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Meine Stadt Wegen Wundrak – Missstimmung im Steinhuder Chor
Hannover Meine Stadt Wegen Wundrak – Missstimmung im Steinhuder Chor
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15:56 09.10.2019
Kandidat der AfD: Joachim Wundrak Quelle: Franson
Hannover

Joachim Wundrak hat eine schöne Bassstimme.“ Dieser Aussage von Andreas Rose, dem Vorstandschef des Steinhuder Chores „Meermusik“, stimmen alle Mitglieder zu. Mindest einer aber meint, diese Stimme dürfe nicht mehr zu hören sein. Der einstige Drei-Sterne-General gehöre aus dem Chor ausgeschlossen, weil er als OB-Kandidat für die AfD antritt.

Mit einer Mail hat sich das Mitglied, das seinen Namen nicht preisgibt, an die NP gewandt. Er schreibt „Trotz des Bestrebens und auch Austritts einiger Chorsänger weigert sich der Vorstand, Herrn Wundrak zu bitten, nicht mehr in dem Chor zu singen“.

„Keine politische Bühne“

Andreas Rose verteidigt diese Weigerung. „Die AfD ist keine verbotene Partei“, sagt er. Und der Chor sei keine politische Bühne. Parteipolitische Äußerungen seien bei Proben oder vor und nach Auftritten nie zu hören gewesen. Trotz des Austritts von zwei Sängern („ausdrücklich wegen Wundrak“) werde der Vorstand den 64-Jährigen nicht ausschließen. „Schon unsere Satzung verbietet das.“

Dass dieses Argument kommt, hatte der anonyme Schreiber erwartet. Er frage sich, „ob dies in unserer heutigen Zeit noch eine zeitgemäße Satzung ist, die es wert ist, verteidigt zu werden“. Gleichzeitig bestätigt er, dass sich Wundrak „in den Proben nicht politisch äußert, sondern dies nur im privaten Gespräch tut“.

„Eine ziemliche Hetze“

Rose bedauert den Ärger, die Austritte und die Mail. Der Vorstand habe alles besprochen, versichert er. „Das ist eine ziemliche Hetze.“ Auf keinen Fall dürfe der Chor instrumentalisiert werden.

Streit über das Liedgut hat es nie gegeben. Der Chor, dem Wundrak seit Jahresbeginn angehört, stimmt Schlager und Gospels ebenso an wie Kirchenmusik oder afrikanische Lieder. Zum Repertoire gehört auch „Freiheit“ von Marius Müller-Westernhagen, nicht jedoch die Hymne des Widerstands "Die Gedanken sind frei".

Von der NP auf die Missstimmung im Chor angesprochen, wollte sich Wundrak nicht zu dem Thema äußern. „Pure Privatsache.“

Der nächste öffentliche Auftritt von „Meermusik“ findet erst nach der OB-Wahl und der Stichwahl statt. Am Sonntag, 8. Dezember, tritt der Chor in der St.-Nicolai-Kirche in Hagenburg mit einem Adventskonzert auf.

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