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Meine Stadt Zahl der Methadon-Patienten steigt
Hannover Meine Stadt Zahl der Methadon-Patienten steigt
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12:32 03.04.2011

Hannover. "So was ist uns bisher nicht bekanntgeworden, aber wir können auch nicht ausschließen, dass es das gibt", sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, Uwe Köster. In Bremen waren in den Haaren von Kindern, deren Eltern mit Methadon behandelt werden, Drogenrückstände gefunden worden. Nun sollen dort die Auflagen für die Aufnahme in ein Methadon-Programm verschärft werden.

In Niedersachsen wurden im vergangenen Jahr insgesamt 12 223 Menschen mit Substitutionsmitteln behandelt. Das waren 138 mehr als 2009. An der Methadon-Behandlung nehmen Süchtige überall in Niedersachsen teil: Landesweit gab es im vergangenen Jahr 273 Ärzte, die die Ersatzdroge an die Abhängigen kontrolliert abgaben. Die allermeisten Patienten nehmen das Methadon direkt in der Praxis unter Aufsicht des Arztes zu sich - nur wenigen Süchtigen werde es erlaubt, beispielsweise die Dosis für eine ganze Woche mit nach Hause zu nehmen. "Da gibt es sehr genaue Prüfungen der Leute, sie müssen zeigen, dass sie befähigt sind, damit umzugehen", sagt Hannovers Stadtsprecherin Konstanze Kalmus.

In der Landeshauptstadt habe es bisher keinen einzigen Verdachtsfall gegeben, dass die Ersatzdroge unsachgemäß verwendet worden sei. "Man kann nicht einfach losgehen und die Kinder von allen Methadon-Patienten überprüfen, da müsste es schon ganz konkrete Hinweise geben", sagte die Stadtsprecherin. Zudem gebe es eine intensive Begleitung der Betroffenen - so müssen sie beispielsweise bei der Aufnahme in ein Methadon-Programm eine Bescheinigung darüber vorlegen, dass sie in psychosozialer Betreuung sind, etwa bei einer Drogenberatung.

"Die Stellen wissen genau, wie die familiären Verhältnisse sind", sagte Kalmus. Im Bezirk Hannover werden zur Zeit 1700 Patienten geführt, davon sind rund ein Viertel Frauen, in etwa 30 Fällen sind auch Kinder betroffen. "Wir versuchen, ein ganz enges Netz zu knüpfen, um mit Blick auf das Kindeswohl mit den Leuten in Kontakt zu kommen", betonte die Stadtsprecherin.

Auch der Sprecher des niedersächsischen Sozialministeriums, Thomas Spieker, sagte: "Wir haben keine Kenntnis, dass es in Niedersachsen schon zu Problemen gekommen ist." Er betont aber, zuständig für solche Fälle seien die Jugendämter der Kommunen - und die müssten ihre Erkenntnisse nicht an das Land melden.

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