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Meine Stadt Weißekreuzplatz: Auch für Kompromiss keine Mehrheit
Hannover Meine Stadt Weißekreuzplatz: Auch für Kompromiss keine Mehrheit
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00:25 29.04.2018
Zusammen jubeln: Für den Weißekreuzplatz gab es Pläne für ein Public Viewing
Zusammen jubeln: Für den Weißekreuzplatz gab es Pläne für ein Public Viewing Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Die große WM-Party auf dem Weißekreuzplatz mit bis zu 2800 Besuchern hatte der Bezirksrat Mitte zunächst gestoppt. Ein Kompromissvorschlag brachte dann noch einmal neuen Wind in die Debatte. Doch eine Mehrheit für ein Public Viewing auf dem Weißekreuzplatz wird es wohl trotzdem nicht mehr geben.

Vor einer Woche gab es ein Gespräch der Firma Gastrotrends mit Vertretern des Bezirksrates, an dem auch Oberbürgermeister Stefan Schostok sowie Ralf Sonnenberg, der Leiter des städtischen Eventmanagements, teilnahmen. Das Ergebnis: Die Gastronomen, die das Public Viewing ausrichten wollten, sollen auf eine ganze Reihe von Forderungen eingegangen sein, die die Politik als Auflagen formuliert hat.

1000 statt 2800 Plätze – und nur Spiele der deutschen Mannschaft

Statt 2800 Plätzen sollte es nun nur noch rund 1000 geben. Gezeigt werden sollten ausschließlich die Spiele der deutschen Mannschaft. Mit dem Ausscheiden wäre auch das Public Viewing beendet gewesen. Außerdem sollte die Leinwand lediglich während der Spiele laufen. Die Vor- und Nachberichterstattung sollte nicht übertragen werden, die Lärmbelastung scharf überwacht werden.

„Wir waren nie gegen ein Public Viewing“, betont Wilfried Engelke (FDP), stellvertretender Bezirksbürgermeister in Mitte. Das Problem sei gewesen, dass es keine Kommunikation mit dem Bezirksrat gegeben habe. „Wir haben jetzt eine Lösung, mit der alle leben können“, glaubt Engelke.

„Wir prüfen diese Variante und stehen dabei mit dem Veranstalter und den Bezirksratsfraktionen im Austausch“, kündigt Stadtsprecherin Christina Merzbach an.

SPD und FDP dafür – CDU und Grüne dagegen: Das reicht nicht

Auch die SPD soll für den Kompromissvorschlag gestimmt haben. Für eine Mehrheit würde das aber nicht reichen. Die CDU sieht auch den Kompromiss „sehr skeptisch“, wie ihr Fraktionschef Martin Hoffmann erklärt. Sie würde sich die Veranstaltung lieber auf dem Trammplatz vor dem Neuen Rathaus wünschen. Der allerdings würde nach Informationen der NP wohl nicht von der Stadt als Veranstaltungsort genehmigt werden, weil diese aus Sicherheitsgründen kein großes, zentrales Public Viewing mehr will, sondern stattdessen kleinere Veranstaltungen in den Stadtbezirken.

Weil auch die Grünen weiterhin gegen ein Public-Viewing auf dem Weißekreuzplatz sind, kommt wohl keine Mehrheit im Bezirksrat zustande. „Wir finden Public Viewing grundsätzlich toll“, sagt Grünen-Fraktionschefin Julia Stock. Der Weißekreuzplatz sei dafür allerdings der „falsche Ort“, weil zu viele Anlieger gestört würden. Außerdem sei das Public Viewing ja „gar nicht so wirklich öffentlich“, wenn dieses eingezäunt würde, wie geplant.

Von Christian Bohnenkamp