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Restaurants in Hannover Ein Stück Südamerika in Guzmáns „El Chileno“
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Hannover: Ein Stück Südamerika in Guzmáns „El Chileno“

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09:18 22.12.2021
Restauranttest El Chileno, Jaime Guzmán
Restauranttest El Chileno, Jaime Guzmán Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Ambiente: Die nähere Umgebung ist nüchtern und besteht aus viel Beton. Scharnhorst-Kaserne, Oststadtstadion, die laute Langen­forther Straße. Wie eine bunte Oase wirkt das „El Chileno“, das gerade seinen zehnten Geburtstag in einem ehemaligen Vereinsheim feierte. Das Mobiliar ist eine Mischung aus Moderne und chilenischer Tradition. Holzboden, Holzstühle und schlichte Bistrotische, knallige Farben. Rot an der Theke, orange und gelb an den Wänden. Inhaber Jaime Guzmán, 34 Jahre lang mit dem „Chimu“ in der Langen Laube erfolgreich im Gastrogeschäft, setzt so Akzente.

Service: Es gilt die 2G-Corona-Regelung, weil das Lokal nur 70 Prozent der Kapazität nutzt. Der Impfstatus wird mit dem Personalausweis überprüft, das gibt uns Sicherheit. Bei der Tischreservierung muss man zwischen zwei Startzeiten wählen: 18 und 20 Uhr. Die Tische stehen ausreichend weit auseinander, das Personal trägt permanent Maske. Drei junge Servicekräfte flitzen herum, zwei junge Männer und eine junge Frau. Das Trio ist motiviert, flott, freundlich und aufmerksam. Guzman verrät uns, dass alle drei zusammen 13 Jahre jünger sind als der 70-Jährige, der mit den Stammgästen schäkert, Fleisch aufschneidet und Fisch filetiert. Nach 20 Minuten ist alles am Tisch, bis auf die Filetspitzen, nach denen wir noch mal fragen müssen. Mini-Minuspunkt.

Es dominieren warme Farben im El Chileno Quelle: Nancy Heusel

 

Essen & Trinken: Ein Viertelstündchen sollte man ins Studium der Speisenkarte investieren, es gibt viel zu entdecken. Allein 27 Tapas sind gelistet, dazu dreierlei Nachos, fünf verschiedene Brotkörbe, vier Suppen, fünf Salate und 16 Hauptgerichte. Wir tauchen ein in die Welt der Tapas und sind total glücklich. Wobei die Empanadas de queso (sieben Euro) am unspektakulärsten sind: drei mit Gouda und Man­chego gefüllte Teigtaschen. Der Teig aus Mehl und Pflanzenfett ist weder fettig noch zu schwer. Jetzt wird es richtig köstlich: Die Filetspitzen (elf Euro) sind mit Brandy abgelöschte und in einem feinen dunklen Jus schwimmende Stücke besten argentinischen Angus-Filets mit hausgemachtem Kartoffelpüree. Das Miesmuschelragout (5,50) ist pikant und mit einer Käsehaube überbacken, die Sauce ist wirklich so genial, wie die Karte sie unbescheiden beschreibt. Wir löffeln, bis nix mehr da ist.

Auf der Speisekarte stehen auch Fischgerichte. Quelle: Nancy Heusel

 

Die Ceviche (sieben Euro), Nationalgericht mehrerer Staaten des südamerikanischen Kontinents, durften wir bei einem Kochkurs in Ecuadors Hauptstadt Quito schon mal selbst zubereiten: Hier erwarten uns Filetstücke vom Kabeljau mit Koriander, Knoblauch, Chili, roten Zwiebeln und Limettensaft. Perfekt abgeschmeckt. Der Palmitos-Salat (sieben Euro) aus Palmenherzen mit hausgemachtem Dressing punktet mit Frische und nussigem Geschmack. Zu allem passt ein Brotkorb mit dem Avocado-Dipp Guacamole (3,50 Euro). Der typisch chilenische Pisco Sour (sieben Euro), den um uns herum fast alle trinken, ist übrigens ein Gedicht mit Zuckerrand.

Fazit: Wer südamerikanische Küche mag, muss das „El Chileno“ lieben. Hier ist fast alles handgemacht und daheim schwer nachzukochen. Handwerk, Tradition und Kreativität verbinden sich zum Gaumengenuss in lockerer Atmosphäre. Tipp: Unbedingt reservieren, ab 2. Januar ist wieder geöffnet.

Ambiente 6 von 8, Service 7 von 8, Essen und Trinken 7 von 8

El Chileno

Langenforther Straße 20, 30657 Hannover, Telefon: 0511/90 88 26 77

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags ab 18 Uhr, bis Neujahr geschlossen

  • Für Kinder geeignet
  • Hunde willkommen
  • Veganes Gericht
  • Barrierefrei? Nein, eine Stufe im Eingangsbereich, enge Toilette
  • Wie bezahlen? bar, EC, Master und Visa

Von Christoph Dannowski