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Meine Stadt Wirtschaftsempfang mit 800 Gästen
Hannover Meine Stadt Wirtschaftsempfang mit 800 Gästen
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22:11 29.10.2018
Volles Haus: Im HCC fand gestern der Wirtschaftsempfang der Stadt Hannover statt – und 800 Gäste waren mit dabei.
Volles Haus: Im HCC fand gestern der Wirtschaftsempfang der Stadt Hannover statt – und 800 Gäste waren mit dabei. Quelle: Christian Behrens
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HANNOVER

Wirtschaftsempfänge leiden ja in der Regel darunter, dass sie schnell langweilig werden, weil zu viel geredet und zu wenig mit- und untereinander gesprochen wird. Die Stadt Hannover macht es seit einiger Zeit anders. Das Motto wechselt jährlich und jetzt kommen dazu in einem Podiumsgespräch auch noch Fachleute zu Wort, die sich damit auskennen.

„Internationalisierung als Wachstumsmotor für den Standort Hannover“ hieß das Leitmotto diesmal, rund 800 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft kamen Montagabend ins HCC, darunter Stephan von Stenglin (Deutsche Bundesbank), Thomas Schwarz (Geschäftsführer aha-Zweckverband), Volkhardt Klöppner (Vorstandschef Üstra), Heinrich Jagau (Vorstandschef Sparkasse Hannover), Raoul Hille (Geschäftsführer Hannover Airport) und Andreas Casdorff (Geschäftsführer Erlebnis-Zoo Hannover).

„Die Internationalisierung hat inzwischen eine entscheidende globale Dimension erhalten“, sagte Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette in ihrer Begrüßungsrede. Allerdings sei damit auch die Verantwortung für Nachhaltigkeit gewachsen: „Unser Hunger nach Fleisch sorgt dafür, dass in manchen Ländern nicht mehr genügend Ackerfläche vorhanden ist, um den täglichen Bedarf an Nahrungsmitteln für die dortige Bevölkerung zu decken.“

Hannover verdanke seinen wirtschaftlichen Aufschwung den internationalen Messen, so OB Stefan Schostok. „Weltoffenheit gehöre nicht erst seit der Expo 2000 fest zur Identität unserer Stadt. Und im Zeitalter von Digitalisierung und Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft werden unternehmerische Entscheidungen mehr denn je global getroffen.“

Stichwort Internationalisierung: In der Prodiumsdiskussion herrschte bei Marianne Neuendorff, Leitung Personalmanagement bei Bahlsen, Johann-Friedrich Dempwolff, Chef von Automobilzulieferer und Batterie-Hersteller Johnson Controls, sowie Jörg Rocholl, Wirtschaftswissenschaftler und Präsident der internationelen Wirtschaftsschule ESMT Berlin, Einigkeit darüber, dass darin der Wachstumsmotor für den Wirtschaftsstandort Hannover schlechthin liegt. „Als internationales Unternehmen suchen wir Talente in der ganzen Welt. Wir brauchen ein weltoffenes, sicheres und kulturreiches Hannover, um sicherzustellen, dass wir diese auch bekommen“, sagte Johann-Friedrich Dempwolff.

Trotz protektionistischer Tendenzen bleibe die Internationalisierung wichtiger Wachstumsmotor, auch für den Standort Hannover, ergänzte Wirtschaftswissenschaftler Jörg Rocholl: „Sowohl Universitäten als auch Unternehmen müssen weltoffen sein und eine Perspektive für ausländische Studierende und Arbeitnehmer bieten, um sich im Wettbewerb zu behaupten“, führte er aus.

Dem pflichtete Neuendorff, die Personalchefin von Bahlsen, bei: „Die Innovationskraft national oder international lebendig zu machen gelingt nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik, Forschung und Kultur.“

Von Andreas Voigt