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Meine Stadt Widerstand gegen Lindener Jamiel-Kiez
Hannover Meine Stadt Widerstand gegen Lindener Jamiel-Kiez
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16:49 23.01.2019
Will weniger Autoverkehr: Die Initiative Jamiel-Kiez. Doch viele in der Nachbarschaft scheinen anderer Meinung zu sein. Durch das Quartier geht ein Graben. Quelle: Wilde
Hannover

Kein Durchgangsverkehr – und nur noch Tempo 10: Das wünscht sich die Initiative Jamiel-Kiez für ihr Quartier in Linden. Doch der Vorstoß für eine Verkehrsberuhigung von Jacobs-, Minister-Stüve- und Eleonorenstraße stößt auch auf heftige Kritik. „Da tarnt sich eine politische Initiative als Nachbarschaftsinitiative“, wettert SPD-Verkehrsexperte Lars Kelich. Er wirft dieser vor, dass sie zum Beispiel im Netzwerk Facebook Anwohnern die Aufnahme verweigere, „die nicht ideologisch auf Linie sind“.

„Da halte ich nichts von“, sagt Kelich über die vom Jamiel-Kiez geforderte Anwohnerzone, die zum Beispiel in Barcelona praktiziert wird. Auch er findet zwar, dass die Stadt bei Falschparkern „strenger durchgreifen“ sollte. Die Forderungen der Initiative gehen ihm aber zu weit.

CDU: Straßen gehören der Allgemeinheit

Das sieht auch Felix Semper so, der verkehrspolitische Sprecher der CDU. „Mir geht das auf die Nerven. Wenn man sich entscheidet, innenstadtnah zu wohnen, dann muss man auch mit Lärm und Verkehr rechnen“. Hannovers Straßen stünden der Allgemeinheit und nicht nur den Anwohnern zur Verfügung. Semper zeigt sich „überrascht“ darüber, „wie intolerant teilweise Milieus sind, die sich gerne besonders tolerant geben“.

Elisabeth Clausen-Muradian, Verkehrsexpertin der Grünen im Rat, ist „immer dafür, auch mal neue Sachen auszuprobieren“. Sie schlägt einen Modellversuch vor, bei dem tageweise getestet werden könne, wie sich die geforderte Anwohner-Zone auswirkt.

Durch das Quartier geht ein Graben

Ein Ziel der Initiative Jamiel-Kiez ist, dass in verkehrsberuhigten Straßen eine besonders gute Nachbarschaft entstehen soll. Derzeit scheint aber vor allem ein tiefer Graben durch das Quartier zu gehen. Denn längst hat sich eine Gegeninitiative gebildet, die sich Elminja-Kiez nennt. Ihre Unterstützer fürchten, dass das Quartier zu einer exklusiven Lebenswelt wird, in der nur noch Platz für Besserverdienende ist.

Kritisch verfolgt die Gruppe die Aktivitäten der Initiative Jamiel-Kiez, sammelt Informationen über deren Treffen und hält dieser unter anderem vor, dass man einen Fragebogen ausfüllen muss, bevor man der Initiative bei Facebook beitreten will. Im zuständigen Bezirksrat Linden-Limmer könnte es bald zu einer direkten Auseinandersetzung kommen. Beide Gruppen sollen dort ihren Standpunkt erklären. In der nächsten Sitzung am 30. Januar soll darüber abgestimmt werden, ob es zu dem Thema eine Anhörung geben wird.

Von Christian Bohnenkamp

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