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Meine Stadt Barsinghausen: Mädchen (16) ist erschlagen worden
Hannover Meine Stadt Barsinghausen: Mädchen (16) ist erschlagen worden
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17:03 18.06.2018
ERMORDET: Anna-Lena (16). Quelle: Dröse
Barsinghausen

Auf der Wiese vor der Grundschule in Barsinghausen in der Region Hannover haben Spaziergänger am Sonntag die Leiche einer 16-Jährigen gefunden. Das Mädchen wurde nach Polizeiangaben in der Nacht zum Sonntag getötet. Zu den Einzelheiten halten sich die Ermittler bedeckt. Die Obduktion ergibt: „Eine massive Gewalteinwirkung gegen den Kopf“ ist die Todesursache. Die Jugendliche lag blutüberströmt und halbnackt an einem Gebüsch.

Fotos: Dröse, dpa (2)

In Barsinghausen geht jetzt die Angst vor einem Serientäter um. Denn genau zwei Monate zuvor und keinen Kilometer entfernt vom Leichenfundort war eine 55-jährige Frau Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Ihre Leiche lag in der Nähe des Friedhofes in einem Graben. Die Ermittler prüfen einen Zusammenhang zwischen den beiden Verbrechen.

Bei der 16-Jährigen handelt es sich der Polizei zufolge um eine Jugendliche aus der Nachbarschaft. Zuletzt war sie in der Nacht zum Sonntag um 01.00 Uhr am Bahnhof von Barsinghausen gesehen worden.

Der Rettungswagen der psychosozialen Notfallversorgung steht seit dem frühen Montagmorgen vor der Grundschule. Das Team ist offen für Gespräche mit Schülern, Eltern und Menschen, die vorbeikommen und ihre Betroffenheit ausdrücken wollen. Schon am Vormittag ist eine Jugendliche mit Blumen und Teelichtern da. Sie legt auch einen kleinen Teddybären ab.

Ihre zehnjährige Tochter habe schon seit dem ersten Gewaltverbrechen Angst, allein zur Schule zu gehen, berichtet eine Mutter. Nach dem Verbrechen vor zwei Monaten hätte die Polizei in dem Viertel mehr Präsenz zeigen müssen, meint die Frau. Das Opfer von damals war eine Kundin der Barsinghäuser Tafel, die in der Straße der Grundschule Lebensmittel an Bedürftige abgibt. „Natürlich haben wir Frauen in Barsinghausen jetzt Angst“, sagt eine ehrenamtliche Helferin. Jahrzehntelang sei in der Kleinstadt nichts Vergleichbares passiert.

Wurden die 55-Jährige und jetzt die 16-Jährige Opfer von Sexualverbrechen? In dem früheren Fall gebe es Anhaltspunkte, die darauf hindeuten, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Bei der Jugendlichen aber können die Fahnder dies nach der Obduktion ausschließen.

Bürgermeister Marc Lahmann (CDU) drückt den Angehörigen unterdessen sein Mitgefühl und seine Anteilnahme aus. „Ich hoffe auf einen schnellen Fahndungserfolg.“ Die Bevölkerung zeige sich beunruhigt nach dem erneuten Gewaltverbrechen. „Gerade Frauen äußern auch Angst, 'kann ich jetzt noch auf die Straße gehen'?“

Das Opfer habe die Schule geschwänzt und sich am Bahnhof aufgehalten, wollen vier 14- bis 17-jährige Jungen wissen, die am Morgen ebenfalls nicht in der Schule sind. „Sie war ein ganz normales Mädchen“, betont dagegen eine andere Passantin. Nach dem schrecklichen Verbrechen brodelt die Gerüchteküche.

Auch in der Bäckerei in der Straße sind die beiden Gewaltverbrechen an Frauen Gesprächsthema. „Hoffentlich wird der Täter schnell gefasst“, sagt die Verkäuferin. „Wir hoffen, dass wir vorankommen“, sagt auch Oberstaatsanwalt Klinge.

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