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Meine Stadt Zwangspause für Conti-Bau: Probleme bei Genehmigungen
Hannover Meine Stadt Zwangspause für Conti-Bau: Probleme bei Genehmigungen
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06:01 27.02.2019
Es gibt Verzögerungen: Baustelle zur neuen Conti-Zentrale am Pferdeturm. Quelle: Rainer Dröse
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Hannover

Beim Bau der neuen Conti-Zentrale am Pferdeturm ist der Zeitplan wegen Verzögerungen im Genehmigungsverfahren durcheinandergeraten. Deshalb hänge man drei Monate hinterher, teilte der Zuliefererkonzern auf NP-Anfrage mit. Die Stadt erklärte, Bauherren und Architekten hätten bisher keine vollständigen Bauvorlagen einreichen können. Deswegen habe man sich darauf verständigt, parallel zum Bauprozess Teilbaugenehmigungen zu erteilen. „Dies ist zeitnah, einvernehmlich und in engster Abstimmung mit Bauherren und Architekten erfolgt“, sagte eine Sprecherin der Stadt.

So fehlt bis heute eine sogenannte „nachbarschaftliche Vereinbarung“ zu Abstandsflächen der geplanten Parkhäuser, zu der unter anderem die Zustimmung der Deutschen Bahn benötigt wird – diese liege noch nicht vor. Auch ein wesentlicher Baustein zum Brandschutzkonzept fehle.

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Continental ist dennoch zuversichtlich, den Termin zur geplanten Fertigstellung im 4. Quartal 2021 einzuhalten. Der Termin sei nicht gefährdet, sagte ein Sprecher. Man werde den Zeitverlust durch eine „Straffung der Bauabläufe“ auffangen, die mit den Planern und ausführenden Unternehmen erarbeitet wurde. Auch mit Mehrkosten für das Projekt rechnet Conti nicht – „bei rechtzeitiger Erteilung der noch ausstehenden Teilbaugenehmigungen“. Auf die Frage, wie man die Zusammenarbeit mit dem Bauamt bewerte, sagte der Conti-Sprecher, es gebe seit mehr als einem Jahr „regelmäßige Abstimmungen mit der Bauordnung, in denen Details des Projekts mit großem Engagement aller Beteiligten geklärt werden konnten“. Unter anderem musste Conti die Planung für die Brücke über die Hans-Böckler-Allee technisch überarbeiten, um allen Vorschriften der Niedersächsischen Bauordnung gerecht zu werden.

Aktuell liegen zehn von 14 Teilbaugenehmigungen vor, einschließlich der Errichtung der Untergeschosse. Die Teilbaugenehmigungen für die Obergeschosse stehen nach Angaben von Conti noch aus. Zur Zeit wird der Baugrund durch „umfangreiche Erdarbeiten“ vorbereitet. Unter anderem werden 20 Bohrpfähle für die Statik des Gebäudes gesetzt, für die etwa zehn Meter tiefe Löcher gebohrt werden müssen. Mitte März rücken die Kräne für die Errichtung des Rohbaus an, das Richtfest ist für Ende 2019, Anfang 2020 geplant. Continental will die neue Zentrale mit Platz für zunächst 1250 Mitarbeiter pünktlich zum 150. Unternehmensjubiläum im Jahr 2021 bezogen haben.

Es ist nicht das erste Mal, dass es Probleme mit der späten Erteilung von Baugenehmigungen gibt. Das hannoversche Bauamt stand deswegen mehrfach in der Kritik, etwa beim Umbau des Hauptgüterbahnhofs oder dem Wasserstadt-Projekt.

Von Inken Hägernmann