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Meine Stadt Hannover prüft Wohnen auf Supermärkten
Hannover Meine Stadt Hannover prüft Wohnen auf Supermärkten
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17:39 25.04.2019
Wohnen über dem Supermarkt in der Ottweiler Straße. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Kühlschrank leer? Kurzer Weg! Wohnen auf Supermärkten könnte angesichts zunehmenden Platzmangels in beliebten Städten ein Weg sein, um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Experten sehen großes Potenzial darin, solche Flachdachbauten aufzustocken. Auch auf Parkplätzen könnten neue Wohnungen entstehen. Hannover beschäftigt sich schon mit dem Thema.

Die Technische Universität Darmstadt hatte dazu im Februar eine Studie veröffentlicht. Aus dieser geht hervor, dass bundesweit 1,2 Millionen neue Wohnungen entstehen könnten, wenn einstöckige Supermärkte mit großen, asphaltierten Parkplätzen, Parkhäuser oder Zweckbauten mit Büros und Geschäften klug aufgestockt würden – ohne, dass dafür neues Bauland ausgewiesen werden müsste.

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In Hannover gibt es schon konkrete Pläne

Laut Stadtsprecherin Michaela Steigerwald gibt es dazu auch schon konkrete Planungen in Hannover. Wohnungen über Supermärkten sollen zum Beispiel in der Mozartstraße in der Südstadt sowie in der Wasserstadt Limmer entstehen. Auch für die Überbauung von Parkplätzen gibt es schon Pläne. In Frage dafür komme zum Beispiel der Parkplatz zwischen Deisterstraße und Walter-Wülfing-Ufer in Linden-Süd.

Mozartstraße: Der Platz könnte besser genutzt werden. Quelle: Frank Wilde

An der Ottweiler Straße in Kirchrode seien schon 2013 auf einem Supermarkt fünf neue Wohnungen entstanden. Die Suche nach weiteren Flächen, die für solche Projekte in Frage kommen, laufe. Laut Stadtsprecherin Steigerwald werden dazu auch Luftbilder ausgewertet. Die Untersuchungen seien aber „noch nicht abgeschlossen“.

FDP sieht „mächtiges Potenzial“

Den Auftrag dafür hatte das Ampelbündnis auf den Weg gebracht. „Ich sehe da mächtig Potenzial“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Nicht jedes Gebäude sei statisch für eine Aufstockung geeignet. Oft aber könnten Stützen helfen, das Problem zu lösen.

Zustimmung gibt es auch aus der Opposition. „Im Gewerbegebieten wäre das sicherlich schwierig. Aber es gibt genügend Supermärkte in Wohngebieten, die man aufstocken könnte. Ohnehin sollten wir darauf achten, möglichst flächensparend zu bauen“, sagt Felix Semper, baupolitischer Sprecher der CDU.

Von Christian Bohnenkamp