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Meine Stadt IHK: Unternehmen sorgen sich um US-Geschäft
Hannover Meine Stadt IHK: Unternehmen sorgen sich um US-Geschäft
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17:56 08.02.2019
exportgeschäft: Auf dem Autoterminal im Emdener Hafen stehen Fahrzeuge bereit – auch für die USA. Quelle: Foto: dpa
Hannover

Angesichts der ungeklärten Lage, wie sich die USA im Handel mit anderen Ländern demnächst tatsächlich verhalten werden, lässt die Industrie- und Handelskammer (IHK) in Hannover einen Gesprächskreis dazu wieder aufnehmen. „Hier können sich Unternehmen treffen und austauschen, die massiv Geschäfte mit den USA machen“, erklärt IHK-Außenhandelsexperte Tilmann Brunner.

Man werde dazu auch immer wieder „die Auslandshandelskammern ansprechen und zur Teilnahme einladen, auch andere US-Experten, etwa für Impulsreferate“, erklärt Tilmann Brunner. So einen Gesprächskreis habe es vor etwa zehn Jahren schon einmal gegeben.

Der Gesprächskreis wurde gelegentlich des Besuchs von Dietmar Rieg wiederbelebt, der zurzeit auf Deutschlandtour ist – er ist Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer in New York. Er sagte am Freitag in Hannover: „Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA über das letzte Jahr war gut, relativ unbeeindruckt von der brisanten politischen Diskussion im Land.“ Aus seiner Sicht haben „unsere Unternehmen große Probleme, für ihre Produktionen in den USA qualifizierte Mitarbeiter, insbesondere technische Facharbeiter zu finden. Von deutscher Seite initiiert laufen in den USA jetzt verstärkt Programme zur Ausbildung nach dem deutschen Muster.“

Laut Brunner versuchen die niedersächsischen Unternehmen, die in den USA produzieren, gerade ihre Lieferketten zu ändern – etwa wegen der gegen China oder auch auf den Stahlimport aus der EU verhängten Strafzölle: „Sie sind dabei, Wege zu finden, damit sie von diesen Hindernissen und Knüppeln, die man ihnen in den Weg wirft, nicht getroffen werden.“ Denn eine Produktion lasse sich nicht mal so eben verlegen. Es herrsche „große Furcht, dass Trump Autos mit Strafzöllen belegt – da ist ja von bis zu 25 Prozent die Rede“. Die wichtigsten Handelspartner des Landes sind in der Bedeutung nach: Frankreich, die Niederlande, Großbritannien, die USA – und China. Das Land hat laut IHK inzwischen Polen abgelöst und einen viel geringeren Abstand zu Platz eins als die bisherigen Fünftplazierten.

Mehr Sorgen als das US-Geschäft mache den Firmen aber der Brexit: „Das ist akuter, näher dran – da kann es in drei Wochen ein riesen Chaos geben. In den USA passiert da nichts von heute auf morgen.“ Denn erklärtes Ziel der Amerikaner und der EU sei es, auch nach dem Scheitern des TTIP-Abkommens, die Zölle möglichst auf null zu bringen – da werde zur Zeit aber noch viel taktiert und sei unklar, auf welche Güter sich dann was beziehen wird. „Verhalten zuversichtlich“, sagt der Außenhandelsexperte, sei die niedersächsische Wirtschaft auch, was den Handelsstreit USA-China betrifft.

Das vergangene Jahr dürfte vom Export in die USA her – „sehr, sehr stark dominiert von der Automobilwirtschaft“ - sich in die Reihe jener Jahre einreihen, die so um fünf Milliarden Euro Export für Niedersachsens Unternehmen brachten (bereinigt um einen Sondereffekt). Von daher ist es wohl als ein Normaljahr zu betrachten.

Schwer hat es die Ernährungswirtschaft Niedersachsens: Sie leidet unter den Erfordernissen, die Anforderungen zu erfüllen, die etwa die US-Behörde FDA (Food and Drug Administration) Zulassung und Marktüberwachung von Lebensmitteln, Medikamenten und Medizinprodukte) für eine Zulassung setzt. Das sei aufwendig, komplex und sehr teuer – aus Sicht von Brunner eine echte Marktzutrittsbarriere, das die Firmen das lassen: „Da ist für unsere Ernährungsbranche wenig zu holen“. Allerdings räumt der IHK-Außenhandelsexperte ein: Auch US-Firmen haben mit den Vorschriften in Sachen Ernährungs-/Lebensmittel-Produkten hier zu kämpfen.

Von Ralph Hübner

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