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Meine Stadt Wie Homosexuelle in Hannover gegen Todesstrafe kämpfen
Hannover Meine Stadt Wie Homosexuelle in Hannover gegen Todesstrafe kämpfen
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19:47 17.05.2019
Rainbowflash zum Tag gegen Homo- und Transphobie. Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

500 bunte Luftballons steigen vor der Oper in den grauen Himmel. Etwa 100 Menschen schicken mit ihnen Wünsche für Homosexuelle, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen nach oben. Denn es ist der Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie. Jedes Jahr am 17. Mai gehen Menschen weltweit auf die Straße, um für Akzeptanz und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu streiten und das Miteinander zu stärken – auch in Hannover.

Die Aktion nennt sich Rainbowflash. Er erinnert an den 17. Mai 1990, als die Weltgesundheitsorganisation ( WHO) Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel gestrichen hat. Seitdem gilt sie offiziell nicht mehr als Krankheit. Doch Diskriminierung, strafrechtliche Verfolgungen und Todesstrafen gibt es noch immer.

Steinigung wegen gleichgeschlechtlichem Sex

„Das Thema ist gerade besonders aktuell, wenn man an das Sultanat Brunei denkt“, sagt Klaus Bischoff (37), Landesvorstand des Lebens- und Schwulenverbands Niedersachsen-Bremen. In Brunei wurde erst im April die Todesstrafe für Homosexualität eingeführt. Wer beim gleichgeschlechtlichen Sex erwischt wird, dem droht der Tod durch Steinigung. Insgesamt in elf Ländern gibt es noch die Todesstrafe auf Homosexualität, in 70 Staaten gibt es nach wie vor eine strafrechtliche Verfolgung.

„Auch in Deutschland und Europa versuchen Rechtspopulisten und Gleichstellungsgegner unsere Gesellschaft zu spalten und Homophobie sowie Transfeindlichkeit salonfähig zu machen“, so Bischoff. Auch in Hannover gebe es noch Diskriminierung: „Das beginnt schon auf dem Schulhof, wenn ein Junge als schwule Sau beleidigt wird.“

Auch Sozialministerin Carola Reimann war beim Rainbowflash dabei. In einem Grußwort zeigte sie sich optimistisch, dass auch Transsexualität demnächst aus dem Diagnoseschlüssel der WHO gestrichen wird.

„In diesem Sinne: Lassen Sie uns gemeinsam die Luftballons für eine weltoffene Gesellschaft steigen –am Ehrentag der queeren Gemeinschaft.“ Diese Worte sollten der Startschuss für die 500 bunten Ballons sein, die dann in den hannoverschen Himmel stiegen.

Von Josina Kelz

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