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Meine Stadt Wo bleibt die Verkehrswende, Hannover?
Hannover Meine Stadt Wo bleibt die Verkehrswende, Hannover?
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00:21 07.06.2018
Die Fußgänger erobern die Straße – hat das Zukunft? Quelle: Samantha Franson
Hannover

Der Druck auf Hannovers Stadtverwaltung, eine Mobilitätswende einzuleiten, wächst. Umweltaktivisten kämpfen für das Recht auf saubere Luft und blockierten bereits das Leibniz­ufer. Auch lange Staus bleiben ein Problem – vor allem im Berufsverkehr. Dagegen tut die Stadt Kritikern zufolge immer noch zu wenig.

Diesel-Fahrverbote will die Verwaltung trotz zu ho­her Stickoxidwerte unter allen Umständen vermeiden. Ohne Unterstützung des Bundes, der eine Blaue Plakette einführen könnte, sieht sie kurzfristig wenig Möglichkeiten, das Problem in den Griff zu bekommen.

Langfristig will die Verwaltung die Lage durch einen Ausbau der Radinfrastruktur sowie der Elektromobilität verbessern. Sie will zum Beispiel in diesem Jahr den Bau des ersten Radschnellweges Richtung Lehrte in Angriff nehmen, außerdem in den nächsten Jahren 240 neue E-Ladestationen einrichten und auch die eigene Fahrzeugflotte – soweit möglich – auf E-Mobilität umrüsten.

Die Grünen scheitern mit Vorstoß

Vorstöße der Grünen so­wie anderer Initiativen, den Verkehr im Bereich der Innenstadt durch eine Ausweitung von Tempo-30-Zo­nen sowie durch einen Verzicht auf Fahrspuren einzudämmen, scheiterten bisher aber vor allem am Widerstand von SPD, CDU und FDP, die eher auf eine Verflüssigung des Verkehrs durch intelligente Ampelsteuerung setzen.

Diese Fraktionen lehnen auch eine Reduzierung der Fahrspuren am Leibnizufer ab, die zuletzt sowohl De­monstranten für saubere Luft als auch Architekten wieder in die Diskussion gebracht hatten.

Das Bündnis von SPD, Grünen und FDP im Rat hatte sich allerdings dafür eingesetzt, den Nahverkehr durch die Einführung eines 365-Euro-Tickets attraktiver zu machen, so dass dessen Nutzung nur einen Euro pro Tag kosten würde. Zuständig dafür aber ist die Region – und die hielt wenig von dem Vorschlag. Eine Mehrheit für das Vorhaben ist derzeit nicht in Sicht. Und Kritiker merken auch an, dass die Subventionen dafür besser in eine Verdichtung des Taktes sowie bessere Busse und Bahnen investiert werden sollten.

Ideen gibt es also. Von einer echten Mobilitätswende ist Hannover allerdings noch weit entfernt.

Der NP-Kommentar von Fabian Mast:

Es geht doch: Der autofreie Sonntag befreit die Innenstadt für ein paar Stunden von Abgasen und Lärm. Warum schaffen wir das eigentlich nicht häufiger?

Zugegeben: Ein Wahlkampfschlager ist es nicht gerade, Autofahrern das Leben schwer zu machen. Trotz Luftverschmutzung und Unfalltoter, trotz Benzinpreisen und Park­- platznot können oder wollen nur wenige Men- schen auf ihr Fahrzeug verzichten. Und auch in Zeiten schmelzender Polkap- pen macht der Klimawandel zwar schon Angst, richtig wütend aber die Rotphase an der nächsten Ampel.

Aber bedingungslos ist unsere Liebe zum Auto nicht mehr, sie steckt voller Widersprüche. Der Geländewagen in der City: zwischen Statussymbol und Lachnummer. Der Diesel: sparsam, aber auch schmutzig. Überhaupt die Umweltpolitik: Was nützt eine Luft ohne Feinstaub, wenn hunderttausende Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen?

Als Stadtbaurat Rudolf Hillebrecht aus dem zerbombten Nachkriegs-Hannover die „autogerechte Stadt“ machte, bewunderte das noch die ganze Republik. Das Auto als Symbol der Freiheit, des Aufbruchs, des Wirtschaftsbooms. Der betriebsame Charme mehrspuriger Verkehrsschneisen – es war eine andere Zeit.

Eine Stadt ohne Autos, das wird aus vielen Gründen so schnell nicht funktionieren. Aber eine Stadt mit weniger Autos, das hat eindeutig Zukunft.

Von C. Bohnenkamp

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