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Meine Stadt Wird die Innenstadt zur Einbahnstraße?
Hannover Meine Stadt Wird die Innenstadt zur Einbahnstraße?
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00:24 05.05.2018
AB IN DEN TUNNEL: Für sechs Stunden lenkte die Üstra die Linien 10 und 17 am Brücken-montag wegen Überfüllung der westlichen Innenstadt um. Quelle: Foto: Heidrich
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Er hätte sich wohl gern geirrt: „Das wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die Straßenbahn in den Tunnel muss. Wir haben das kommen sehen und davor gewarnt“, so Martin Prenzler, der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft. Rund 250 000 Besucher sind nach seinen Angaben am Brückenmontag in der Innenstadt zum Bummeln gewesen – zu viel für den Verkehr, weshalb die Üstra die oberirdischen Linien 10 und 17 von der Straße holte.

Prenzler sagt, er führe schon länger erfolglos Gespräche mit der Stadt wegen einer geänderten Verkehrsführung in der City: Ähnlich auf dem Schnellweg zu Messezeiten sollen die Straßen dem Hin- beziehungsweise Rückreise-Verkehr vorbehalten sein, also zu Einbahnstraßen werden. Gestern im Bauausschuss wiederholte er die Forderung nach einem Leitsystem: „Es gibt einen Verkehrsrechner, wann ist der in Betrieb?“

Peter Freiwald aus dem Fachbereich Tiefbau sagte, der Computer sei installiert, in Betrieb und man könne in Kürze die Verkehrslageführung steuern. „Wir schauen, wo wir nachsteuern können.“ Das Problem Herschelstraße und Kurt-Schumacherstraße „müssten wir in den Griff kriegen“. Dort hatten sich am Montag der Verkehr besonders stark gestaut.

Üstra-Sprecher Udo Iwannek warnte davor, in Alarmstimmung zu verfallen. „Wir fahren nach wie vor durch eine Baustelle mit provisorischer Ampelschaltung und bei der Autos über die Schienen geführt werden.“ Außerdem sei es nicht ungewöhnlich, die Linie 10 durch den Tunnel zu schicken: „Das machen wir beim Nachtsternverkehr und bei Unfällen. Das wird auch künftig so sein“, so Iwannek.

Jens Pielawa von „Pro-D-Tunnel“ wies darauf hin, dass Stadtverwaltung und Region noch 2013 davon ausgegangen waren, dass es keine Verkehrsprobleme geben würde, wenn die Straßenbahnlinie umgebaut wird – seine Initiative hatte dafür gekämpft, die Linien 10 und 17 dauerhaft in den Tunnel zu verlegen, und sieht sich nun in ihren Argumenten bestätigt. Laut Üstra habe es nur im Oktober 2017 einen störungsfreien Monat gegeben, für Probleme sorgen vor allem Falschparker oder eben der starke Verkehr.

Der Regionsverband der Grünen forderte kreativere Lösungen, etwa die kostenlose Bus- und Bahnfahrt an Tagen mit hohem Verkehrsaufkommen. Zudem sollten bis zum Ende der Baumaßnahmen Kurt-Schumacher und Goethestraße nur für den Anliegerverkehr frei sein. „Es war absehbar, dass es am Brückentag zu Staus kommen würde. Doch der Region fällt nichts Besseres ein, als dem motorisierten Individualverkehr Vorrang zu geben und die Belastungen durch Lärm und Abgase zu erhöhen“, so Regionsvorsitzender Henning Krause.

Von andreas voigt

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