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Meine Stadt Hannovers Grüne kritisieren Bahlsen-Erbin
Hannover Meine Stadt Hannovers Grüne kritisieren Bahlsen-Erbin
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14:40 15.05.2019
Erntet Gegenwind: Verena Bahlsen. Ihr wird vorgeworfen, die Zwangsarbeit in ihrem Unternehmen verharmlost zu haben. Auch Hannovers Grüne fordern Konsequenzen. Quelle: dpa
Hannover

Zwangsarbeiter? Hätten es bei Bahlsen „gar nicht so schlecht“ gehabt, behauptete Firmen-Erbin Verena Bahlsen. Eine Äußerung, für die es viel Gegenwind gab. Auch Hannovers Grüne fordern nun Konsequenzen.

Mit „Bestürzung“ habe er die Äußerungen Verena Bahlsens verfolgt, sagt Daniel Gardemin, kulturpolitischer Sprecher der grünen Ratsfraktion. Er sieht darin „eine verheerende Verdrehung des geschichtlichen Erbes, das Firmen wie Bahlsen und andere hinterlassen haben“. Gerade in der Industriestadt Hannover hätten viele Firmen von der Ausbeutung von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen „stark profitiert“. Sie stünden „in der Verantwortung, an der Aufarbeitung mitzuwirken“, so Gardemin.

Grüne: Auch städtische NS-Geschichte lückenhaft aufgearbeitet

Ein Feld, auf dem der Grüne viel Nachholbedarf sieht. Damit Geschichtsvergessenheit nicht neues „Unglück in unsere Gesellschaft trägt, fordern wir die Firma Bahlsen auf, sich deutlich zu positionieren und den Weg frei zu machen für eine Aufarbeitung der Werksgeschichte im Nationalsozialismus“. Auch von anderen Firmen, die in Hannover in der NS-Zeit profitiert hätten, erwarte er „eine gemeinsame Anstrengung, die Geschichte der Zwangsarbeit in Hannover aufzuarbeiten“, so Gardemin und schlägt die Einbindung „externer Expertise“ oder die Gründung eines Fonds zur Aufarbeitung vor.

Er kritisiert aber auch die Stadt. Auch städtische Unternehmen und Institutionen hätten von Zwangsarbeit profitiert. Auch in diesen Bereichen habe die Aufarbeitung „sehr lückenhaft stattgefunden“, sagt Gardemin. Die Verwaltung solle deshalb eine „systematische wissenschaftliche Aufarbeitung der Stadtgeschichte im Nationalsozialismus“ in Auftrag geben.

Von Christian Bohnenkamp

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