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Meine Stadt Cebit soll Teil der Hannover Messe werden
Hannover Meine Stadt Cebit soll Teil der Hannover Messe werden
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00:19 06.12.2018
ERFOLG GARANTIERT: Bei der Agritechnica (10. bis 16. November 2019) reicht das Platzangebot kaum aus. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Krise, Kapitulation und dann Katerstimmung? Muss nicht sein. Dem endgültigen Aus bei der weltgrößten Messe für Informationstechnik, der Cebit, folgt ein Aufatmen. Verluste abgewehrt, Image mit leichten Kratzern gerettet – jetzt stellt sich die Deutsche Messe AG neu auf.

Bei der gut vier Stunden dauernden Aufsichtsratssitzung kam am Montag kein Zweifel auf, dass das gelingt. Die schwarze Null für dieses Jahr sei sicher, so die Information der NP – eben gerade, weil rechtzeitig die Reißleine gezogen worden sei. An ein dickes Plus ist allerdings nicht zu denken. Ursprünglich wollte die Messe im kommenden Jahr rund 17 Millionen Euro Gewinn machen. Jetzt rechnet der Vorstand mit einem nur noch halb so guten Ergebnis.

Kopfschüttelnd hörten die Teilnehmer, dass Chefs großer mittelständischer Firmen Krokodilstränen über das Cebit-Ende vergössen. Obwohl gerade ihre Unternehmen sich mit einer Beteiligung schwertaten oder gar nicht mehr kamen.

Cebit soll in Hannover Messe integriert werden

Das Aus für die Cebit bedeutet nicht, dass sich die Deutsche Messe aus dem Themenbereich Informationstechnik und Digitalisierung zurückzieht. Ein großer Teil soll in die Hannover Messe integriert werden. Außerdem sind Fachmessen mit dem Digitalmarkt geplant – beispielsweise zum neuen Mobilfunkstandard 5G.

Sehen Sie hier: Die Höhepunkte der Cebit-Geschichte in Bildern

Von Mobiltelefonen und Megabytes: In einer Bildergalerie blicken wir hier auf Höhepunkte und skurrile Momente der Cebit-Geschichte zurück.

Das Cebit-Team wird in das der Hannover Messe integriert. Dort seien ohnehin 20 Stellen vakant, hieß es. Aus dem Unternehmen ausscheiden werden lediglich Messe-Vorstand Oliver Frese, der sich gestern beim Aufsichtsrat verabschiedete. Zum 31. Dezember geht er mit einem Aufhebungsvertrag. Außerdem scheide ein Bereichsleiter aus, hieß es.

Dem Messe-Vorstand gehören nach Freses Ausscheiden nur Jochen Köckler als Vorsitzender und Andreas Gruchow an. Das soll vorerst auch so bleiben. Mit dem Bereich Informations- und Kommunikationstechnik übernimmt Gruchow dann ein neues Feld. Zuständig ist er auch für die internationale Tochtergesellschaft (Hannover Messe International) – und das mit großem Erfolg. Jeder vierte Euro-Umsatz stammt mittlerweile aus dem Auslandsgeschäft. In drei Jahren soll der Umsatz im Ausland um ein Drittel steigen. Besonders gut laufe es in China, so die Berichte.

Ist das Messegelände zu groß?

Bedenken, das Messegelände könne sich als zu groß geraten erweisen, hat der Aufsichtsrat nicht. Die Botschaft des Rest-Vorstandes kommt an: „Wir sind ein großer Standort für große Messen.“ Wenn Teile der Cebit in die Hannover Messe integriert würden, brauche das deutlich mehr Platz. Auch die Agritechnica als weltgrößte agrartechnische Fachmesse habe enormen Bedarf an Hallen- und Freiflächen. „Das Gelände wird aus allen Nähten platzen“, berichtete ein Teilnehmer.

Auf seiner nächsten Sitzung im Frühjahr wird sich der Aufsichtsrat schwerpunktmäßig mit dem Geländeentwicklungsplan beschäftigen. Sorgen um die Zukunft nach dem Cebit-Aus hat wohl niemand mehr. Köckler versicherte, die Messe sei „als Unternehmen sicher und solide aufgestellt“.

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