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Meine Stadt "Zum Glück gab es keine OP"
Hannover Meine Stadt "Zum Glück gab es keine OP"
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15:25 14.07.2011
Ein Krankenwagen fährt während des Stromausfalls durch die dunkle Kollenrodtstraße. Quelle: dpa
Hannover

Wenn plötzlich aller Strom ausfällt, wird es für Sekundenbruchteile auch im Krankenhaus dunkel, dort wo Leben und Gesundheit vieler Menschen von elektrisch betriebenen Apparaturen abhängt. Auf ihre Notstromaggregate zurückgreifen mussten Kliniken im Großraum Hannover, als in der Nacht zum Donnerstag für bis zu zwei Stunden der Strom ausfiel. Der Notfall hielt Techniker und Oberärzte in Atem - auch in der Notaufnahme einer Klinik, wo gerade die Wiederbelebung eines Patienten lief.

Altenheime ohne Notstrom riefen die Feuerwehr mit ihren Aggregaten zur Hilfe. In acht Heimen habe die Feuerwehr den Betrieb medizinischer Geräte sichergestellt, sagte Sprecher Jan Feichtenschlager. Entsprechende Aggregate gebe es auf jedem Löschfahrzeug. "Wir haben auch Heime gezielt angerufen und gefragt, ob sie Unterstützung brauchen." In sämtlichen Notlagen hätten seine rund 350 Kollegen Unterstützung bieten können. "Zum Glück gab es keine Operation, die lief", sagte der Sprecher des Klinikums Nordstadt, Bernhard Koch. Der Notstrom versorge zwar alle wichtigen Geräte, Monitore zur Überwachung aber schalteten auf Akkus um, die nicht ewig hielten. Außerdem biete die Notbeleuchtung weniger Licht.

Die Reanimation eines Patienten in der Notaufnahme geriet nicht in Gefahr. Allerdings lief eine Ärztin im schummerigen Licht gegen eine Glastür - trotz einer blutigen Lippe konnte sie ihre Arbeit fortsetzen. "Wir führten zum Glück zu der Zeit keine Operationen durch. Nur auf eine Schwangere, die auf einen möglichen Kaiserschnitt wartete, mussten wir aufpassen", sagte Prof. Hans Anton Adams an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Drei Stunden lang blieb dem mit 1200 Patienten voll ausgelasteten Krankenhaus der Strom weg. Zwischenzeitlich kam auch die Feuerwehr zu Besuch: Ein sensibler Feuermelder hatte auf die Abgase des Notstromdiesels empfindlich reagiert und Alarm ausgelöst.

"Während der Umschaltphase gibt es einige Sekunden, wo nichts da ist", berichtete der stellvertretende technische Leiter des Diakoniekrankenhauses Annastift, Peter Lappenberg. Dann sei der Schiffsdiesel samt Generator angesprungen. Als Lappenberg den Weg aus der komplett dunklen Innenstadt in die Klinik geschafft hatte, war der Strom wieder da. Per Hand musste er sicherstellen, dass alle elektrischen Geräte wieder ordentlich liefen.

In den Gängen eines Pflegeheims auf der Lister Meile schummerte grünes Notlicht, die Feuertüren schlossen automatisch, das Rufsystem auf den Zimmern funktionierte nicht. Die Nachtschicht kontrollierte mit Taschenlampen die Zimmer - und ging zuerst zu zwei Patienten, die künstlich ernährt werden. "Die Akkus der Geräte sind angesprungen und hätten auch noch längere Zeit gehalten", sagte Heimleiterin Christine Effne. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei. Die Lehre für das Pflegeheim: "Wir werden uns mehr Taschenlampen anschaffen." Im St. Monika-Heim blieben die Bewohner vom Stromausfall unbehelligt - sie schliefen, als die Notstromaggregate ansprangen. "Wir waren gut vorbereitet und hatten alles im Griff", sagte die Heimleitung.

Ebenfalls cool blieb die Nachtschicht im Kleefelder "Stephansruh", als kurzfristig das Telefonsystem zusammenbrach. Der eilig gerufene Elektriker war schnell vor Ort - kurz nach Ende des Ausfalls liefen die Geräte bereits wieder. In der Nähe des Hauptbahnhofes verschlief die zuständige Ordensschwester im "Marienhaus" den Stromausfall - so musste sie den Ärger der Bewohner am nächsten Morgen entgegennehmen, die vom Ausfall der Fernseher aufgeschreckt wurden. dpa