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Meine Stadt Symbolisch zugemauert: Aktion gegen Druck auf Mieter
Hannover Meine Stadt Symbolisch zugemauert: Aktion gegen Druck auf Mieter
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00:16 12.02.2019
Mauerbau: Mieter-Aktivisten aus Hannover protestieren vor dem Büro einer Immobilienfirma an der Christuskirche in der Nordstadt. Quelle: Fotos: Wilde
Hannover

Mit einer weiteren Aktion haben hannoversche Aktivisten am Samstag auf die ihrer Ansicht nach zunehmend schlechtere Situation für Mieter in der Stadt aufmerksam gemacht. Als „Nordstadt solidarisch“ zogen annähernd 30 von ihnen in der Nordstadt vom Welfengarten an die Christuskirche und „mauerten“ dort symbolisch die Tür eines Immobilienunternehmens zu.

PROTEST: Unterstützung für eine gekündigte Familie.

Anlass: Dem Unternehmen wird eine enge geschäftliche Verbindung zu einem Brüderpaar aus Stendal unterstellt, welches wiederum Druck auf einen seiner Mieter in einem Haus in der Warstraße ausübe, und eine Familie aus der Wohnung dränge, die dort schon 31 Jahre lebt (NP berichtete).„Wir wollen uns solidarisch mit der Familie zeigen“, sagt Arno Berthold (Name geändert), ein Aktivistensprecher. „Und wir wollen darauf hinweisen, dass man in Hannover kaum noch eine Wohnung für unter elf Euro je Quadratmeter mieten kann.“ Das tun sie an diesem Samstagmittag mit Transparenten, Infozetteln und per Lautsprecher verstärkter Stimme.

Es sei „kein Einzelfall, dass Mieter psychisch und finanziell unter Druck gesetzt werden, um Wohnungen frei zu bekommen, sie dann zu modernisieren, um am Ende mehr kassieren zu können.“

UNTERWEGS: Die Mietrechts-Aktivisten auf ihrem Protestmarsch in der Nordstadt.

„Die Rendite, sagt der Aktivist, „steht oben an!“ Besonders, wo reine Investmentinteressen dahinter stehen, also Finanzinvestoren oder große Immobiliengesellschaften als Eigentümer/Vermieter auftreten, sei es -„inzwischen so, dass man uns nicht mehr als Mieter wahrnimmt – wir werden nicht mal mehr als Kunden wahrgenommen. Doch wir haben Rechte, und die nehmen wir verstärkt wahr.“ Und so hat sich aus der Einzelfallaktion „Fliederstraße 5“ die umfassendere Gruppierung „Nordstadt solidarisch“ gebildet - die ausdrücklich unterstreicht: „Wir engagieren uns stadtteilübergreifend!“

Das Problem treffe besonders junge Leute und Alleinstehende, sagt Berthold und mahnt: "Das ist heute so - kann morgen aber auch den Mittelstand treffen!"

Von Ralph Hübner

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