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Meine Stadt Wohnungsmarkt: Alte Fehler rächen sich jetzt
Hannover Meine Stadt Wohnungsmarkt: Alte Fehler rächen sich jetzt
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19:22 04.11.2019
Die Fassade eines Wohnblocks aufgenommen in Hannover. NP-Redakteurin Inken Hägermann kritisiert in ihrem Kommentar, dass 40.000 Sozialwohnungen bis 2030 zu wenig sind. Quelle: dpa
Hannover

Manchmal reicht ein Blick in die Zahlen: Vor rund 30 Jahren zählte man in Niedersachsen knapp 300.000 Sozialwohnungen, Ende 2018 waren es noch 75.000. Dazwischen liegt eine Phase, in der deutsche Kommunen und Länder größtenteils ihre Wohnungs(bau)gesellschaften an private Investoren verkauft haben. Man könnte auch sagen, das Tafelsilber verscherbelt. Die Folge: Ein einmaliger Geldsegen für öffentliche Kassen und ein eklatanter Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Diesem „Teufelskreis der Privatisierung“ sei man bis heute nicht entkommen, schimpft Niedersachsen DGB-Chef Mehrdad Payandeh. Mehr als 100.000 bezahlbare Wohnungen fehlen derzeit zwischen Harz und Heide. Da helfen auch nicht die von der Politik geplanten 40.000 Sozialwohnungen bis 2030 – das ist viel zu wenig.

Wien könnte ein Vorbild sein

Modelle, wie es anders laufen könnte, gibt es: etwa die Stadt Wien, in der rund die Hälfte der Bürger in einer städtischen Wohnung lebt. Wien hat aber auch darauf verzichtet, eigene Wohnungen an private Investoren zu vertickern. Niedersachsen und seine Kommunen müssen nun viel tun, um ihren Fehler wieder auszubügeln. Die Gründung einer neuen Landesbaugesellschaft ist dabei unumgänglich. Dafür werden die Erlöse aus dem Verkauf des Tafelsilbers allerdings kaum reichen.

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Von Inken Hägermann

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