen. Die Schwiegeroma von Monika Gehle (72) hatte schon in Kriegszeiten die Hannoversche Presse in der Stadt ausgetragen. Außerdem war sie Abonnentin. „Ich weiß noch, als ich in die Familie meines Mannes kam“, erinnert sich die Kleefelderin. „Morgens lasen Oma und Opa die Zeitung, mein Mann und ich gingen arbeiten. Abends durften wir dann lesen.“ Eine echte Familienzeitung.

Liebgewonnenes Erbstück: Schon die Schwiegeroma von Monika Gehle war treue Abonnentin. Foto: Behrens

„Und für Oma war die Zeitung ohnehin ein wichtiges Thema“, fährt Monika Gehle fort. „Sie hat sie ausgetragen.“ Wenn’s auf Weihnachten zuging, die Zusteller ein Trinkgeld bekamen, dann erhielt sie Butter oder Eier. „Da war sie glücklich“, erzählt die Schwiegerenkelin, „Geld war damals ja nichts wert, aber die Nahrungsmittel konnte sie für ihre Kinder gut gebrauchen.“

Heute ist Monika Gehle selbst Abonnentin. „Für mich gehört die Zeitung morgens dazu. Wenn ich die Zeit habe, lese ich sie von vorne bis hinten durch.“ Meist die lokalen Nachrichten zuerst, dann die aus aller Welt und zum Schluss den Sport.

Ein besonderer Moment sei gewesen, als die Region die gelernte Einzelhandelskauffrau im Februar für ihre kommunalpolitische Arbeit geehrt hat. 15 Jahre lang war sie Mitglied des Bezirksrats Buchholz-Kleefeld. Außerdem setzt sie sich in der kommunalen Seniorenarbeit ein: Sie ist im Partnerbesuchsdienst tätig und kümmert sich um Alleinstehende. Und einmal im Monat organisiert die Rentnerin das Sonntagscafé in der Seniorenbegegnungsstätte Kleefeld. Ehrenamtliches Engagement, für das sie am 29. Juni dann auch noch von Oberbürgermeister Stefan Schostok im Auftrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Neuen Rathaus mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden ist. „Darüber hat die NP allerdings nicht berichtet, nur über die Auszeichnung der Region“, sagt Monika Gehle. „Aber das fand ich schon toll, den Artikel habe ich mir aufgehoben.“

Die Seniorenarbeit ist es auch, die Monika Gehle abends kurz nach 22 Uhr schon ins E-Paper der Neuen Presse schauen lässt. „Lachen Sie jetzt nicht, aber da schaue ich mir die Todesanzeigen an.“ Manchmal kennt sie Verstorbene durch ihr ehrenamtliches Engagement, dann wendet sie sich schon mal an die Angehörigen und tröstet.
Die Zeitung an sich mag Monika Gehle allerdings nicht online lesen. „Ich brauche die in der Hand“, betont sie. „Das ist mir lieber.“ Nur für den Urlaub findet sie das E-Paper praktisch: „Früher habe ich mir die Zeitung nachschicken lassen, heute schaue ich online und spende die gedruckte Ausgabe.“

Mit der NP auf Hochzeitsreise

Für Lisa Haller ist die NP ein liebgewonnener Teil ihres Alltags. „Ohne meine Zeitung geht nichts“, sagt die 85-Jährige. Morgens geht sie also zum Briefkasten, holt die NP ins Haus („die kommt immer pünktlich!“), sie trinkt gemütlich einen Kaffee mit Ehemann Günter (86) und dann liest Lisa Haller die Zeitung. Als erste. Von vorne bis hinten. Geteilt wird nicht. „Ich kann das Durcheinander nicht leiden.“

Komplettes Frühstück: Für Lisa und Günther Haller gehört die Neue Presse seit Jahrzehnten zum gelungenen Start in den Tag dazu. Foto: Behrens

Ehemann Günter muss warten. Das macht er allerdings auch gern. Als er noch für den NDR gearbeitet hat und Ehefrau Lisa sich um die Kinder kümmerte, morgens zusah, dass alle pünktlich aus dem Haus kommen und jeder sein Brot dabei hat, da durfte Günter zuerst lesen. Nun ist Lisa dran.

Die NP lesen sie praktisch schon immer. Und das kam so: 1953, Lisa war 20, Günter 21, da hatten sie das Aufgebot für sich bestellt, sie wollten heiraten. Nachbarn wussten das. Und diese Nachbarn waren es auch, die  im NP-Vorgänger Hannoversche Presse einen Aufruf gesehen hatten: Hochzeitspaare bitte melden. Es gab eine Verlosung. Acht Paare sollten die Hochzeitsgarderobe sowie die Flitterwochen geschenkt bekommen. „Und bei diesen acht“, erinnert sich Lisa Haller, „da waren wir dabei. Ich habe sogar die Berichte von damals noch.“

Ihr Kleid, sein Anzug, eine Hochzeitskutsche und eine Reise in die Schleswig-Holsteinische Gemeinde Scharbeutz, all das gehörte zum Hochzeitsgeschenk der Hannoverschen Presse. Genauso wie ein Empfang an einer Verkaufsstelle in der Nähe des Schwarzen Bären in Linden. „Ich weiß noch“, beschreibt die 85-Jährige, die jüngst mit ihrem Günter die Eiserne Hochzeit gefeiert hat, „ich weiß noch, was das für ein Bild war, als diese acht Brautpaare in ihren Hochzeitskutschen vorfuhren. Das bleibt mir unvergesslich.“

Und damals seien sie noch gar keine Abonnenten gewesen, verrät Lisa Haller, die Nachbarin hatte sie ja heimlich für die Verlosung angemeldet. „Aber nach der Aktion“, betont die Baden-stedterin, „da haben wir ein Abo abgeschlossen.“ Und fast ohne Unterbrechung sei es bis heute auch dabei geblieben.

Vor allem die Geschichten aus der Politik, aus dem Ressort Leben und auch über den Sport interessieren Lisa Haller. „Ich bin nämlich 96-Fan“, erzählt sie. „Das ist man doch, wenn man Hannoveraner ist, oder nicht?“ Und wenn sie die NP dann morgens durchgelesen habe, fühle sie sich wunderbar informiert, sei startklar für den Tag. Sie höre zwar auch Radio, schaue sich die „Tagesschau“ im Fernsehen an, lese zwischendurch mal gezielt Nachrichten im Internet, „aber ohne Zeitung“, betont Lisa Haller, „das wäre nichts für mich“.