Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Weiter Wirbel um die Umweltzone
Hannover Meine Stadt Weiter Wirbel um die Umweltzone
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:04 12.01.2010
Um Hannovers Umweltzone gibt es weiter Wirbel.
Anzeige

VON CHRISTIAN CARSTENS UND ANNIKA JÜRGENS

HANNOVER. Nach Sanders Ankündigung, die Laufzeit der gelben Plakette zu verlängern, arbeitet das Umweltministerium jetzt einen Zeitplan aus. „Zunächst erfolgt eine juristische Prüfung. Die soll bis Ende der Woche abgeschlossen sein“, sagt Ministeriumssprecherin Tanja Föhr. Sander bemängele, dass Hannover „so schnell in die letzte Stufe der Umweltzone gegangen“ sei.

Anzeige

In den Ratsfraktionen von SPD und Grünen sorgte der Vorstoß für Irritation. „Sander hatte lange Zeit einzugreifen – zumal wir oft darauf hingewiesen haben, dass eine landesweit einheitliche Regelung sinnvoll ist“, sagte der umweltpolitische Sprecher der SPD, Manfred Müller. Auch die Grünen kritisierten Sander: Als Ausdruck ihrer Empörung versammelten sich einige Ratsmitglieder vor dem Umweltministerium, um Sander eine rote Protest-Plakette zu überreichen – die nahm Sander aber nicht persönlich entgegen, er ließ sich aufgrund einer Klausurtagung entschuldigen.

In den Fraktionen von CDU und FDP trifft die Verlängerung der gelben Plakette dagegen auf Zustimmung. Jens Meyburg (FDP): „Es gibt kein Feinstaub-Problem in Hannover. Die letzte Stufe ist überzogen.“

Breite Zustimmung findet die Planung Sanders bei Wirtschaftsverbänden. „Seit 2008 fordert der Handelsverband, die Umweltzone zur Meidung weiteren Schadens für die innerstädtische Wirtschaft wegen erwiesener Sinnlosigkeit wieder aufzuheben“, sagt Mathias Busch, Chef des Landesverbandes der Mittel- und Großbetriebe des Niedersächsischen Einzelhandels (LMVG).

Dietmar Rokahr, Abteilungsleiter bei der Handwerkskammer, fordert eine genaue Untersuchung der Effektivität der Umweltzone: „Es ist kein Geheimnis, dass die Umweltzone in Sachen Feinstaubreduzierung eher wirkungslos ist.“

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wies jedoch darauf hin, dass für eine Untersuchung viele Jahreswerte verglichen werden müssten. DUH-Sprecher Gerd Rosenkranz: „Den Feinstaub bekommt man nie ganz weg. Fakt ist aber, dass jedes gefilterte Auto weniger Feinstaub ausstößt und damit die Umwelt entlastet.“