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Meine Stadt Traditionsgeschäfte sehen Zukunft in Hannover
Hannover Meine Stadt Traditionsgeschäfte sehen Zukunft in Hannover
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18:49 21.01.2019
Einkaufsstadt Hannover: Viele Fachhändler sehen ihre Zukunft weiter in Hannover. Quelle: Dröse
Hannover

Das Kaufhaus Magis, der Herrenausstatter Erdmann, die Buchhandlung Schmorl & von Seefeld: Die Liste der hannoverschen Traditionsgeschäfte, die in den vergangenen Jahren schließen mussten, ist lang. Nun kommt mit dem TV- und HiFi-Geschäft Thorenz bald ein weiterer Laden hinzu. Und das bedauern nicht nur die Kunden. „Damit verliert die Innenstadt. Denn diese Geschäfte bereichern die Städte. Darum fahren die Menschen überhaupt erst los“, erklärt Jürgen Schöpke vom Outdoor-Laden Bluesky. Er sei früher gerne in andere Städte wie Amsterdam gefahren und habe sich dort auch die Geschäfte angeschaut. „Heute gibt es aber überall das Gleiche“, sagt Schöpke.

Hannover hat hohe Attraktivität

Nach Angaben der City-Gemeinschaft sind 11,6 Prozent der Geschäfte in der City noch inhabergeführt. Das klingt zunächst nicht viel. „Damit belegen wir aber ein Spitzenwert“, sagt Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft. Und es gebe zahlreiche Fachgeschäfte, die sich erfolgreich halten. So auch Bluesky, wo Schöpke mehr der Online-Handel Probleme bereite als die Konkurrenz mit ihren Filialen. „Da sind Beratung und Service wichtig“, sagt er. Würde er heute auch noch ein Fachgeschäft in Hannover öffnen? Die Zeiten seien mit denen vor 34 Jahren, als er seinen Laden eröffnete, nicht mehr zu vergleichen. „Wir hatten damals kein Startkapital. Heute braucht man finanzielle Mittel oder einen Kredit. Und beides ist nur schwer zu bekommen“, sagt Schöpke.

Geschäftsführer und Mitinhaber Sebastian Rechenbach will das Einkaufen bei IG von der Linde zum Erlebnis machen. Quelle: Clemens Heidrich

Die Gründungszeit des Modeladens IG von der Linde liegt indes noch weiter zurück. Mehr als 190 Jahre ist der heutige Modelladen nun schon in Hannover. Geht es nach Geschäftsführer und Mitinhaber Sebastian Rechenbach soll das auch künftig so bleiben. „Wir sind zufrieden. Hannover hat als Einkaufsstadt eine hohe Attraktivität“, sagt er. Zwar sei durch den Online-Handel die Frequenz nicht mehr so hoch. IG von der Linde sei es aber gelungen, auch Kunden anderer Warenhäuser abzuwerben. Die Strategie: „Das Einkaufen muss zum Erlebnis werden. Die Menschen müssen sich wohl fühlen“, erklärt Rechenbach. Architektur, freundliche Mitarbeiter, die Waren selbst – fast alles sei dafür wichtig. „Wir können schneller auf die Bedürfnisse unserer Kunden eingehen als Filialisten“, ist er überzeugt. Ein inhabergeführtes Geschäft in Hannover aufzubauen sei weiterhin eine „reizvolle Aufgabe“.

„Ohr am Kunden“

Carsten Obermeier vom Schuhhaus Neumann bereitet es „große Sorgen“, dass mit Thorenz ein weiteres Traditionsgeschäft schließen werde. „Dadurch wird die Stadt immer uniformer.“ Im heftig umkämpften Schuhmarkt hält sich das in vierter Generation familiengeführte Fachgeschäft wacker. Der Verlust durch den Online-Handel sei bei Neumann nicht so hoch, wie die viele Statistiken das vermuten lassen, versichert Obermaier: „Wir haben uns an den Wandel im Handel stetig angepasst.“ Über die Handelskooperation ANWR sei das Geschäft an einer großen Online-Verkaufsplattform für Schuhe beteiligt. „Alleine können Sie heute so etwas nicht mehr aufbauen“, sagt Obermaier.

Carsten Obermeier führt das Schuhhaus Neumann in vierter Generation. Quelle: Nancy Heusel

Kern des Geschäftes sei aber weiterhin das Haus in der Seilwinderstraße. Dort könne Neumann bei den Kunden mit guter Beratung punkten. „Anders als Filialisten haben wir ein Ohr an unseren Kunden und können sofort individuell und unbürokratisch reagieren“, erklärt Obermaier den Vorteil. Er ist überzeugt, dass familiengeführte Fachgeschäfte in Hannover weiter eine Zukunft haben. Auch wenn sich künftig selbst Online-Riesen wie Zalando in der Innenstadt mit einem Outlet-Store ansiedeln. „Klar, jede Biene sticht“, sagt Obermaier, „aber Zalando bedient damit ein ganz anderes Segment als wir das machen.“

Auch Prenzler glaubt fest daran, dass inhabergeführte Geschäfte in Hannover weiterhin eine wichtige Rolle einnehmen. Man müsse eine Nische finde, gerade dort wo das Online-Geschäft an seine Grenzen stößt. „Da ist Beratung oder die Haptik wichtig. Jeder, der viel Geld für etwas ausgibt, möchte das Produkt auch vorher gerne einmal sehen.“

Von Sascha Priesemann

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