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Meine Stadt Zerstückelte Leiche im Maschsee: Anklage erhoben
Hannover Meine Stadt Zerstückelte Leiche im Maschsee: Anklage erhoben
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15:25 24.05.2013
Die Leiche wurde im Oktober letzten Jahres entdeckt.
Die Leiche wurde im Oktober letzten Jahres entdeckt. Quelle: Emily Wabitsch/ Archiv
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Hannover

Nach dem Fund einer zerstückelten Frauenleiche im Maschsee in Hannover hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Mörder erhoben. Nach Auffassung der Anklagebehörde tötete der 25-Jährige aus Mordlust, niedrigen Beweggründen und zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Freitag."Vor Ermittlern hat er die Tat abgestritten", sagte Sprecherin Irene Silinger. Jedoch habe er wohl vor Mithäftlingen damit geprahlt. Ein Motiv soll Geltungssucht gewesen sein.

Mit vier Spezialhunden hat die Polizei am Freitag den Maschsee nach weiteren Leichenteilen abgesucht. Gefunden wurden allerdings nur einige Kleidungsstücke. NP-Fotograf Christian Elsner war dabei (mit dpa-Bildern).

Die Leichenteile der Prostituierten waren am 31. Oktober 2012 im See entdeckt worden. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft beging der 25-Jährige die Tat, um berühmt zu werden. Nach Erkenntnissen der Ermittler lernte der Laiendarsteller, der nach Aussagen von Bekannten zu Gewaltfantasien neigt, die 44 Jahre alte Prostituierte zwischen dem 27. und 31. Oktober kennen. In seiner Wohnung sollen beide Drogen genommen haben. Als sie ihm Sex verweigerte, stach er ihr in die Brust und tötete sie. Anschließend zersägte er die Leiche, wickelte Teile in Plastiktüten und warf sie in den Maschsee. In den rund vier Wochen bis zur Festnahme werteten die Fahnder 90 Stunden Videomaterial aus.

Bei mehreren Suchaktionen wurden Teile des Körpers, Kleidungsstücke, eine Säge, ein Hammer und ein Winkelschleifer gefunden. Doch ein Durchbruch gelang erst Ende November nach einem Zeugenhinweis. In der Wohnung des Angeklagten fanden Ermittler DNA und Blutspuren des Opfers an Wänden, auf dem Boden und im Bad. Die 44-Jährige war erst letzten Sommer nach Hannover gezogen. Die Ermittlungen gegen eine Bekannte des 25-Jährigen wurden nach Angaben Silingers eingestellt. Die Frau hatte nach dem Mord Geld mit der EC-Karte der Toten abgehoben. Es gebe aber keine Hinweise, dass sie in irgendeiner Form an dem Mord beteiligt gewesen sei. Sie sei wegen eines anderen Deliktes verurteilt worden, weshalb auch das Verfahren wegen der Nutzung der EC-Karte eingestellt wurde. Der Strafrahmen falle nicht ins Gewicht.

Für den Verdacht, dass der 25 Jahre alte Angeklagte 2010 eine weitere Prostituierte getötet haben könnte, gibt es laut Staatsanwaltschaft derzeit keine konkreten Hinweise. Die Ergebnisse eines psychiatrischen Gutachtens über seine Schulfähigkeit liegen noch nicht vor. Nun muss das Landgericht über die Zulassung der Anklage entscheiden.

dpa