Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Erster Warnstreik seit 20 Jahren bei Nass Metall
Hannover Meine Stadt Erster Warnstreik seit 20 Jahren bei Nass Metall
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 10.11.2018
KÄMPFERISCH: Rund 100 Beschäftigte beteiligten sich am Warnstreik der IG Metall beim Zulieferer Nass Magnet in der Nähe des Alten Flughafens. Quelle: Foto: Behrens
Anzeige
HANNOVER

Arbeitskampf beim Zuliefererbetrieb Nass Magnet in Hannover: Zum ersten Mal seit 20 Jahren fand am Mittwoch bei dem eigentümergeführten Mittelständler ein Warnstreik statt. Rund 100 der insgesamt 300 Beschäftigten beteiligten sich an dem vorübergehenden Ausstand. Sie unterstützten damit die Forderung der IG Metall nach Abschluss eines Anerkennungs-Tarifvertrags für die Metall- und Elektroindustrie. Nass Magnet ist 1998 aus dem Arbeitgeberverband Niedersachsenmetall ausgestiegen und seitdem nicht mehr tarifgebunden.

Nach Angaben der Gewerkschaft gibt es Beschäftigte bei Nass Magnet (stellt Bremsventile her), die bei einer 40-Stunden-Woche rund 2000 Brutto verdienen – deutlich unter dem Entgelt in der Fläche. Laut IG Metall beträgt die Lücke zum Flächentarifvertrag für einige Teile der Belegschaft bis zu 30 Prozent. Gewerkschaft und Arbeitgeber haben bereits zwei bisher erfolglose Gesprächsrunden hinter sich, in denen über eine Ankopplung und Heranführung an das Entgeltniveau des Flächentarifs verhandelt wurde. Die IG Metall erklärte dazu, dass die Geschäfte bei Nass Magnet seit einigen Jahren „sehr gut“ laufen würden. Donnerstag ist der nächste Verhandlungstermin. Sollte sich keine Lösung andeuten, sei man bereit für neue Arbeitskampfmaßnahmen, hieß es bei der IG Metall. Die Beteiligung von 100 Beschäftigten am Warnstreik sei motivierend und ein „sehr gutes Ergebnis“.

Anzeige

Eigentümer Klaus Kirchheim lehnt einen Anschluss an den Flächentarif bisher ab. Das könne sich das Unternehmen nicht leisten, sagte er gegenüber der NP. Würde man sofort entsprechend Flächentarifvertrag zahlen, würden Mehrkosten für Personal von zwei Millionen Euro auflaufen. Der angepeilte Jahresgewinn für 2018 liege aber nur bei 600 000 Euro. „Das geht nicht auf“, so Kirchheim. Zudem lehne er es ab, eine Verpflichtung zu übernehmen (Entgeltzahlung nach Tarif), von der er nicht wisse, ob er diese künftig auch einhalten könne.

Von INKEN HÄGERMANN