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Meine Stadt Darum soll Hannover „Gay City des Nordens“ werden
Hannover Meine Stadt Darum soll Hannover „Gay City des Nordens“ werden
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12:24 13.06.2019
Hannover soll "Gay City des Nordens" werden, meint Marc Hansmann. Quelle: Schaarschmidt/Unsplash (RND-Collage)
Hannover

Schwule Ampelmännchen und Regenbogen-Zebrastreifen könnten bald den Verkehr in Hannover regeln. Wenn es nach OB-Kandidat Marc Hansmann (48) geht. Der möchte Hannover nämlich zur „Gay City des Nordens“ machen. Diesen ambitionierten Plan ließ er am vergangenen Sonnabend beim CSD (Christopher Street Day) verlauten.

Im Gespräch: OB-Kandidat Marc Hansmann. Quelle: Tim Schaarschmidt

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) in Niedersachsen ist skeptisch: „Tolle Idee – aber sagen kann man ja viel. Schauen wir mal, ob das dann auch wirklich passiert“, sagte Klaus Bischoff (38). Doch Hansmann scheint es ernst zu meinen, wie er jetzt in einem Gespräch mit der NP verdeutlicht.

Hansmann meint es ernst

Er habe sich schon Gedanken gemacht, wie viele schwule Ampelmännchen und Regenbogen-Zebrastreifen es geben soll und wo sie platziert werden könnten: In der Innenstadt und am Rathaus. „An einer Schule wäre so ein Zebrastreifen schlecht platziert, denn die bunte Farbe verblasst schnell und muss oft aufgefrischt werden“, hat der verheiratete Familienvater recherchiert. „Ein verblasster Zebrastreifen wäre für die Schulkinder zu riskant im Verkehr.“

Viel mehr solle so ein bunter Zebrastreifen als Symbol in der Innenstadt dienen. Genauso wie die schwulen Ampelmännchen. „Die habe ich in Köln gesehen und war begeistert“, erzählt Hansmann. „Ich habe meine Nichte, die in Köln lebt, gefragt, was diese Männchen zu bedeuten haben, und wir kamen ins Gespräch. Solche Wirkungen wünsche ich mir auch für Hannover.“

Tausende feiern beim Christopher Street Day in Hannover

Mehr Selbstbewusstsein für homosexuelle Paare

Doch nicht nur das. Der SPD-Kandidat hat selber im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg gewohnt, wo es eine große Gay-Szene gibt. „Erst danach ist mir aufgefallen, dass schwule und lesbische Paare in Hannover nicht so selbstverständlich Händchen halten.“ Dieses Selbstbewusstsein wünsche er sich aber – für die Paare und für die Stadt. „Je wohler sie sich hier fühlen und das auch nach außen tragen, desto besser für Hannover“, so seine Theorie.

Außerdem finde er, dass Gay-Freundlichkeit auch der Stimmung in einer Stadt gut täte. „Gay heißt übersetzt auch Fröhlichkeit. Und ich finde, diese ist Gay Cities wie Berlin oder Köln anzumerken“, so der 49-Jährige. Deshalb sei er auch so gerne in Köln unterwegs und habe seiner Nichte ans Herz gelegt, in Köln zu studieren.

Hannoveraner tolerant, aber „norddeutsch zurückhaltend“

Das heiße aber nicht, dass Hannover schlecht abschneidet, was Toleranz gegenüber Homosexualität betrifft. Im Gegenteil: Hannoveraner seien sehr tolerant – aber auch typisch norddeutsch zurückhaltend. Potenzial für die queere Szene sieht er aber in der Stadt. Als Beispiel führte er das Gay-Zelt auf dem Schützenfest an – das er selber gern besuche.

CSD-Projektleiterin Corinna Weiler (32) begrüßen Hansmanns Pläne. Doch schwule Ampelmännchen und Regenbogen-Zebrastreifen allein würden keine Stadt zu einer „Gay City“ machen. „Viel wichtiger ist zum Beispiel die Unterbringung von queeren Geflüchteten. Oder das queere Jugendzentrum, das jetzt im durchaus Rat beschlossen wurde“, so Weiler.

„Gender-Sternchen hat queeren Community mehr geschadet als geholfen“

Hansmanns Pläne sind ein tolles Symbol und guter Anfang – aber auch nicht mehr“, so Bischoff vom LSVD. Hansmann sieht das ähnlich. „Das ist ein Prozess – und der muss besser geplant werden als das Gender-Sternchen. Das hat der queeren Community nämlich mehr geschadet als geholfen.“

Von Josina Kelz

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