Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Sparkasse: Liegen über den eigenen Erwartungen
Hannover Meine Stadt Sparkasse: Liegen über den eigenen Erwartungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:16 22.02.2019
GELDHAUS: Die Zentrale der Sparkasse Hannover am Raschplatz hinter dem Hauptbahnhof.
GELDHAUS: Die Zentrale der Sparkasse Hannover am Raschplatz hinter dem Hauptbahnhof. Quelle: Foto: Eberstein
Anzeige
Hannover

„Zufriedenstellendes Geschäftsjahr – Ausrufezeichen!“ – so fasste Heinrich Jagau, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hannover, das Jahr 2018 zusammen. Die Bilanzsumme um 400 Millionen Euro erhöht, eine halbe Milliarde mehr Kundengelder eingesammelt (mehr Details zu den Erfolgszahlen unten links) - damit sei der „im Jahr 2016 eingeschlagene Veränderungskurs aus unserer Sicht erfolgreich“.

Zur Veränderung gehört auch bei der Sparkasse Hannover die Digitalisierung: Rund 4,9 Millionen Kunden würden die Bank online besuchen – „unsere größte, meistbesuchte Filiale“, wie Vize-Vorstandschef Jens Bratherig es nennt. Auch nehme die Beratung via Video-Chat zu, das nutzten etwa auch Kunden, die weggezogen sind und der Bank die Treue halten wollen.

Und damit auch die Belegschaft die digitale Welt erfährt, sind laut Personalvorstand Kerstin Berghoff-Ising alle Mitarbeiter mit mobilen Tablet-Computern ausgestattet worden – die sie auch privat nutzen dürfen. Zunehmend gefragt würden auch die Teilzeitarbeit-Modelle – jeder zweite Mitarbeiter nutze die eine oder andere Form. Das Maximum: Wer auf sein 14. Monatsgehalt verzichtet, bekommt dafür 20 zusätzliche Urlaubstage – hat also dann bei 13 Gehältern 50 Tage Urlaub.

Da die Sparkasse sich auferlegt hat, die Belegschaft um 200 Vollzeitstellen zu verringern, sind im vergangenen Jahr zehn Millionen Euro an Abfindungen verbucht worden, je Fall Beträge zwischen 50.000 und 150.000 Euro, erklärt die Personalchefin. 186 Stellen sind so seither abgebaut worden. Hier gilt seit dem 2016 aufgestellten Ausstiegsprogramm das Motto: Wer freiwillig geht, dem zahlt die Bank noch drei Jahre lang quasi sein Gehalt weiter.

Punkte, die dem Vorstand nicht gefallen, waren und sind etwa die Negativzinsen, die die Sparkasse für ihr bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zu parkendes Geld zahlen muss (0,4 Prozent). Dazu die erneute Belastung durch Wertberichtigungen des Anteils an der kriselnden Landesbank Nord-LB. Die Abschreibung auf die Beteiligung - sie dürfte zwischen 40 und 50 Millionen Euro betragen haben - habe „dafür gesorgt, dass vom Ergebnis unterm Strich nicht viel übrig ist“. Immerhin reicht es aus, um wie im Vorjahr 2,8 Millionen Euro an ihre „Träger“ Region und Stadt Hannover auszuschütten. Und das Geldinstitut werde 39 Millionen Euro an Steuern entrichten – gut zwei Millionen Euro weniger als im Jahr davor, doch für Jagau immer noch „ein Ausdruck für operative Stärke“. Sein Fazit lautet daher: Auch wenn es bei einzelnen Punkten nicht ganz wie erwünscht und angestrebt gelaufen ist: „Im Entwicklungspfad liegen wir außerhalb unserer Erwartungen!“

Der Erfolg in Zahlen

Die Bilanzsumme der inzwischen sechstgrößten Sparkasse Deutschlands sei aus dem originären Kundengeschäft heraus (laut Vorstandschef Heinrich Jagau „kleinteiliges, mühseliges Einsammeln des Geldes und wieder verteilen in Form von Krediten“) um 400 Millionen Euro auf 15,3 Milliarden Euro gesteigert worden.

Vom erzielten Betriebsergebnis (vor Bewertungskorrekturen und Steuern) von 111 Millionen Euro seien am Ende unterm Strich 20 Millionen Euro Bilanzgewinn geblieben (wie im Vorjahr). Trotz der allgemein niedrigen Zinsen habe die Sparkasse Hannover einen Zinsüberschuss von 223 Millionen Euro erzielt – sechs Millionen Euro weniger als 2017, doch immer noch ihre bedeutendste Ertragsquelle. Der Überschuss aus Provisionen habe 98 Millionen Euro betragen, sei damit fast auf dem Niveau des „Ausnahmejahres 2017“. Besonders gut ist weiter das Baufinanzierungsgeschäft gelaufen: Hier habe die Sparkasse vergangenes Jahr gut 928 Millionen Euro an Darlehn zugesagt. Insgesamt stehen bei ihr nun erteilte Baufinanzierungskredite über 7,4 Milliarden Euro in den Büchern.

Am Ende des Jahres verzeichnete die Sparkasse Hannover 12,1 Milliarden Euro an Einlagen von ihren Kunden – ein Zuwachs von 497 Millionen Euro. Rund 476.000 Girokonten verwalte die Bank nun, ein Plus von rund 2000.

Die Zahl der Mitarbeiter sei um 48 auf 1800 gesunken (in der Sparkasse Hannover-Gruppe um 75 auf 2370).

Mit rund drei Millionen Euro habe die Bank etwa 550 Projekte in der Region gefördert – Soziales, Kulturelles, Sport, Bildung und Wissenschaft.

Filialangelegenheiten

Sechs Filialen werden 2019 geschlossen, dann ist die Sparkasse Hannover am im Jahr 2016 selbstgegebenen Ziel: Langenhagen-Brink und -Godshorn (gerade im Februar), Isernhagen-Neuwarmbüchen (Juni), Garbsen-Horst (Juni), Neustadt-Bordenau (Juli) und Langenhagen-Engelbostel (Juli).

Zudem werden fünf Beratungscenter auf SB umgestellt, bei zweien davon bleiben Räume für Beratungsgespräche erhalten: Neustadt-Mandelsloh und -Hagen (beide bereits umgestellt auf SB mit Beratung). Nur noch SB: Garbsen - Auf der Horst (März), Burgwedel-Wettmar (Juni) und Elze-Bennemühlen (Juni).

Am Ende werden es noch 69 „echte“-Filialen und 30 „SB-Filialen“ sein.

Von Ralph Hübner