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Meine Stadt Zoo Hannover setzt auf mehr Gastro-Umsatz
Hannover Meine Stadt Zoo Hannover setzt auf mehr Gastro-Umsatz
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20:11 22.05.2019
NEUES KONZEPT: Das Gasthaus Meyer (früher Meyers Hof) im Zoo soll sich öffnen. Für den Mittagsbesuch ist dann kein Eintrittspreis mehr Pflicht. Zoochef Andreas Casdorff hat die Pläne entwickelt.
NEUES KONZEPT: Das Gasthaus Meyer (früher Meyers Hof) im Zoo soll sich öffnen. Für den Mittagsbesuch ist dann kein Eintrittspreis mehr Pflicht. Zoochef Andreas Casdorff hat die Pläne entwickelt. Quelle: Fotos: von Ditfurth
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Hannover

 Am Montag tagt der Aufsichtsrat. Zoo-Chef Andreas Casdorff wird dann die Jahresbilanz 2018 präsentieren. Er geht von zufriedenen Gesichtern aus: „Wir werden erheblich besser abschneiden als prognostiziert.“ Im Herbst war noch von einem drei Millionen Euro Defizit die Rede gewesen.

Die Verlustbringer sind bekannt. Die vermeintliche Top-Präsentation Panorama mit der Amazonas-Landschaft bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Dieser Zoo-Bereich wird geführt in der Zoo Service GmbH, in dem auch die Gastronomie angesiedelt ist. Beim bisherigen Umsatzbringer, so die NP-Info, tauchen jetzt auch rote Zahlen auf.

Konzept löst Rumoren aus

Casdorff will vor der Sitzung mit dem Aufsichtsrat dazu nichts sagen. Er bestätigt aber NP-Informationen über ein neues Gastro-Konzept. Das soll unter vielen der 230 Mitarbeiter der Zoo Service GmbH für ein Rumoren sorgen. Angeblich hätten vier Kollegen Aufhebungsverträge abgeschlossen und von einem Koch sei die Kündigung gekommen.

Bald noch beliebter für eine Mittagspause ohne Zoobesuch? Das Gasthaus Meyer soll sich öffnen.

Der Zoo-Chef bestreitet Aufhebungsverträge. Der Koch wolle gehen, weil die Produktion umgestellt werde. Fakt sei: Das 1998 eröffnete Gasthaus Meyer müsse modernisiert werden. Das werde im Sommer geschehen.

Auslastung soll besser werden

Neues Mobiliar, ein neuer Anstrich, künftig Sous Vide-Garmethoden – vor allem aber eine Öffnung nach außen ist geplant. Bisher ist der Besuch des Gasthaus-Biergartens erst nach 18 Uhr ohne Zoo-Eintritt möglich. Casdorff: „Wir wollen eine Wegeführung, streben eine bessere Auslastung mittags und nachmittags an.“

„Das neue Konzept lässt sich nur mit Mitarbeitern umsetzen, die es tragen“, weiß Casdorff. Er habe deshalb verschiedene Organigramme entwickelt und führe mit den Beschäftigten Gespräche. „Gemeinsam suchen wir die neuen Möbel aus. Gemeinsam besprechen wir neue Arbeitsabläufe.“ Wenn ein Mitarbeiter unter den neuen Bedingungen nicht mehr im Gasthaus Meyer arbeiten möchte, finde garantiert einen anderen Job in der Zoo-Gastronomie. „Wir sind der einzige Zoo, der so viel Gastronomie in Eigenregie betreibt.“

Gewerkschaft NGG ist besorgt

Das hört sich gut und vielversprechend an –aber das Rumoren im Team beschäftigt inzwischen auch die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG). Sekretär Thomas Domke: „Wir haben von der Möglichkeit betriebsbedingter Kündigungen gehört und sehen das mit großer Besorgnis.“ Allen NGG-Mitgliedern sichert er Unterstützung zu.

„Meine Leute freuen sich auf das neue Konzept“, hält Casdorff dagegen. An Personalabbau denke er nicht: „Wir stellen jedes Jahr in der Zoo-Gastronomie 80 Leute ein.“

Zoo ohne Zuschuss? Unmöglich

Auf kritische Nachfragen im Zoo-Aufsichtsrat ist der Manager bestens vorbereitet – auch auf die nach dem Defizit. Kein einziger Zoo in Deutschland könne ohne Zuschüsse existieren, sagt er. Das sei auch in der Zukunft nicht möglich. Man müsse vernünftig wirtschaften und investieren in die Attraktivität. Seit 2011 habe der Zoo Hannover mehr als 30 Millionen Euro aus eigenen Mitteln finanziert und bilanziert.

Von Vera König