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Meine Stadt Hannover: Drohen Turbulenzen am Arbeitsmarkt?
Hannover Meine Stadt Hannover: Drohen Turbulenzen am Arbeitsmarkt?
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18:09 13.08.2019
SKEPTISCHER BLICK NACH VORN:Ein Mitarbeiter in der Montagehalle bei ContiTech in Northeim. Quelle: Foto: dpa
Hannover

Die Stimmung in der regionalen Wirtschaft ist zunehmend mies: Wie die IHK Hannover mitteilte, ist der Konjunkturklima-Indikator für den Bezirksbereich der IHK mit 106 Punkten derzeit auf dem niedrigsten Stand seit sechs Jahren. Noch vor 18 Monaten hatte der Wert bei 130 Punkten gelegen – ein Rekordhoch. Beschäftigungspläne und Investitionen würden nach den jüngsten Auftragseinbrüchen in der Industrie zunehmend auf den Prüfstand gestellt oder bereits revidiert, sagte dazu IHK-Hauptgeschäftsführer Horst Schrage.

Die Unternehmen würden ihren Fokus „wieder stärker“ darauf legen, Kosten zu sparen, um ihre Produktivität zu erhöhen. Dazu würden auch Beschäftigungspläne gekürzt, so Schrage. In kleinen Industriebetrieben (10 bis 50 Beschäftigte) würden nur noch sieben Prozent von einer steigenden Beschäftigtenanzahl ausgehen und 23 Prozent mit einem Rückgang bei der Zahl der Beschäftigten. Rechnet man die beiden Werte gegeneinander, bleibt ein Saldo von minus 16 – in den Vorjahren hatte dieser Wert stets deutlich im Plus gelegen. Bei großen Industriebetrieben (mehr als 300 Beschäftigte) ist der Effekt nicht ganz so stark: 18 Prozent rechnen weiterhin mit zunehmender Beschäftigung, 23 mit einer sinkenden (minus 5). Neueinstellungen zum Beschäftigungsaufbau seien somit in der Industrie „mittelfristig kaum noch zu erwarten“, heißt es in einer Mitteilung der IHK. Hier kündige sich eine Trendwende am Arbeitsmarkt an. Auch die Investitionsplanungen der Unternehmen würden bereits stagnieren.

Erwartungen an die zweite Jahreshälfte eingetrübt

Zwar sei die aktuelle Geschäftslage im IHK-Bezirk mit rund 160.000 Mitgliedsunternehmen noch „relativ gut“, die Erwartungen an die zweite Jahreshälfte hätten sich allerdings weiter eingetrübt. Nur noch 13 Prozent der befragten Firmen rechnen mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung (Vorquartal: 18), während 22 Prozent von einer rückläufigen Entwicklung ausgehen (Vorquartal 20.

„International durchlebt unsere Wirtschaft derzeit kräftige Turbulenzen und steht im scharfen Gegenwind“, so Schrage. Für den „Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit“ forderte er deshalb von der Politik „nachhaltige Entlastungen der Unternehmen bei Steuern und Energiekosten sowie konsequenten Bürokratieabbau am Standort Deutschland“.

Internationale Politik drückt auf die Stimmung

Ulf-Birger Franz, Wirtschaftsdezernent der Region Hannover, sagte mit Blick auf die IHK-Zahlen, dass insbesondere die internationalen politischen Rahmenbedingungen „negativ auf die Stimmung“ drücken würde. „Allerdings sind viele Unternehmen in der Region robust aufgestellt und nicht nur von einem Markt abhängig.“

Gut ist die Stimmung aktuell noch im Handwerk, vor allem im Bausegment, aber auch im Kfz-Handwerk. „Der Rückgang der Industrieproduktion spiegelt sich im Handwerk noch nicht wieder“, sagte Karl-Wilhelm Steinmann, Präsident der Handwerkskammer Hannover. Zwar würden sich wieder mehr Handwerksbetriebe an Ausschreibungen beteiligen, um Aufträge zu gewinnen. Allerdings sei der Druck zur Auftragsgewinnung für die Firmen noch nicht sehr hoch. Im Hochbau dürften die Auftragsbücher für die kommenden vier bis sechs Monate gefüllt sein, im Elektro- und Sanitärbereich reiche der Bestand sogar noch darüber hinaus.

Von Inken Hägermann

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