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20:31 15.05.2019
Die Instacops: Sylvan Bormann (31) und Marius Beernink (25) nehmen ihre Instagram-Follower mit auf Ermittlungen – das Smartphone macht’s möglich. Quelle: Heidrich
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Hannover

Sie sind jung, gut aussehend und Polizisten. Zu ihrer Uniform gehört ab sofort ein Smartphone – denn seit Dienstag sind Marius Beernink (25) und Sylvan Bormann (31) nicht nur als Kommissare unterwegs, sondern auch als Instacops. Polizeikommissar Beernink nimmt seine Instagram-Follower mit auf Streife, Kriminalkommissar Bormann zeigt seinen Internet-Fans, wie er bei Kriminalfällen ermittelt. Polizisten – die neuen Internetstars?

„Mein Handy steht nicht mehr still“

Der erste Instagram-Post von Kriminalkommissar Sylvan Bormann. Quelle: Instagram

Anscheinend ja, denn innerhalb von 24 Stunden hatten die Instacops jeweils 1000 Follower mit ihren beiden neu eröffneten Instagram-Accounts. „Mein Handy steht nicht mehr still, seitdem ich mein Profil aufgemacht habe“, erzählt Bormann. „Ich musste die Benachrichtigungen ausstellen, weil es den ganzen Tag gebimmelt hat. Wir hätten nicht mit so einer Resonanz gerechnet.“

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Die Instacops sind ein Pilotprojekt der Polizei Hannover – doch die Idee stammt nicht aus der Landeshauptstadt. In Niedersachsen gibt es bereits 15 Social-Media-Polizisten. Hannover ist also spät dran mit dem Community Policing. So lautet der Fachbegriff, Vorreiter sind die Niederlande. Dort pflegen 3400 Polizisten insgesamt 2400 solcher Accounts. „Das Community Policing ist ein Trend in der Polizei-Öffentlichkeitsarbeit und bietet viele Chancen“, so Sören Zimbal (34) aus dem vierköpfigen Social-Media-Team der Polizei Hannover.

Nachwuchswerbung via Instagram

Vor allem den Nachwuchs sollen Beernink und Bormann ansprechen. Die junge Zielgruppe nutze als Social-Media-Portal vor allem Instagram, sie identifizieren sich dort mit Influencern. „Wir möchten ihnen zeigen, wie es wirklich in unserem Job abläuft“, so Bormann. „Wenn ich Tatort oder Alarm für Kobra 11 gucke, ärgere ich mich, denn so wie im Fernsehen sieht die Realität nicht aus.“ Sein Kollege Beernink nickt ihm zustimmend zu. „Das war einer der Gründe für uns, bei dem Projekt mitzumachen“, ergänzt er.

Die jungen Männer sind in die digitale Generation reingeboren und haben Spaß daran, mit ihrer Zielgruppe zu kommunizieren. Beernink erzählt, dass er seinen Followern in Privatnachrichten direkt das Du anbietet, wenn sie ihn siezen. „Dann sind sie überrascht, weil sie Polizisten sonst oft als unnahbare Personen wahrnehmen.“ Genau solche Barrieren sollen die Instagram-Kanäle abbauen. „Ich habe gestern schon Fragen zu Einstellungstests bekommen, bei uns trauen sie sich zu fragen“, erzählt Beernink.

Doch für die zwei Instacops bedeutet das ab sofort auch Mehrarbeit – vor allem am Smartphone. „Wir mussten erstmal unsere Kollegen aufklären, warum wir jetzt fast immer ein Handy in der Hand haben“, sagt Beernink und holt wie auf Kommando sein Smartphone raus, um vor seinem Streifenwagen zu posieren. Er muss schließlich Content für seine nächsten Posts sammeln.

Von Josina Kelz

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