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Meine Stadt Institutionen unterzeichnen Charta – für ein würdevolles Sterben
Hannover Meine Stadt Institutionen unterzeichnen Charta – für ein würdevolles Sterben
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19:17 29.11.2018
Für ein würdevolles Sterben: Carola Reimann, Christoph Meyn, Michael Fürst und Claudia Kahle (v.l.).
Für ein würdevolles Sterben: Carola Reimann, Christoph Meyn, Michael Fürst und Claudia Kahle (v.l.). Quelle: Foto: Behrens
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Hannover

Krankheit, Tod und Sterben: All das sind Themen, mit denen sich die Menschen nur ungern auseinander setzen, häufig gelten sie gar als Tabuthemen. Umso mehr Anerkennung gebührt den Menschen, die sich im Rahmen der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen“ nahezu täglich damit auseinander setzen, die betroffenen Menschen in der letzten Phase ihres Lebens bestmöglich zu begleiten.

Am Donnerstag haben im Rahmen eines Festaktes 29 niedersächsische Institutionen und Organisationen aus Politik, Medizin, Religion und Wohlfahrt, sowie mehrere Einzelpersonen die Charta in Hannover unterzeichnet. So auch Martin Kind, Präsident von Hannover 96. Er sagt: „Wer sein Leben aktiv selbst gestaltet hat, der wird auch sein Sterben nach eigenen Werten und Vorstellungen gestalten wollen.“

Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) betont bei dem Festakt: „Die gute Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen ist die wichtigste Aufgabe der Humangesellschaft.“ Für eine Verbesserung in diesem Bereich wurde der Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen e.V. gegründet. „Damit gibt es jetzt eine strukturierte, qualifizierte Beratung und Informationen zu allen Dingen mit dem Schwerpunkt auf ehrenamtliche Tätigkeit.“ Denn: Sterbegeleitung werde sehr oft von Ehrenamtlichen durchgeführt. Ein wichtiges Thema sei außerdem die gut vernetzte Versorgungsstruktur zwischen Medizinern, Pflegekräften und den Kirchen.

Ulrich Domdey, Vorsitzender des Landestützpunktes, sieht aber auch Probleme in der Palliativversorgung: Nach dem Gesetz habe jeder Bürger das Recht auf eine Begleitung am Lebensende. „Aber wenn wir an die Einrichtungen der Altenpflege, ambulante Pflegedienste und ländliche Regionen denken, zeigt es, dass das noch nicht der Fall ist.“ Daher sei es wichtig, die allgemeine ambulante Hospiz- und Palliativersorgung voranzubringen. „Ziel muss es sein, dass niemand an einem Ort besser oder schlechter sterben darf, als an den anderen Orten.“

Insgesamt haben bis September 1879 Organisationen sowie 22 598 Einzelpersonen die Charta unterschrieben.

Von Cecelia Spohn